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Flüchtlinge bei der Ankunft in Simbach am Inn.

Landrat unter Druck

Bald auch Flüchtlinge in Unterammergau

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Unterammergau - Die weißen Flecken mit Orten im Landkreis, wo bisher noch keine Asylbewerber untergebracht sind, werden weniger: Jetzt ist es auch in Unterammergau soweit.

Ein harten Stand hatte in den letzten Wochen Landrat Anton Speer (Freie Wähler), wenn er mit Bürgermeistern aus dem Landkreis zu Sitzungen und anderen Anlässen zusammentraf. Immer wieder wurde er darauf angesprochen, warum denn ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde Unterammergau immer noch keine Flüchtlinge untergebracht worden seien. Speer merkte dazu an, dass seinem Amt anfänglich keine geeigneten Objekte angeboten worden seien. „Und die Gemeinde“, so stellt Bürgermeister Michael Gansler klar, „hat halt selbst keine Hotels oder große Fremdenpensionen. Die eigenen Wohnungen sind alle belegt, da existieren längerfristige Mietverträge.“

Jetzt indes scheint tatsächlich Bewegung in die Sache zu kommen. Allzuviel will der Rathauschef aber noch nicht preisgeben. Seine Begründung: „Ich möchte zuerst die Nachbarn informieren. Sie sollen es nicht aus anderen Kanälen erfahren, das wäre kein guter Stil.“ Selbst seinem Gemeinderat hat Gansler nicht erzählt, um welches Gebäude im Ort es sich handelt. Für ein bestimmtes Objekt befänden sich die Verhandlungen inzwischen im Endstadium, „der Vertrag ist unterschriftsreif“.

Auf sechs bis acht Plätze beziffert das Gemeindeoberhaupt das Kontingent: „Wir würden es begrüßen, wenn es zum Abschluss käme. Wir brauchen ein solches Haus und können uns aus Solidaritätsgründen hier nicht herausnehmen, als ginge uns das nicht an.“

Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde auch mal einen Neubau eines Asylheims nahe des geplanten Seniorenwohnheims mit einem privaten Financier erwogen. Im Gespräch mit der Regierung stellte sich jedoch schnell heraus, dass dies keine kommunalpolitische Aufgabe einer Gemeinde sei. Wenn, dann träte der Freistaat als Bauherr auf. Sodann wurde diese Idee wieder verworfen. In der aktuellen Bürgerinformation hatte die Kommune Bürger, die vielleicht über ein geeignetes Wohngebäude für Flüchtlinge verfügen, um Unterstützung gebeten: „Die Resonanz darauf war jedoch gleich Null“, so Gansler. Wenn es nun in Kürze zum Abschluss kommen sollte, bittet der Bürgermeister darauf, den neu ankommenden Asylbewerbern offen und freundlich zu begegnen und auch gegen die Vermieter keine Ressentiments zu hegen: „Wir müssen froh sein, wenn hier von privat Immobilien zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinde steht im übrigen voll dahinter.“ Vereinzelt hätten sich auch schon Freiwillige gemeldet, die bei der Betreuung mithelfen wollen, um die Neuankömmlinge aus fremden Ländern möglichst schnell und gut zu integrieren.

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