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Der Antrag auf Budget-Obergrenze für Passion 2020 wurde nicht behandelt.

Blitzvorstoß bei Gemeinderatssitzung

Passionsspiele: Markus Köpf bremst Freie Wähler aus

Oberammergau - Schwarz düpiert gelb: Der Show-Down in Sachen Budget für die Inszenierung der Passionsspiele blieb aus - wegen eines vermeintlichen polittaktischen Geniesstreichs eines CSU-Rates.

Als überaus diskutierfreudig, vor allem in der laufenden Kommunalwahlperiode, gilt der Oberammergauer Gemeinderat. Da wird jedes Wort drei-, viermal umgedreht und gewendet, ehe es schwarz auf weiß im Protokoll steht. Auf eine lange, intensive und auch kontroverse Diskussion hatten sich die wenigen interessierten Zuhörer bei der Sitzung am Mittwochabend im Ammergauer Haus eingestellt. Der Antrag der Freien Wähler zur „Deckelung des Budgets für die Passionsspiele 2020“ barg Zündstoff in sich, sollte damit doch Spielleiter Christian Stückl Fesseln in Bezug auf die Kosten für seine Inszenierung angelegt werden. Maximal sieben Millionen Euro wollen die Gelben dem Leitungsteam an Ausgaben zugestehen.

Als Bürgermeister Arno Nunn den zweiseitigen Antrag verlesen hatte, erwartete jeder einen Showdown zwischen Stückl-Unterstützern und Stückl-Skeptikern. Dann passierte – nichts! Binnen kürzester Zeit war der Antrag vom Tisch, unbehandelt. Zurück blieben nur staunende Gesichter in der Ratsrunde.

Verantwortlich dafür war Markus Köpf von der CSU – ihm gelang ein polittaktischer Geniestreich. Ehe FW-Fraktionschef Ludwig Utschneider den Antrag auch noch einmal verbal ins rechte Licht rücken konnte, stellte Köpf einen Antrag zur Geschäftsordnung, verbunden mit sofortiger Beschlussfassung, nämlich das Ansinnen der Gelben nicht zu behandeln. Begründung: Es sei zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, Entscheidungen über eine Budgetierung zu treffen, da es noch zu viele Unbekannte gebe und auch die entsprechenden Verträge noch nicht verabschiedet seien. Verwunderung, wohin man blickte – und Schockstarre bei den Antragstellern.

Bürgermeister Nunn blieb nichts anderes übrig, als abstimmen zu lassen: Mit 14:5-Stimmen wurde der Antrag zur Geschäftsordnung angenommen, und eine zweite Abstimmung, das Passions-Budget für 2020 jetzt schon auf sieben Millionen Euro zu deckeln, endete mit einer deutlichen Abfuhr (6:13) für die Antragsteller. Mit den fünf Räten der Freien (Utschneider, Fux, Götz, Held, Kratz) hatte nur noch Florian Schwarzfischer von der BIO-Liste gestimmt.

Nach ein paar Sekunden, die er brauchte, um die Fassung wieder zu erlangen, erklärte der FW-Chef, dass man es seiner Gruppierung nachsehen möge, „wenn wir diese Behandlung unseres Antrags entsprechend kommentieren werden“. Er sei stark verwundert, wie sich das Gremium einer notwendigen und offenen Diskussion auf diese Weise entziehen könne. Keine Frage: Die Gelben fühlten sich durch Köpfs Blitz-Vorstoß brüskiert.

In einer schriftlichen Stellungnahme hatte zuvor Werkleiter Walter Rutz erklärt, dass es ihm zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich sei, ein seriöses und belastbares Zahlenwerk, sprich’ eine Budget-Aufstellung, zu präsentieren. Bei der letzten Passion sei die Budgethöhe erst im Sommer 2008 vom Gemeinderat festgelegt worden.

Übrigens: In Folge der Pleite um den ersten Antrag zog FW-Gemeinderat Michael Fux gleich anschließend Konsequenzen. Noch bevor der Bürgermeister das zweite Gesuch der Freien Wähler (Beschleunigung der Passionsvorbereitungen) verlesen wollte, meldete Fux umgehend sein Rederecht an. Sicher ist sicher.

Ludwig Hutter

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