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Gerade noch rechtzeitig entdeckte Fischereireferent Sebastian Erle den Missbrauch am Auslauf des Bayersoier Sees.

Ein übler Streich . . .

Wehr geöffnet: See-Pegel sinkt um 25 Zentimeter

Bad Bayersoien - Das ist gar nicht lustig: Ein Unbekannter hat widerrechtlich das Wehr am Bayersoier See geöffnet und damit eine für Natur und Tierwelt nicht ungefährliche Situation heraufbeschworen.

Aufregung am Bad Bayersoier See: Der Wasserstand war plötzlich deutlich abgesunken. Und zwar so weit, dass Stege aus dem Wasser ragten, Kiesbänke zu sehen waren, und die Ruderboote kaum noch am gemeindeeigenen Fischerhäusl anlegen konnten. Prompt gingen Beschwerden von Urlaubern ein.

Doch hinter dem Problem steckte keine anhaltende Trockenheit, sondern pure Absicht, wie Rathauschefin Gisela Kieweg nun im Gemeinderat mitteilte. „Jemand hat widerrechtlich den Auslauf aufgemacht“, sagte sie. Anwohner Sebastian Erle hatte schon länger das Gefühl gehabt, dass etwas mit dem See nicht stimmt: „Der Wasserstand war schon weit herunten." Erle muss es wissen, schließlich ist er Fischereireferent der Gemeinde und hat auch sonst ein Auge auf die Soier Touristenattraktion. Der See-Fachmann schaute also nach – und wurde tatsächlich am östlichen Ufer fündig: Unbekannte hatten sich am dortigen Wehr zu schaffen gemacht: „Die Holzbohlen waren mit bloßer Gewalt rausgerissen“, berichtet Erle. Ohne die Absperrung läuft das Wasser nämlich unkontrolliert ab.

Normalerweise können die Bretter zur Regulierung nur mit einer Kurbel hochgezogen werden, doch die ist abgesperrt und nicht jeder hat den Schlüssel. Erle entdeckte den Schaden noch rechtzeitig und setzte die Bohlen wieder ein. Doch mittlerweile war die normale Wassertiefe des Sees von um die 64 Zentimeter, die zum Bewirtschaften nötig ist, um satte 25 Zentimeter abgesunken. Und das bei einer Gewässerfläche von immerhin 20 Hektar.

Erle ist richtig sauer: „Das ist Sachbeschädigung.“ So eine Aktion habe gravierende Auswirkungen, erläutert Soiens Fischereireferent weiter. Denn der niedrige Pegel macht der Natur extreme Probleme. „Die Wasserqualität sinkt, weil sich der See schneller erhitzen kann.“ Die Folge: Störende Pflanzen und Algen wachsen unkontrolliert. Auch seltene Tierarten wie die geschützten Lurche am Ufer seien gefährdet. Und überhaupt: „Die Badegäste leiden darunter“, weist Erle auf die touristische Attraktion des Kurbads hin.

Letztendlich spielte das Wetter der Gemeinde in die Karten. „Es ist ein Glück gewesen, dass es geregnet hat“, sagt Rathauschefin Gisela Kieweg. An ein „Versehen“ glaubt Kieweg im übrigen nicht: „So etwas passiert nicht einfach.“ Mangels Erfolgsaussichten hat sie diesmal noch darauf verzichtet, die Polizei einzuschalten. Doch damit ist jetzt Schluss, warnt Kieweg: „Beim nächsten Mal hat so etwas Konsequenzen. Der oder die Täter sind sich gar nicht bewusst darüber, was sie da tun.“

Andreas Baar

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