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Stark geschrumpft ist die Wasseroberfläche des Biotops am nördlichen Ortseingang von Oberammergau.

Einst war er ein Schmuckstück

Oberammergau und sein ungeliebter Tümpel

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Oberammergau - Das ist keine Visitenkarte für einen Tourismusort: Der kleine Weiher an der nördlichen Einschleifung von Oberammergau wächst immer mehr zu. Die Ämter fühlen sich für die Pflege nicht zuständig.

Bei Einweihungs- und Eröffnungsfeiern werden häufig wohlklingende Worte gewählt. Das war am 2. Dezember 1989 nicht anders, als nach nur zweijähriger Bauzeit die Umgehungsstraße in Oberammergau ihrer Bestimmung übergeben wurde. In diesem Zug hatten die Planer auch einen kleinen Weiher, ein Biotop, an der nördlichen Einschleifung in die Umfahrung angelegt – „ein Schmuckstück“, wie es damals hieß. Inzwischen ist aus der Natur-Oase ein unansehnlicher Tümpel geworden, der immer mehr zuwächst und um dessen Pflege sich niemand schert. „Keine Visitenkarte für einen Tourismusort wie Oberammergau“ – so formulierte es jetzt im Bauausschuss Michael Fux von den Freien Wählern.

Fraktionskollege Karl-Heinz Götz hatte das Thema aufgegriffen, dieses Biotop am nördlichen Ortseingang neu zu gestalten. Die Verwaltung nahm daraufhin Kontakt mit dem zuständigen Straßenbauamt auf, doch dort sieht man offenbar keine Verpflichtung einzugreifen. Die Pflege der Fläche, die sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland befindet, beschränke sich nach Aussage des Amtes auf Mäharbeiten und Unratbeseitigung. Mehr könne man aus Kostengründen nicht machen. Auch das Landratsamt sprach in einer Stellungnahme die Straßenbaubehörde von der Pflicht zur Instandhaltung frei: Das Biotop sei damals nicht als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme angelegt worden und von daher gebe es auch keine rechtliche Vorgabe zur späteren Pflege.

Beide Ämter spielen den Ball weiter zur Gemeinde Oberammergau: Wenn die sich an der Optik störe, müsse sie auch für die Kosten einer Neugestaltung aufkommen. Schon einmal, im Frühjahr 2001, hatte die Kommune an dem Teich Ausräumarbeiten und Pflegemaßnahmen veranlasst und war dann auf Ausgaben in Höhe von 13 000 Euro sitzengeblieben. Dies würde ihr auch jetzt wieder blühen, wenn sie den Zustand des Biotops verbessern möchte.

Eine klare Linie vertraten die Bauausschussmitglieder in der Diskussion: Eugen Huber (Mit Augenmaß) sieht in der momentanen Situation „eine reine Schönheitsgeschichte“, die keine Ausgaben rechtfertige. Dominikus Zwink (Engagierte Bürger/-innen) fragte „San da überhaupt Tiere drin?“, während Katharina Floßmann (Frauenliste) findet, „dass ein Biotop halt Natur ist und deswegen auch so ausschauen darf“. Peter Held (Freie Wähler) fänd’s am besten, den Tümpel kurzerhand „mit einer Planierraupe zuzuschieben“. Helds Vorschlag („Wenn wir was ändern wollen, müssen wir die Fläche kaufen“) sei es nach Ansicht von Bürgermeister Arno Nunn nicht wert, aufgegriffen zu werden. Eugen Huber ergänzte: „Hier handelt es sich definitiv um ein Biotop. Wenn wir es zuschütten, müssen wir vielleicht woanders einen anderen Tümpel schaffen. Das würde dann schon zu weit führen.“

Nach diesem Gedankenaustausch kam der Bauausschuss zu dem Ergebnis, den Status Quo zu belassen. In ein paar Jahren, wenn das Biotop ganz zugewachsen sein wird, dürfte ohnehin keinem Volksvertreter mehr eine Renaturierung in den Sinn kommen, weil es dann nicht mehr zu sehen ist . . .

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