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Binnen kürzester Zeit wird das Oberammergauer Rathaus im ersten Quartal 2015 dem Erdboden gleichgemacht.

Antrag der CSU im Gemeinderat

Diskussion um neues Rathaus flammt wieder auf

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Oberammergau - Nachwievor ohne Rathaus steht die Gemeinde Oberammergau da. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß für einen möglichen Neubau

Es ist ein denkwürdiges Datum, eines von vielen in Oberammergau: Am 17. November 2014, 19.39 Uhr, beschließt Bürgermeister Arno Nunn den öffentlichen Teil der letzten Gemeinderatssitzung im Rathaus in der Schnitzlergasse. Wochen später, nach Umzug der Verwaltung ins Pilatushaus und Ausräumen des Gebäudes, rückt ein Großbagger an, der das politische Schaltzentrum des Passionsdorfes dem Erdboden gleichmacht. Fortan prägt eine intensive Diskussion das weitere Prozedere. Schließich lehnen die Ammergauer am 18. Oktober 2015 im zehnten Bürgerentscheid mehrheitlich mit 54,5 Prozent eine Verlagerung des Rathauses ins Ammergauer Haus ab. Danach kehrt Ruhe ein um diesen Dauerbrenner.

Jetzt wird die Debatte neu entfacht – verantwortlich dafür ist die dreiköpfige CSU-Fraktion im Gemeinderat um Markus Köpf, Simon Fischer und Andreas Rödl: Das Trio fordert in einem Antrag „die Erstellung einer Umsetzungsplanung für einen Rathaus-Neubau in der Schnitzlergasse mit Baufertigstellung bis zum Jahr 2019“ – also noch vor der nächsten Passion. Dabei erinnert man sich an eine Eingabe der Christsozialen vom Januar vergangenen Jahres (Vorbereitung eines Bürgerentscheids), mit der die Schwarzen im Ratsplenum nur hauchdünn (10:11) gescheitert waren.

Kostenschätzung drei bis vier Millionen Euro

Weil „die aktuelle räumliche Unterbringung der Verwaltung . . . ein temporäres Provisorium darstellt, welches den Ansprüchen sowohl der Bürgerinnen und Bürger als auch der Beschäftigten an eine moderne Verwaltungsinfrastruktur in keinster Weise entspricht“, sei es laut Köpf und Co. Aufgabe des Gemeinderates, hier mittelfristige Abhilfe zu schaffen. Die Verwaltung soll nun prüfen, wie hoch die Investition für einen Neubau von mittlerem Standard sei, wie sich eine Realisierung auf die finanzielle Gesamtsituation der Gemeinde auswirke, welche Möglichkeiten zur Gegenfinanzierung es gebe und ob gegebenenfalls Fördermittel für dieses Projekt zur Verfügung stehen.

In Diskussionen zum Kostenrahmen für einen Neubau des Rathauses steht eine Summe von drei bis vier Millionen Euro im Raum. Geld, das durchaus auf den Konten der Kommune liegen würde. In der aktuellen Ausgabe der Bürgerinformation hat Rathauschef Arno Nunn dargelegt, dass bis zum Jahr 2019 rund sieben Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung stünden. Es seien auch keine Kredite dafür notwendig. Doch stehen auch noch andere gewichtige Vorhaben auf der Agenda bis 2020 – wie der Hochwasserschutz oder die Sanierung des Passionsspielhauses, um nur zwei zu nennen. Letztlich, so Nunn, müsse der Gemeinderat die Prioritäten festlegen.

Ihren Antrag ergänzt die CSU-Fraktion mit den Vorgaben an das Bauamt, eine Kostenermittlung zu erstellen, einen Neubau in das städtebauliche Programm zu integrieren und einzelne Umsetzungsschritte darzustellen. Dazu gehört auch die Prüfung, ob ein Wettbewerb notwendig ist. Einen Rathaus-Neubau wollen die Schwarzen im übrigen nicht mit aller Gewalt durchdrücken – in ihrem Antrag heißt es: „ . . . ist neben baulichen und ortsplanerischen Gesichtspunkten vor allem die finanzielle Gesamtsituation und Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu berücksichtigen . . .“ Die Umsetzungsplanung sollte nach Meinung der CSU bis spätestens 1. Juni vorliegen.

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