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Kehrtwende im Bauausschuss

Kastanie darf doch stehenbleiben

Oberammergau - Eigentlich sollte der Max-Streibl-Platz umgestaltet werden. Die große alte Kastanie wäre diesen Plänen zum Opfer gefallen. Ab soweit kommt es nicht.

Die Pläne haben für Diskussionen in Oberammergau und viele Leserbriefe im Tagblatt gesorgt: Auf dem Max-Streibl-Platz sollte die Kastanie gefällt und der Rottwagen durch den Christusbrunnen ersetzt werden. So wollten es die Mitglieder des Werkausschusses in ihrer Januarsitzung. Für diesen Beschluss gab es dann aber keine Mehrheit im Gemeinderat. Was viele Bürger freuen wird: Die Kastanie darf stehen bleiben. Trotzdem wird an dem Platz etwas passieren. Denn in das leerstehende Ladengeschäft kehrt Leben zurück. Jürgen Krömer will dort ein Geschäft für Spielwaren, Trend- und Geschenkartikel eröffnen. Krömer ist Mit-Gesellschafter bei dem Unternehmen „Spielwaren Krömer“, das 19 Filialen im ganzen Oberland hat und demnächst auch einen Laden in Garmisch-Partenkirchen betreibt. Die Eröffnung in Oberammergau soll ebenfalls in Kürze erfolgen.

Was mit der Kastanie vor seiner künftigen Haustür passieren soll, darüber haben nun auch die Mitglieder vom Bauausschuss des Oberammergauer Gemeinderates beraten. Zweiter Bürgermeister Eugen Huber schlug vor, die Baumkrone zu beschneiden. Schließlich werden an der Museumsfassade bald die frisch restaurierten Vier-Jahreszeiten-Figuren wieder zu sehen sein. Von einer Kronen-Schnittaktion hielt Bauamtsmitarbeiter Andreas Eitzenberger allerdings wenig. „Da bin ich kein Freund davon.“ Die Erfahrung zeige, dass die Bäume danach erst so richtig ausschlagen. Regelmäßige Pflege sei dann nötig. Die Diskussionen, die zum Thema Kastanie, Max-Streibl-Platz und Rottwagen im Gemeinderat geführt wurden, dauerten da schon länger. Geprägt war der Austausch von der Frage, in welchem Wert die Umgestaltung steht. „Die Belebung des Platzes bedeutet zunächst den Tod eines Baumes“, machte Ludwig Utschneider (Freie Wähler) dabei deutlich. Auch ist völlig unklar, was mit dem von Hubert Lang gestalteten Rottwagen passieren würde, wenn dieser durch den Christusbrunnen vom Altherrenweg ersetzt wird. Bis zu 100 000 Euro wollte Werkleiter Walter Rutz für die Umgestaltung des Platzes ausgeben – um dadurch das Museum aufzuwerten. Auch ein Café kommt in diesen Gedankenspielen vor und könnte mitunter losgelöst von den Platzplänen weiterverfolgt werden.

Bereits im Werkausschuss hatte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) – der für die Umgestaltung war – aber auf ein Problem hingewiesen. Es gibt bereits einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1999 zur Umgestaltung des Platzes – samt Rottwagen und vier neuen Bäumen an den Ecken des Bereiches. Aber schon damals habe es Bedenken gegeben, die Bäume – seinerzeit waren es zwei – zu fällen. Erst 2012 gab es eine Fällung, als eine Kastanie nicht mehr gesund war. Seitdem ist nichts mehr passiert. „Wir schieben das vor uns her“, ist sich auch Nunn bewusst. Die Frage sei, ob man abwartet, bis es eines Tages auch dieser Kastanie nicht mehr gut geht, „oder ob wir uns trauen sie zugunsten der Ortsentwicklung zu opfern“.

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