Tauschten sich Ende 2018 aus: (v.l.) Josef Bobinger, Diplom-Ingenieur Werner Hüntelmann, Abteilungsleiterin Nadine Heiß, Peter Fink und Christine Koch.

Bürgerinitiative überlegt sich weiteres Vorgehen

Anbindung der B23 an die B2: Staatliches Bauamt verschiebt erneut Informations-Termin

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Josef Bobinger ist sauer: Der Sprecher der VEO kann nicht nachvollziehen, warum nun wieder Untersuchungen in Sachen B23-Einschleifung nötig sind - und deshalb es erst im Spätsommer Informationen über die verschiedenen Varianten gibt. 

Oberau Ihm fehlten die Worte. Nur kurz merkte Josef Bobinger noch an, die Information vom Staatlichen Bauamt Weilheim doch im Gemeindeblatt zu veröffentlichen. Mehr nicht. „Mir ist das so in den Magen reingeschossen“, sagt der CSU-Vertreter einen Tag nach der Gemeinderatssitzung in Oberau. In dieser wurden Neuigkeiten von der Behörde im Bezug auf die Einschleifung der B23 in die B2-neu verkündet. Absolut unbefriedigende, findet der Zweite Rathauschef und Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Oberau (VEO). „Ich bin so richtig sauer.“

Ende 2018 besuchten er und ein paar seiner Mitstreiter die Behörde, um sich einerseits der neuen zuständigen Abteilungsleiterin Nadine Heiß vorzustellen und sich andererseits über den aktuellen Stand zur Zukunft der B23 schlau zu machen. „Ich war damals wirklich zuversichtlich“, sagt Bobinger. Schließlich hatte das Bauamt signalisiert, im Dezember 2018 die Planungen zur Anbindung mit der Gemeinde zu besprechen, Anfang 2019 sollten sie bei einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Zu beidem kommt es vorerst nicht.

Neue Untersuchungen nötig

Wie Heiß in dem Schreiben ans Rathaus mitteilt, habe sich aufgrund der schwierigen topographischen Lage herausgestellt, dass weitergehende, vertiefte Untersuchungen beauftragt werden müssen, um die technische Machbarkeit der Varianten überprüfen zu lassen. Im Raum stehen unter anderem eine Einschleifung in den Tunnel auf Höhe des Gewerbegebiets Süd oder eine Mühlbergtrasse zum nördlichen Portal, gegen die sich eine weitere Bürgerinitiative wehrt. Bei den diversen Optionen „haben wir auch verschiedene Tunnellösungen in Betracht gezogen“, ergänzt die Baudirektorin auf Nachfrage. Mit einem Ergebnis rechnet die Behörde im Spätsommer 2019. Erst auf Grundlage dieser Resultate erscheint es dem Bauamt sinnvoll, die Planungen vorzustellen.

Bobinger kann die erneute Verzögerung nicht nachvollziehen. „Man schiebt uns nach hinten, das ärgert mich.“ Seit Sommer 2018 wird der Termin immer wieder verlegt. Erst auf Herbst, dann auf Januar, jetzt auf Spätsommer. Dass Gemeinde und Bürger dann mehr erfahren, darauf würde er deshalb keine Wetten abschließen. Noch viel schlimmer findet der VEO-Sprecher: „Das schmeißt uns mit Sicherheit zurück.“ Bobinger war immer guter Dinge, dass die Realisierung der B2-neu und der B23-Anbindung zumindest halbwegs in einem Guss über die Bühne gehen. Weil es sich um eine „Gesamtlösung“ handle, um den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bringen. Warum nun wieder Untersuchungen nötig sind, kann Bobinger nicht verstehen. „Was da abläuft“, betont er, „ist mir ein Rätsel.“ Schließlich sei beispielsweise der Mühlberg im Rahmen der B2-neu-Planungen intensiv überprüft worden. Der VEO-Sprecher vermutet vielmehr, dass es an der Kommunikation zwischen Autobahndirektion Südbayern, die für den Tunnel verantwortlich zeichnet, und dem Staatlichen Bauamt hapert. „Das ist typisch deutsch, dass der eine nicht mit dem anderen redet.“

Bobinger will sich nun mit seinem Sprecher-Kollegen Christian Allinger beraten. „Vielleicht müssen wir wieder mehr Druck machen“, sagt er. Vielleicht „was anleiern“. Die Hoffnung nach einer schnellen Lösung begräbt der VEO-Frontmann längst noch nicht – und verspricht deshalb: „Wir kämpfen weiter.“

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