Gewinn aus dem Paket wird  geringer ausfallen

Passion 2020: Arrangement-Beschluss in der Kritik

Oberammergau - Nun doch: Für die Passion 2020 kommen Arrangements auf den Markt. Markus Köpf (CSU) befürchtet allerdings , dass man damit einen „Blanko-Scheck“ für die Ausschreibung erteilt hat.

Es war die Überraschung der vergangenen Woche: Hinter verschlossenen Türen hat sich der Oberammergauer Gemeinderat von seinem eigenen Beschluss, dass die Gemeinde bei der Passion 2020 nur Tickets verkauft, verabschiedet. Nun sollen es doch wieder Arrangements sein. Eine Entscheidung, mit der Markus Köpf nicht so ganz glücklich ist. Wie der CSU-Vertreter im Bauausschuss sagte, kommt es ihm so vor, als habe man einen „Blanko-Scheck“ für die Ausschreibung erteilt. „Ich habe kein gutes Gefühl.“

So weit geht es bei Arno Nunn (parteifrei) zwar nicht. Der Bürgermeister hätte aber gern bei der für den 10. August geplanten Gemeinderatssitzung über Details gesprochen. „Es wurde aber anders entschieden.“ Das heißt: Für den weitreichendsten Beschlussvorschlag – die Ausschreibung eines Dienstleitungsauftrags für einen Vertriebspartner – gab es eine Mehrheit. Deshalb wurde die Sitzung nächste Woche gestrichen. Nunn schließt nicht aus, das sich der Gemeinderat noch einmal mit dem Thema beschäftigt – sollte dies inhaltlich notwendig sein. Wobei er aber im Ausschuss erklärte, dass „gewisse Prämissen ja gegeben sind“.

Demnach wird es unter dem Eigenbetrieb Kultur eine neue GmbH für den Verkauf der Passions-Pakete geben. Dafür, dass sich die Verantwortlichen nun doch für dieses System und nicht den reinen Kartenverkauf entschieden haben, gibt es laut Walter Rutz einen Hauptgrund: niedrigere Preisvorstellungen.

Der Werkleiter erinnert daran, dass ein Arrangement bei der Passion 2010 – bestehend aus Theaterticket, zwei Übernachtungen und Restaurantbesuchen – 635 Euro gekostet hat. Für die Passion 2020 sollte der Preis zwischen 680 und 700 Euro liegen. Zu hoch, wie der Werkleiter immer wieder betont hatte. Seiner Ansicht nach ließe sich ein solches Paket vielleicht noch in den USA, nicht aber auf dem deutschsprachigen Markt verkaufen. Deshalb wurde das Risiko für die Gemeinde, auf den Arrangements sitzenzubleiben, als zu hoch eingeschätzt. Mit dem neuen Preisangebot der Hoteliers sei das anders. Demnach werde nun mit 549 Euro für ein Zwei-Tages-Paket und mit 399 Euro bei einer Übernachtung kalkuliert. „Es steht aber noch nicht sicher fest, ob alle Hoteliers dabei mitmachen werden“, erklärte Nunn.

Sicher sei hingeben, dass der Gewinn, den die GmbH durch den Arrangement-Verkauf macht, wohl geringer sein wird. Zum einen deshalb, erklärte Rutz, weil die durchschnittliche Bearbeitungsgebühr nicht mehr wie bei der Passion 2010 bei 74 Euro liegt. Zum anderen werden auch die Stornierungsgebühren geringer ausfallen. Auf den Markt kommen insgesamt 250 000 Tickets als Arrangements. Der Verkauf beginnt im kommenden Jahr. Erst 2019 folgen die Einzelkarten.

Rubriklistenbild: © arno declair

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