Mittendrin im Löwenrudel: Andreas Geipl (vorne 2. v. l.) trainiert mit dem Profikader des TSV 1860 München an der türkischen Riviera und stellt sein Talent eindrucksvoll unter Beweis. foto: sampics

Auf dem Sprung in den Profikader

Bad Kohlgrub - Das Trainingslager des TSV 1860 in der Türkei war für Andreas Geipl die große Chance - und der Bad Kohlgruber hat sie genutzt. Jetzt wird’s spannend: Geipl erwartet Nachricht, ob er ins Profikader kommt.

Im Auge des Tornados soll es ja bekanntlich am ruhigsten sein. Eine Weisheit, die von der Zweitligamannschaft des TSV 1860 München derzeit im Trainingslager in Belek/Türkei aufs Genaueste überprüft wird. Im und um den Klub tosen seit Wochen die schlimmsten Unwetter, hier ein Blitz, dort ein Donner, Investor gegen Präsident, die Posse um Doch-Nicht-Trainer Sven Göran Eriksson, dazu noch der Ärger mit dem Tierschutz, der den Besuch der Löwen im örtlichen Delfinarium scharf kritisiert hatte - ein Irrsinn ist das, was bei den Löwen derzeit mal wieder abgeht.

Routiniers wie Benny Lauth und Daniel Bierofka lassen sich davon nicht mehr schocken, sie haben oft genug erlebt, was dieser seltsame Verein für Saltos schlagen kann. Für einen Nachwuchsspieler wie Andreas Geipl hingegen ist es eine neue Erfahrung. „Natürlich kriegt man das mit“, sagt der 20-jährige Mittelfeldkämpfer aus Bad Kohlgrub, schließlich ist das Hotel auch in Sachen Internet bestens ausgestattet. „Aber wir konzentrieren uns aufs Wesentliche, auf den Fußball. Damit sind wir genügend ausgelastet.“

Für Geipl, eigentlich Führungsspieler im Regionalliga-Team der Löwen, ist das Trainingslager an der türkischen Riviera die große Chance, näher an den Profikader heranzurücken. Bisher schlägt er sich wacker, Trainer Alexander Schmidt lobt die kraftvoll-dynamische Spielweise des Muskelpakets. Ob es schon jetzt im Winter für den Sprung zu den Profis reicht, wird sich bald herausstellen. „Ich gehe davon aus, dass ich bis Ende der Woche Bescheid bekomme, ob ich weiterhin oben trainieren darf“, sagt der 20-Jährige. Schon dass er überhaupt in die Türkei mitfliegen durfte, sei für ihn „das schönste Weihnachtsgeschenk“ gewesen.

Aber eines, das er sich verdient hat: mit einer starken Vorrunde bei der U21 der Löwen mit dem persönlichen Highlight des Derby-Siegtors gegen Mehmet Scholls FC Bayern-Reserve. „Der Andi hat sich das alles erarbeitet“, sagt Trainer Schmidt, „er ist auf einem guten Weg.“

Dabei wäre dieser Weg im vergangenen Sommer beinahe schon zu Ende gewesen. Geipl galt unter Ex-Amateure-Trainer Klaus Koschlick schon als aussortiert, schaute sich bereits nach einem neuen Verein um, als ihn Schmidt, damals gerade als neuer U21-Trainer installiert, per Handyruf zurück zu 1860 holte. Und jetzt sind die beiden zusammen in Belek. Geschichten, die das (Fußball)leben schreibt.

Wie die Story weitergeht? „An meinem Willen wird’s nicht scheitern“, sagt Geipl. „Ich weiß, dass ich mich noch an das höhere Tempo bei den Profis gewöhnen muss, aber das ist zu schaffen.“

Ludwig Krammer

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