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„Nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort“: Yildiz Pekhamarat (r.) bereitet das Frühstück für die Kinder zu. Die neue Ausgabe haben sich (ab 2.v.r.) Vize-Schulleiterin Christl Burger-Proksch, Verbindungslehrer Sebastian Unterstein, Werner Sappa vom Förderverein, Hausmeister Hüseyin Pekhamarat und Schulleiterin Stefanie Schmidt angeschaut.

Bewerbung um Fördermittel geplant

Grund- und Mittelschule führt Schüler-Frühstück ein

Oberammergau - Erst Frühstück, dann Unterricht: Die Grund- und Mittelschule Oberammergau hat ein neues Angebot ins Leben gerufen. Eins, das satt macht.

Erst mal ankommen, sich bei einen warmen Tee und einem Marmeladenbrot für den Tag stärken: Diese Möglichkeit steht seit dieser Woche allen 320 Buben und Mädchen an der Grund- und Mittelschule in Oberammergau kostenlos zur Verfügung. „Wir wollen nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort sein“, unterstreicht Rektorin Stefanie Schmidt. Ihr geht es  aber nicht nur um eine entspanntes Umfeld. Das Schüler-Frühstück hat einen ernsten Hintergrund.

Denn es gibt viele Kinder, die morgens mit leerem Magen aus dem Haus gehen. Schmidt schätzt, dass das bei zwei Schülern pro Klasse der Fall ist. „Also bei zehn Prozent.“ Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Zum Beispiel kommt es vor, dass es in einer Familie morgens unstrukturierter als bei anderen zugeht, regelmäßige Mahlzeiten fehlen, oft verschlafen wird oder dass die Eltern einfach schon aus dem Haus sind. „Wir wollen mit dem Frühstück auf veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen eingehen“, sagt die Rektorin. Der neue Frühstücksraum steht aber auch den Schülern zur Verfügung, die mit dem Bus schon früh in Oberammergau ankommen. Und natürlich kann sich auch ein Mitglied des Lehrerkollegiums, das es auch nicht geschafft hat, daheim zu frühstücken, im Schulcafé stärken: Es gibt auch Wurst- und Käsesemmeln zum Selbstkostenpreis, für die ein Euro zu zahlen ist.

Die Finanzierung des neuen Angebots für die Erst- bis Neuntklässler hat der Förderverein übernommen. Und der langjährige Rektor Werner Sappa hat starke Partner an seiner Seite: die Sparkasse und Raiffeisenbank unterstützen das Projekt ebenso wie das Oberammergauer Modehaus Haag und die Sternapotheke. Allen ist dabei wichtig, dass Backwaren und der Aufschnitt aus der Region stamme. Und nicht etwa Billigwaren vom Discounter sind. Die gute Seele, die den Buben und Mädchen ab 7.30 Uhr für eine Stunde das Frühstück zubereitet, ist Hausmeister-Gattin Yildiz Pekhamarat. Sie erhält für ihre Arbeit etwa 300 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Lebensmittel.

Wie Schmidt erklärt, möchte sie sich um Fördergelder für das besondere Schulprojekt bewerben. Laufen soll es erst einmal probeweise. „Ich hoffe“, sagt die Rektorin, „dass wir bis Juli durchhalten“.

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