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Künftig müssen Vereine Nebenkosten zahlen, wenn sie das Haus des Gastes mieten.

Gemeinderat erlässt Richtlinie

Mehr Transparenz bei Kohlgruber Vereinsförderung 

Bad Kohlgrub – Eine einheitliche Regelung soll des künftig bei der Förderung von Vereinen in Kohlgrub geben. Die neue Richtlinie ist aber nicht umunstritten. 

Der eine zahlt viel, ein anderer weniger und mancher sogar gar nichts: So beschreibt Bad Kohlgrubs Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) das bisherige Vorgehen, wenn es um die Vermietung von gemeindeeigenen Räumen an Vereine ging. Zudem war bei der Zuschuss-Vergabe grundlegend wenig geordnet. „Man hat recht wirr umeinandgefördert“, sagte der Rathaus-Chef im Gemeinderat. In der Sitzung ging es nun um eine Richtlinie, mit der die kritisierten Zustände beendet werden sollen. Doch die hat für einige Diskussionen unter den Lokalpolitikern gesorgt.

Auch habe es in den vergangengen Monaten, als die Neuregelung im Ausschuss vorberaten wurde, Reichert zufolge viel Gerede und gar „Panikmache“ im Dorf gegeben. Völlig unbegründet, wie er findet. Denn die Richtlinie „schafft mehr Gerechtigkeit. Jeder weiß zukünftig, woran er ist.“ Dabei gehe es nicht darum, irgendetwas zusammenzustreichen oder generell Unterstützung zu verweigern. Etwa 40 000 Euro gibt die Gemeinde pro Jahr an ihre Vereine. Und daran soll sich nichts ändern.

Vielmehr ist das Ziel, die Abläufe besser zu regeln. So müssen Zuschuss-Anträge bis zum 31. Oktober für das Folgejahr gestellt werden. Der schriftliche Antrag soll auch den letzten Kassenbericht und eine Bescheinigung des Dachverbandes über die Mitgliederzahlen enthalten. Grundsätzlich wird klargestellt: „Die Gemeinde gewährt nur Zuschüsse für beantragte Projekte und Vorhaben.“ Nicht etwa für laufende Sach- und Personalkosten. Geregelt wird mit der Richtlinie auch der Umgang mit den gemeindeeigenen Gebäuden und Räumen. Diese werden mietfrei allen Vereinen zur Verfügung gestellt. In der Zukunft müssen sie sich aber an den Heiz-, Strom- und sonstigen Betriebskosten beteiligen. Für gemeinnützige Vereine sind das ein Euro pro Quadratmeter, für alle anderen 1,50 Euro. Und: Hat sich ein Verein am Bau des Hauses durch Eigenleistungen eingebracht, werden diese angerechnet. „Wer fleißig ist, zahlt also weniger“, betonte Reichert.

Worte, die Albert Stichaner (Freie Wähler) wenig gefallen haben. Er stellte den Sinn und Zweck der Richtlinie in Frage. „Wir kommen dadurch in eine Not, die wir nicht brauchen.“ Zum einen wegen des Bürokratie-Aufwandes, zum anderen wegen der Folgen. „Das finde ich überhaupt nicht gut“, sagte der Freie Wähler mit Blick auf das in Rechnung stellen von Nebenkosten. Er befürchtet nämlich, dass viele Vereine dann keine Feste, Aufführungen oder Konzerte mehr auf die Beine stellen. „Dabei belebt jede Veranstaltung den Ort.“ Und Stichaner fragt sich, ob das neue Förder-System in der Praxis leicht umzusetzen ist. „Ich kann mir vorstellen, dass es mehr Probleme gibt als vorher.“

Prompt wurde ihm von Andreas Wojciak (Neue Liste) Stimmungsmache vorgeworfen. „Man kann blockieren“, sagte er. Oder man versuche die Gemeinde dabei unterstützen, sich neu zu orientieren. „Wir haben es künftig besser in der Hand und ein Instrument zum Regulieren“, sagte er zu dem angestrebten, gerechten Verteilungssystem.

Das sah am Ende die Mehrheit des Gemeinderates auch so: Die Richtlinie wurde mit 12:2-Stimmen beschlossen. Sie gilt ab dem 1. April 2017. Bevor es soweit ist, will Bürgermeister Reichert alle Vereine im Dorf über die Neuerungen informieren.

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