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Teures Grün: Für den Kunstrasenplatz am Gröben soll die Gemeinde nun 40 000 Euro nachschießen.

Kunstrasenplatz am Gröben

„Die Volksseele kocht“

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Garmisch-Partenkirchen - Einen Finanzierungslücke hat sich beim Kunstrasenplatz am Gröben aufgetan - und die soll die Gemeinde schließen. Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen hat nun seine Nachforderung auf 40 000 Euro modifiziert.

Ziemlich schwarz schaut sie aus die Zukunft des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Zumindest die, die momentan in sozialen Medien gemalt wird. Lasse die Gemeinde den Verein auf der Finanzierungslücke für den Kunstrasenplatz am Gröben sitzen, „dann gehen wir kaputt“. Die Hauptverantwortliche für die Misere macht der Verfasser schnell aus: Dr. Sigrid Meierhofer kam an die Macht „und ist nun der Meinung, dass wir noch 50 000 Euro zahlen sollen“. Was ein Trainer des Fußballclubs hier der Bürgermeisterin (SPD) in seinem Facebook-Post vorhält, bezieht sich auf das Geld, das für den Kunstrasen fehlt. Der ist tatsächlich teurer geworden, als in der ursprünglichen Kalkulation angenommen. Auf genau die bezieht sich aber die Vereinbarung zwischen Markt und Verein. Statt der darin veranschlagten 634 860 beläuft sich die Schlussrechnung nun auf 702 797 Euro. Und deshalb beantragte der Club, der seinen Anteil daraufhin ebenfalls aufstockte, dass der Markt für die noch fehlenden 50 000 Euro aufkommen soll.

Aus dem Rathaus heißt es: Das sei keine Angelegenheit der Gemeinde, die die vertraglich vereinbarten 402 311 Euro längst gezahlt hat. Nein. Der Fehlbetrag sei einzig und allein Sache des Fußballclubs. „Darüber hinausgehende Mehrkosten sind - entsprechend der Vereinbarung - ausschließlich vom 1. FC zu tragen“, stellt Meierhofer die Sachlage auf der Homepage des Marktes noch einmal klar. Fehlinformationen, die im Ort und in sozialen Medien kursieren, veranlassten sie zu diesem Schritt. Sollte die Gemeinde dem Verein nun helfen, so bedeute das einen freiwilligen Zuschuss. Und darüber entscheidet der Gemeinderat am Mittwoch, 20. Januar (19 Uhr im Rathaus).

Nachdem ein Votum Mitte Dezember vertagt worden war, um zusätzliche Informationen über die finanzielle Situation der Fußballer zu bekommen und zudem Lösungsvorschläge zur gemeinsamen Deckung dieser 50 000-Euro-Lücke zu erhalten, geht es jetzt nur mehr um 40 000 Euro. „Nach längeren Überlegungen, wie wir eine Erhöhung der Eigenbeteiligung überhaupt stemmen können, haben wir uns entschlossen, weitere 10 000 Euro für das Objekt Kunstrasenplatz aufzubringen“, heißt es in dem neuen Antrag von FC-Präsident Siegfried Riesch. „Durch Spenden und erhebliche Reduzierungen im Bereich unserer Jugendarbeit, die wir im Sinne der Kinder und Jugendlichen nur schweren Herzens vornehmen wollen, können wir diese Summe aufbringen.“ Sein Dilemma: Er und seine Mitstreiter haben sich auf Zusagen des früheren Bürgermeisters Thomas Schmid (CSB) verlassen, der stets informiert gewesen sei, dass das Projekt um die 700 000 Euro kosten wird. Einen Beleg dafür sieht Riesch darin, dass im Haushaltsplan 2014 - noch unter Schmids Hoheit erstellt - Mehrkosten von 60 000 Euro standen. „Nachdem wir die Schlussrechnungen aber erst im Lauf des vergangenen Jahres bekommen haben, konnten wir das Geld nicht abrufen.“

Die Diskussion in einer Woche dürfte spannend werden. Etliche Mitglieder des Gremiums rechnen mit einer sehr knappen Entscheidung. Was vielen Kommunalpolitikern sauer aufstößt, ist die Art und Weise, wie hier versucht werde, ihre Entscheidung zu beeinflussen. Gerade in sozialen Medien. „Mir ist unbegreiflich, wie solche falschen Informationen kursieren können“, sagt Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen). „Weltfremd“ findet er zudem, sich auf mündliche Zusagen zu verlassen. Auch Elisabeth Koch (CSU) hält dieses Vorgehen und insbesondere „derart diffamierende Posts im Internet für wenig zielführend“. Meierhofer wird sogar noch deutlicher: Was hier verbreitet wurde verbunden mit dem Aufruf, geballt in der Sitzung zu erscheinen, „klingt für mich nach Erpressung. Aber das müssen die Gemeinderatsmitglieder selbst entscheiden, ob sie das so bewerten.“ Von dem, was Eltern, Trainer oder andere kund tun, distanziert sich Riesch ganz klar. „Die Volksseele kocht, das hat eine Eigendynamik angenommen“, räumt er ein. „Dafür übernimmt der Verein aber keine Verantwortung.“ Ihm liegt einzig daran, dass die Erhöhung des Baukostenzuschusses abgesegnet wird.

Rückendeckung erhält er von Claudia Zolk (CSB) - „man kann den Verein jetzt nicht hängen lassen“ - und Martin Schröter (FDP). Der Liberale stellt gar einen eigenen Antrag, dem 1. FC die weitere finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Nachdem dieser Punkt aber bereits auf der Tagesordnung steht, erklärte Meierhofer seinen Antrag für „obsolet“. Und das brachte wiederum Schröter auf die Palme, der droht: „Sollten Sie auf Ihrer Meinung bestehen, werde ich öffentlich Rechtsaufsichtsbeschwerde einlegen.“ Dass sein Vorstoß dem entspricht, was unter Punkt 5 eh schon zur Debatte steht, scheint ihm egal zu sein.

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