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Futter für den Automaten: Metzgermeister Sebastian Gerold füllt seine Anlage auf.

Innovativer Metzgermeister

Wurst und Fleisch per Knopfdruck

Oberammergau - Gewusst wie: Metzgermeister Sebastian Gerold aus Oberammergau beliefert seine Kunden rund um die Uhr mit frischer Ware – mit Hilfe eines Wurst-Automaten.

Die Gewitterwolken haben sich verzogen. Unerwartet steht am Sonntagabend ein Grillfest ins Haus. Leider ist der Kühlschrank leer. Im Ammertal kein Problem: Denn da hilft kurzentschlossenen Gastgebern ein „Wurst-Automat“ aus der Verlegenheit. Um dem Partyvolk die Feierlaune nicht zu verderben, legt Metzgermeister Sebastian Gerold (33) sonn- und feiertags sogar häufig Sonderschichten ein.

Denn das Selbstbedienungsangebot hat sich herumgesprochen. Sogar über die Landkreisgrenzen hinaus. Das merkt der Geschäftsmann an den Autokennzeichen vor seinem Laden an der Verlegergasse in Oberammergau, wenn er wieder einmal vom Fußballplatz, wo er für den heimischen TSV kickt, herbei eilt, um den Container mit der integrierten Kühlung aufzufüllen.

Rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, können sich Leute, wenn sie der große Hunger überfällt, mit Frischfleisch und Würsten aller Art versorgen. 20 Produkte hält Gerold in seinem Automaten bereit, von den Grillklassikern wie Wammerl und Schweinehalsgrat über verschiedenerlei Bratwürste in diversen Marinaden bis hin zu Weißwürst’, Landjägern und Kaminwurz. Beilagen wie Kartoffel- und Nudelsalat gibt es auch.

Eine vierstellige Summe hat der junge Unternehmer vor einem Jahr in die Anlage gesteckt. „Eine absolut lohnende Investition“, sagt er heute. Der Automat trägt sich selbst. Der Hersteller liefert gleich eine App mit, die dem Metzger ermöglicht, über das Handy oder Internet nachzuschauen, was fehlt und was noch vorhanden ist. Immer hat er den kompletten Überblick. Praktischerweise hat Gerold die fleischausspuckende Maschine gleich neben seinem Geschäft im Garagentor integriert. „An schönen Tagen kommt es vor, dass ich am Sonntag drei- bis fünfmal nachfüllen muss“, sagt er und freut sich über das zusätzliche Geschäft.

Der Automat ist für beide Seiten ein Gewinn. Konsumenten können spontan außerhalb der Geschäftszeiten einkaufen. Und dem Ladenbesitzer bringt das Angebot neue Kunden, die sich sonst eher im Supermarkt mit Fleisch eindecken. „Der Werbeeffekt ist deutlich zu spüren“, sagt Gerold. Er ist davon überzeugt, dass immer mehr Kollegen auf diese Vertriebsart zurückgreifen werden.

„Die Bedienung ist für den Kunden kinderleicht“, meint Gerold und beschreibt, wie’s funktioniert. Der Wurst-Service ist nach dem selben System wie ein Getränke-, Snack- oder Zigaretten-Automat konzipiert. Der Kunde sieht die Ware hinter Glas, abgewogen, vakuumverpackt in Schalen und mit dem Preis auf dem Etikett. Er wirft einen Schein oder Münzen ein und drückt die gewünschte Nummer. Die Bedienung geschieht vollautomatisch. „Ein Aufzug führt auf die Etage und transportiert die Ware auf einem kleinen Förderband zur Produktausgabe.“ Voila, der Grillspaß kann beginnen.

Nach einem Jahr Erfahrung mit der neuen Errungenschaft kennt Gerold seine Kundschaft. Auch Einkäufer in besseren Jahren, die sich eigentlich lieber bedienen lassen, sind von dem Rund-um-die-Uhr-Service angetan. „Das hab’ ich schon am Anfang gemerkt, wenn ich den Automaten programmiert oder eingeräumt hab“, berichtet der zufriedene Ammertaler: „Da hat die ältere Generation höchst interessiert zugeschaut."

Eva Stöckerl

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