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Vor der Klosterpforte posierten die Ettaler Abiturienten nach dem Festgottesdienst.

Die nächsten Herausforderungen warten

Gymnasium Ettal: 43 von 45 Schülern bestehen Abitur

Ettal - Sie haben das Zwischenziel auf dem Weg zum Gipfel erreicht: 43 Schüler des Gymnasiums Ettal haben ihr Abiturzeugnis erhalten.

Natürlich: Stolz können die Schüler sein. Und natürlich können und sollen sie ordentlich feiern und den Moment in vollen Zügen genießen. Danach aber warten viele Herausforderungen, an die die Abiturienten des Gymnasiums Ettal gleich mehrere Redner bei der feierlichen Verabschiedung erinnerten. Ein „Zwischenziel“ auf dem Weg zum Gipfel haben sie erreicht, das Abitur sei „nur eine Stufe“, aber eben noch nicht das Ende des Weges im Leben, hieß es von mehreren Seiten. An diesem Samstagvormittag freilich überwogen nicht die Gedanken an die Zukunft, sondern die Freude über das Erreichte. 43 der 45 Prüflinge erhielten aus der Hand von Schulleiter Hubert Hering ihre Zeugnisse, nachdem seine Stellvertreterin Stefanie Maier jeden Schüler mit persönlichen Worten verabschiedet hatte.

Seine Rede hatte Hering dem Thema „Respekt“ gewidmet. Ernst räumte er ein, dass es auch an der Ettaler Schule Situationen gebe, in denen der nötige Respekt vor dem Gegenüber fehle. Aus einer externen Evaluation, für die Schüler, Eltern und Lehrer befragt wurden, „ergab sich der respektvolle Umgang miteinander als ein wesentliches Handlungsziel und Schwerpunkt unserer künftigen Arbeit“, sagte der Schulleiter. Schließlich sei gegenseitiger Respekt „Basis und Voraussetzung für eine wirklich erfahrbare Gemeinschaft“.

Auch Hering blickte in die Zukunft und wünschte den Abiturienten, dass sie „wach und aufmerksam für die Herausforderungen bleiben, die in Studium, Ausbildung und Privatleben auf euch zukommen – voller Vertrauen auf Gott, den eigentlichen Bergführer eures Lebens“.

Finstere Zukunftsprognosen erwähnte Mutter Dr. Doris Maier. Im selben Atemzug aber appellierte sie an die Schüler, sich davon nicht entmutigen zu lassen. „Gestaltet aktiv eure Zukunft und bleibt euch dabei selber treu.“ Sie zeigte sich überzeugt: Die jungen Frauen und Männer sind dafür bestens gerüstet. Bewusst hätten sich die Eltern für Ettal entschieden, weil schon am Schnuppertag klar wurde, dass „größter Wert auf Zusammengehörigkeit“ gelegt werde. „Ihr habt euch am Campus Ettal stets als Individuum angenommen gefühlt. Ihr habt euch hier immenses Wissen angeeignet.“

Das Gefühl der Gemeinschaft hoben auch Felizitas Löffler und Sebastian Enders im Namen der Schüler hervor, die sich in der Schule „zuhause“ fühlten. „Viele, verschiedene Typen schafften es am Ende, sich als Weggefährten zu präsentieren.“ Mehr noch: Enders zeigte sich überzeugt davon, dass sich während der Schulzeit „Freundschaften fürs Leben“ entwickelt haben. Und sie machte deutlich: Auch die Schüler sind sich dessen bewusst, dass noch große Aufgaben warten. Nun heiße es, sich realistische Hürden zu setzen, „an deren Überwindung wir nicht zu Grunde gehen, sondern aufgehen mit unserem ganzen Wesen“, schloss Löffler die Rede.

Mit ihrem Wesen haben sich einige Absolventen während ihrer Schulzeit hervorgetan. So überreichte Frater Gregor Beilhack den Abt-Placidus-Preis an Matthias Strobl (kulturelles Engagement), Benno Olbrich (soziales Engagement) sowie an die Gruppe der Schülerlotsen. Maximilian Seller freute sich über den Pater-Stephan-Schaller Preis für seine Darstellung des „Kalchas“ in Peter Hacks „Die schöne Helena“. Am Tag der Verabschiedung überzeugte zudem Benno Olbrich: Er sang zu den Klängen der Bigband, die mit dem Schulorchester die musikalische Umrahmung übernahm, „New York, New York“.

Michaela Feldmann-Kirschner

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