Kontroverses Thema: der mögliche Ausbau des historischen Weges am Ettaler Berg. Foto: Sehr
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Kontroverses Thema: der mögliche Ausbau des historischen Weges am Ettaler Berg.

Kontroverse Debatte im Oberauer Gemeinderat

Alte Ettaler Bergstraße als Radweg?

  • vonAlexander Kraus
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Der Alte Ettaler Bergweg ist eine steile und steinige Strecke. Die Linke fordert daher, den Abschnitt als Radweg auszubauen. Ein Vorschlag, der Im Oberauer Gemeinderat kontrovers diskutiert wurde.

Oberau – Die Tagesordnung der Oberauer Gemeinderatssitzung war zur Gänze abgearbeitet, da meldete sich unter dem Punkt „Bekanntgaben“ Josef Lohr (Freie Wähler) zu Wort. Er brachte den „alten Teil des Ettaler Bergs“ ins Gespräch – ein Thema, das für Diskussionsstoff sorgte. „Der Weg ist nicht mehr befahrbar, der ist nur noch eine Kar“, betonte Lohr. Bürgermeister Peter Imminger (CSU) verwies in diesem Zusammenhang auf einen Antrag der Partei Die Linke. Der Vorstoß sehe vor, „dass der Weg geteert wird – und das Staatliche Bauamt Weilheim soll das zahlen“, berichtete der Rathauschef.

Linke fordert Runden Tisch

Rolf Walther, Kreisrat der Linken aus Ohlstadt, bestätigt auf Nachfrage, dass im parteieigenen „Rundbrief“ das Thema mehrmals angeschnitten wurde. Er habe Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gebeten, dazu einen Runden Tisch einzuberufen, um den Alten Ettaler Berg als Radverbindung zwischen dem Ammertal und dem Loisachtal zu ertüchtigen. Die Gemeinde Oberau soll seiner Ansicht nach bei dieser wichtigen Verbindung die Last nicht alleine tragen müssen. „Ich sehe mehrere in der Verantwortung. Aber alle ducken sich weg“, sagt Walther.

Eine Instandsetzung könne etwa durch das Straßenbauamt Weilheim erfolgen. „Es handelt sich ja um einen Radweg parallel zur Bundesstraße 23, das ist der Bund zuständig“, betont der 74-Jährige. Als mögliche weitere Kostenträger – der Linken-Kreisrat schätzt den finanziellen Aufwand auf 200 000 Euro – sieht er den Landkreis, die Tourismusverbände oder die Regierung von Oberbayern in der Verantwortung.

Walther berichtet weiter, Speer habe sich in der Sache bereits an die Zugspitz-Region gewandt. Deren Geschäftsführer Sebastian Kramer habe jedoch abgewunken und erklärt, dass die Sanierung schon öfter erörtert worden und nicht möglich sei. Für Walther steht fest: Er werde das Projekt weiter verfolgen.

Bürgermeister befürchtet Unfälle

Der Oberauer Gemeinderat beurteilte die Angelegenheit kontrovers. Sollte die Strecke geteert werden, so fürchtet Imminger, gebe es bald viele verletzte Mountainbiker. „Da kommt der Sanka nimmer nach.“ Für Bernhard Hübner (CSU) kommt ein Teeren des Abschnitts nicht in Frage. Er regte an, dort Rinnen einzubauen. Imminger erteilte diesem Vorschlag eine Abfuhr. Rinnen und Mulden seien auf dem Weg „schon x-mal eingebaut worden“. Aber das Teilstück sei so steil, dass diese keine Verbesserung brächten. Dass es im Grunde nur einer Sanierung „der letzten 100 Meter“ bedürfe, meinte Johann Klein (Freie Wähler). „Das kann man technisch lösen, da kann man teeren“, sagte er und verwies auf Flächen am Wamberg im Bereich Eckbauer oder bei Vordergraseck, wo dies auch funktioniert habe. Schließlich brachte Werner Thoma (Freie Wähler) noch Serpentinen ins Spiel. Imminger kam letztlich wieder auf den Antrag der Linken zurück. „Das Thema liegt im Kreis auf dem Tisch“, betonte der Rathauschef.

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