Seit 30 Jahren bei der Gemeinde – jetzt an der Spitze: Christian Ostler.

Christian Ostler neuer Geschäftsleiter

Oberammergau - An der Spitze der Rathausverwaltung in Oberammergau steht seit Mittwoch ein Einheimischer: Der Gemeinderat entschied sich für Christian Ostler.

Da behaupte noch einer, der Gemeinderat von Oberammergau sei sich nie einig. Einstimmig (!) fiel das Votum am Mittwochabend in nicht-öffentlicher Sitzung zur Personalie des künftigen Geschäftsleiters der Kommune aus: Das Rennen machte - nicht unerwartet - Christian Ostler, der zuletzt bereits mit Martin Norz nach dem Ausstieg von Christian Scheuerer an der Spitze der Verwaltung stand.

„Selbstverständlich freue ich mich, dass die Wahl auf mich gefallen ist. Noch dazu ohne Gegenstimme. Ich hoffe, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen rechtfertigen kann. Ich werde mich mit voller Tatkraft für das Wohl der Gemeinde einsetzen“: Erleichtert reagierte am Donnerstag der Kommunalbeamte auf die Entscheidung des Gemeinderats. Drei Bewerber um dieses Amt hatten es in die Endrunde geschafft.

Schließlich fiel das Votum auf den Mann aus den eigenen Reihen, der 1985 seine Ausbildung bei der Gemeinde begonnen hatte. Einen entscheidenen Grund, dass der 46-Jährige zum Zuge kam, sah Zweiter Bürgermeister Eugen Huber: „Für mich war seine Erfahrung in der kommunalen Verwaltung, auch im Hinblick auf die Passionsspiele, ausschlaggebend, und dass er stets sehr loyal zur Gemeinde gestanden ist.“ Zumal, so Huber weiter, es nicht immer einfach sei, wenn jemand in Diensten der Gemeinde so einen verantwortungsvollen Posten bekleidet, auch hier wohne. Da werde häufig Beruf und Privatleben vermischt.

Dass Christian Ostler nun nach dem Bürgermeister die Gemeinde an führender und verantwortungsvoller Stelle „managt“, hat in der Familie Tradition. Denn schon sein Vater Gerhard war 27 Jahre lang als Geschäftsleiter tätig - unter den Bürgermeistern Ernst Zwink, Frank Hofmann und Klement Fend. Welchen Rat er seinem Sohn Christian für diese Position geben will? Die Antwort kommt nach kurzer Überlegung: „Er muss seinen Weg selber finden. Heute herrschen andere Verhältnisse als früher, das lässt sich nicht mehr vergleichen. Aber wichtig wird meiner Meinung nach sein, dass er von der Einstellung und vom Wissen her immer eine gerade Linie verfolgt, auch wenn er damit mal anecken sollte.“

Seine künftige Rolle sieht Christian Ostler im Team, im Miteinander: „Bei uns in der Verwaltung herrscht eine gute Atmosphäre. Ich will wie bisher auf kollegialer Basis und in enger Verbindung mit den Abteilungen die Herausforderungen für die Gemeinde stemmen.“ Ein Anliegen ist es ihm auch, „die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und den politischen Gremien zu intensivieren und zu verbessern“. Als erste Aufgaben als Geschäftsleiter will er die internen Strukturen, die durch verschiedene Betriebs-Modelle sehr stark gelitten hätten, wiederherstellen und die Verwaltung effektiver organisieren. So müsse auch das Hauptamt komplett neu aufgestellt werden; es werde zu internen Verschiebungen kommen.

Dass der bald 47-Jährige, verheiratet und Vater einer zwölfjährigen Tochter, wohl auch als Privatmann öfter mit der Gemeinde in Verbindung gebracht werden wird, „damit muss ich leben“. Doch es gelte, irgendwo eine Grenze zu ziehen. Ausgleich sucht und findet der Verwaltungsbeamte neben der Familie vor allem im Sport - beim Mountainbiken, Berglaufen, Skitourengehen und Langlaufen. Da verwundert es nicht, dass sich Ostler ehrenamtlich auch in diesem Bereich engagiert: Er ist seit vier Jahren Vorsitzender von „Ammertal Sportiv“; der Verein fördert den Breitensport im Ammertal.

Ludwig Hutter

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