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Sie setzen sich für einen Fahrstuhl ein: Bürgermeister Michael Gansler (l.), Gemeinderätin Manuela Schmid sowie die VdK-Vertreter Christian Langmesser.

Investition würde 50.000 Euro kosten

Rathaus Unterammergau soll barrierefrei werden

Unterammergau - Die VdK-Aktion „Weg mit den Barrieren“ kommt an. Unterammergaus Bürgermeister Michael Gansler schmiedet schon erste Pläne. Im Sinn hat er einen Aufzug fürs Rathaus. 

Wer heutzutage einen Personalausweis beantragt, der muss seinen digitalen Fingerabdruck abgeben. Ein Umstand, der in Unterammergau zu einem großen Problem für Menschen mit Gehbehinderung führt. Denn: Das Gerät befindet sich im ersten Stock des Rathauses und ist nach Worten von Mitarbeiterin Sabine Kruckenfellner nicht mobil verwendbar. Wer es also nicht die Treppen hinauf schafft, muss zum Verwaltungspartner nach Ettal gebracht werden, wo auch Rollstuhlfahrer ins Rathaus fahren können. Geht es nach Bürgermeister Michael Gansler (FDU) soll sich dieser Missstand schnell ändern.

„Wir werden im Gemeinderat in den nächsten Wochen über einen Aufzug sprechen“, kündigt Gansler an, der sich auch im Sozialverband VdK engagiert. Dieser hat sich in diesem Jahr das Motto „Weg mit den Barrieren“ auf die Fahnen geschrieben und schickt seinen Berater in die Gemeinden. Im Ammertal ist die Christian Langmesser aus Graswang, der die Orte unter die Lupe nimmt und Gespräche sucht.

Wie er bei einem Pressetermin in Unterammergau betont, geht es ihm nicht nur um Menschen, die im Rollstuhl sitzen. „Jeder kann einen Unfall haben.“ Und plötzlich vor Barrieren wie Stufen oder ganzen Treppen stehen. „Das ist ein Thema, das uns alle angeht. Zumal die Gesellschaft immer älter wird.“

Unterammergau schon in gewisser Weise gut vorgearbeitet. „Immerhin haben wir drei öffentliche, behindertengerechte WCs“, unterstreicht Gansler. Zu finden sind diese im Musikpavillon, im Pfarrsaal und in der Wetzstoa-Stubn. Gerade bei letzterer sei beim Umbau nicht gleich an einen freien Zugang gedacht worden. Eine Bürgerin habe sich bei der Gemeinde gemeldet und darauf hingewiesen, erzählt Gansler.

Bei gemeindlichen Gebäuden sei es einfach, aktiv zu werden, bei Privateigentum nicht. Langmesser spricht die Arztpraxis an, die nur über Stufen erreichbar ist. „Davor stehen dann oft einige Rollatoren.“ Der Bürgermeister plant deshalb, entsprechende Gespräche zu führen.

Und auch mit seinen Gemeinderäten gebe es noch einiges abzuklären, wenn es um seinen und den Herzenswunsch von Manuela Schmid geht. Sie ist Fraktions- und VdK-Kollegin Ganslers und teilt seine Forderung nach einem Aufzug. Für diesen würde es im dem geräumigen Treppenhaus im Verwaltungssitz genug Platz geben: direkt in der Mitte.

Schon im vergangenen Jahr sei über die Installation gesprochen worden, ohne konkrete Ergebnisse. Nun hat sich Gansler nochmal schlau gemacht: Etwa 50 000 Euro müsste die Gemeinde investieren. Derzeit erkundigt sich die Verwaltung nach Zuschuss-Möglichkeiten. Gansler will das Thema aber noch vor der Sommerpause auf die Tagesordnung setzen. Er weiß, dass nicht alle im Gremium von der Notwendigkeit eines Aufzugs überzeugt sind. Vielleicht hatten die Skeptiker das Glück, dass ihnen noch nie etwas passiert ist. Sie noch nie mit Krücken vor den vielen Stufen in den ersten Stock standen. Und damit vor einer schweren Aufgabe.

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