Komplettes Breitband für 75.000 Euro

Bad Bayersoien - Billiger als gedacht: Bad Bayersoien profitiert von günstigem Angebot und schließt deshalb alle Ortsteile an.

Bei dem Preis konnten die Bayersoier Gemeinderäte nicht Nein sagen: Für gerade mal knapp 75 000 Euro bekommt der Kurort von der Telekom den Breitbandausbau - und zwar flächendeckend, auch in den Außenbereichen. Dies beschloss das Gremium am Mittwochabend einstimmig. Der Förderantrag wird jetzt bei der Regierung geprüft. Gibt die Grünes Licht und ist der Vertrag mit der Telekom unterschrieben, sagt das Unternehmen einen Vollausbau innerhalb von zwölf Monaten zu. 2016 könnten die Soier schnell im Internet surfen.

Der Ausbau kommt wesentlich billiger als anfangs gedacht. Außerdem greift das bayerische Breitband-Förderprogramm der finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Kommune kräftig unter die Arme. Maximal 80 Prozent der Investitionen werden finanziert, bis zu 740 000 Euro Kosten sind laut Zusage des Freistaats förderbar. Als das Regensburger Ingenieurbüro „IK-T“ im März hinter verschlossener Tür den Soier Räten eine Kostenschätzung vortrug, musste dennoch mancher Volksvertreter schlucken: Mit rund 800 000 Euro setzte die Telekom die schnelle Datenautobahn an, trotz Förderung wäre die Kommune auf etwa 180 000 Euro sitzen geblieben. VG-Kämmerer Ulrich Bertl hatte deshalb für 2015 bereits notgedrungen 154 000 Euro im Haushalt bereitgestellt.

Doch jetzt wird es günstiger, wie „IK-T“-Mann Karl Georg Manstorfer mitteilte. Die Telekom hatte als einziger Breitbandversorger ein Angebot abgegeben. Danach würde der Ausbau in Soien rund 374 660 Euro kosten. Abzüglich der 299 728 Euro Förderung bleiben der Gemeinde genau 74 932 Euro, die sie aus eigener Tasche tragen muss. Dafür gibt es eine komplette Breitbandversorgung. Bayersoien macht „einen gemischten Ausbau“, wie der Berater erklärte: bestehende Strukturen verbessern und neue Hightech-Kabel vergraben. Im Hauptort werden alle vier Verzweigerkästen mit Glasfaserkabel ans Hauptnetz angeschlossen, danach geht es über die bisherigen Kupferleitungen weiter zu den Hausanschlüssen. Macht aber nichts, wie Manstorfer versicherte: Mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Datenvolumen, wohl aber bis zu 50 Mbit/s, erwartet der Berater - je nach Nähe zum Verzweiger. Noch besser sieht es in den Außenbereichen - Echelsbach, Lettigenbichl, Gschwendt, Grundbauer, Findenauer, Kirmesau und vor allem im Kurgebiet - aus: Dort wird Glasfaser mit 100 Mbit/s Volumen gleich bis an die Grundstückgrenzen gelegt. Dies komme billiger als extra neue Verzweiger zu bauen, bekamen die Räte zu hören. Wer dann an die Datenautobahn anschließen will, muss laut Manstorfer mit rund 600 Euro Gebühren von der Telekom rechnen.

Manstorfers Fazit überzeugte die Räte: Sie kriegen eine sehr, sehr gute Versorgung“, versprach er. „Besser kann man es nimmer machen.“ Kein Wunder, dass im Gremium zufrieden genickt wurde. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, strahlte Bürgermeisterin Gisela Kieweg. „Das hält die Jungen im Ort.“ Auch der Kämmerer war zufrieden. Bertl will die Investitionssumme gleich in den Haushalt 2016 einstellen. „Das ist kein Problem.“

Rubriklistenbild: © dpa

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