So wurde der Berg zu einem beliebten Ausflugsziel

Kolben ist Kult

Oberammergau - Es war ein gewagter Akt vor fünf Jahren, den Kolbenlift mit Hütte, Schneekanonen etc zu kaufen. Doch der Schritt hat sich ausgezahlt. Heute lockt der Kolben mit Coaster, Kletterwald, Spielplatz und Bikepark zahlreiche Besucher an.

Tierärzte, Bürgermeister, Landwirte und sogar ein Mönch – eine bunte Truppe. Und alle sind sie Gesellschafter. Seit fünf Jahren. Da kauften neun Bürger aus Oberammergau und Umgebung für 500 000 Euro von der Gemeinde den Kolbenlift mit Hütte, Schneekanonen und weiterem Inventar. Ein gewagter Akt, denn bisher hatte die veraltete, unattraktive Anlage meist nur rote Zahlen geschrieben. Ein Klotz am Bein der Kommune. Heute, im Jahr 2016, ist der Kolben zu einem hochfrequentierten beliebten Ausflugsziel besonders für Familien geworden – zu einem Kultberg.

GmbH-Geschäftsführer (und Ex-Bürgermeister) Klement Fend blickt noch einmal zurück auf fünf bewegte Jahre: „Das alles ist nicht so einfach vom Himmel gefallen, da steckt schon immense Arbeit und ein Mega-Aufwand dahinter. Aber unser großes Plus war, glaube ich, dass wir keine großen Fehler gemacht haben.“ Das eingelöst zu haben, was man im November 2011 in einer Bürgerinformation der Bevölkerung versprochen habe, heften sich Fend und seiner Mitstreiter ans Revers. Die neun Investoren wollten „Heimat gestalten“, „Verantwortung übernehmen“ und „sich von einer Vision leiten lassen“ – nämlich den Kolben „zu einem attraktiven, ganzjährig geöffneten Ski-, Skitouren-, Snowboard-, Bike-, Wander-, Abenteuer-, Erholungs-, Hütten- und Familienparadies zu entwickeln“. Dafür steckten sie 5,3 Millionen Euro in die Infrastruktur.

Große Investitionen getätigt

Zufrieden mit dem Sommer: Hüttenleiter Peter Kruckenfellner (l.) und Geschäftsführer Klement Fend.

Los ging’s mit der Erweiterung und Modernisierung der Kolbensattelhütte (1250 Meter) für 550 000 Euro; es folgten der spektakuläre Alpine Coaster (drei Millionen Euro), ein Abenteuer-Spielplatz, ein Kletterwald und ein Bikepark, die beiden letzteren mit eigenen Betreibern. „Dahinter steckt ein Konzept, das wir von Anfang an verfolgt und letztendlich auch umgesetzt haben“, betont der Geschäftsführer (61).

Selbst schlechte Winter wie vergangenes Jahr, „als wir 180 000 Euro Miese gemacht haben“ (Fend) könne man inzwischen kompensieren: „Obwohl wir keinen ganz schönen Sommer gehabt haben, sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ Nicht nur Urlaubsgäste, auch Naherholer aus München, Landsberg und Augsburg hätten inzwischen den Kolben als attraktives Ausflugsziel entdeckt. Die Küche in der Kolbensattelhütte bietet, was die Gäste von einer Berghütte erwarten. Hüttenleiter Peter Kruckenfellner: „Gut, einen Stern werden wir wohl nie bekommen, aber mein Anspruch ist eine ehrliche Gastronomie mit guter Qualität.“

Jetzt ist erst mal vom 7. November bis 21. Dezember Betriebsruhe. Dann will die Kolben GmbH durchstarten in einen „hoffentlich mal wieder besseren Winter“ mit den beliebten Hüttenabenden, zu denen Tourengeher schon mal eine Anfahrt von 100 Kilometern in Kauf nehmen. Und was steht als nächste Investition an? „Nichts Großes mehr. Wir brauchen ein neues Förderseil, das kostet auch 90 000 Euro. Es ist wichtig, jetzt auch mal Rücklagen zu bilden“, mahnt Klement Fend. Und in Sachen Anlage wird der Ex-Banker schon das richtige Paket zu schnüren wissen.

Als Dankeschön

werden an den letzten beiden Betriebstagen an diesem Wochenende an die Besucher wahllos Sonnenbrillen und Mini-Ferngläser verteilt.

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