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Sind in vollem Gange: die Arbeiten am Südportal für das Betriebsgebäude.

Kosten sind aber gestiegen

Arbeiten am Oberauer Tunnel sind im Zeitplan - und sogar ein Weihnachtsgeschenk gibt‘s 

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Von der B2 ist es deutlich zu sehen: Es passiert einiges bei den Arbeiten für den Oberauer Tunnel. Gerade am Südportal sind markante Bauwerke zu erkennen.

Oberau – Einheimische wie Vertreter aus der Politik haben ihn gefeiert: den ersten Durchbruch des Oberauer Tunnels. Mit Humtata und Tätärätätä. Sogar Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und die damalige Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) waren deshalb Ende 2017 zum Südportal angereist, um diesen Meilenstein beim größten Bauprojekt der Autobahndirektion Südbayern gebührend zu würdigen. Jetzt, ein Jahr später, gibt’s wieder ein Weihnachtsgeschenk vom Bauherrn – an sich selbst und vor allem an die vom Verkehr geplagten Oberauer: Der Innenausbau der Weströhre wird bis zum Fest fertig sein, sagt Projektleiter Stephan Geuder. Eine Party bleibt diesmal aber aus. „Die gibt’s dann am Ende.“ Also 2021.

Geuder kurvt vom Nordportal mit einem Baustellenfahrzeug durch die Röhren, wechselt gezwungenermaßen von einer zur anderen und muss sich immer mal wieder orientieren. Nicht jeder Abschnitt ist passierbar, jeder sieht anders aus. Im Gießenbachtal kommt zum Beispiel die Stahl-Bewehrung an die Wand, am Kirchbichl wird die Sohle ausgehoben und gefräst sowie in einem weiteren Bereich bei der Betonwand nachgebessert. Etwa zehn Betriebe mit insgesamt 200 Arbeitern sind derzeit am Werk. 150 im Tunnel, 50 draußen. Sie stehen unter Druck. Kommt eine Firma in Verzug, tritt die Kettenreaktion ein. Doch alle Beschäftigten, betont Geuder, bringen Höchstleistungen. Die Folge: „Wir sind voll im Zeitplan.“

Tunnel Oberau: Betriebsgebäude im Süden steht

Voll im Soll ist man im Norden bei der offenen Bauweise im Voreinschnitt des Tunnels. 

Während am Nordportal Tag für Tag Fortschritte bei der 140 Meter langen offenen Bauweise im Voreinschnitt des Tunnels gemacht werden, entstehen markante Bauwerke im Süden. Autofahrern sticht derzeit vor allem das wellenförmige Konstrukt ins Auge. Es ist das fast fertige Betriebsgebäude. Geuder macht aber gleich deutlich: „Von der jetzigen B2 ist es nicht mehr sichtbar, es wird eingeböscht.“ Das Exemplar im Norden befindet sich noch im Rohbau.

Ein Stück weiter ragen Stelzen für das Anschlussstellenbauwerk in die Höhe. Der Überbau kommt erst kommendes Jahr drauf. „Wir sind früh dran, haben Puffer“, sagt der Ingenieur. Eifrig werkeln die Arbeiter zudem am Regenrückhaltebecken – ein zweites ist ebenfalls im Norden geplant. Ein klobiges Teil mit einer Größe von etwa 40 auf 40 Metern. Aber ein nötiges. Es fasst einmal das Straßenabwasser, das gereinigt und gedrosselt langsam abgeleitet wird, erklärt Geuder.

Tunnel Oberau: Deshalb wird‘s teurer

Schon jetzt sind die Wannen mit dafür verantwortlich, dass die Gesamtkosten des Mammutprojekts von zuletzt 228 auf 251 Millionen Euro gestiegen sind. Ursprünglich hatte man ein Erdbecken geplant, das sei wegen des hohen Grundwasserspiegels aber nicht umsetzbar gewesen. Weitere Geldfresser: eine Stützwand und der Streckenbau, dessen Kosten man Geuder zufolge vor etwa zehn Jahren kalkuliert hatte. Die Kosten für den Tunnel aber – Rohbau, Betriebsgebäude und Technik verschlingen mit 180 Millionen Euro den Löwenanteil – „haben wir im Griff“. Und das sei gar nicht ohne. „Ständig muss man aufs Geld aufpassen“, stellt Geuder klar. Er macht’s an einem Beispiel deutlich: Wird eine Schraube ausgetauscht, muss das an allen entsprechenden Stellen auf der rund drei Kilometer langen Strecke passieren. „Anders als im Brückenbau kann das hier gleich ein Vermögen kosten.“

Geuder weiß, wovon er spricht. Gerade, weil er sich eigentlich um „Filigraneres“, den Erhalt von Brücken und anderen Bauwerken kümmert. Aber die Oberauer Umfahrung, die hat den Fachmann der Autobahndirektion gereizt. Er steht mit seinem Wagen am Südportal, schaut auf die zwei Röhren. Das Projekt „ist faszinierend“, schwärmt er und steuert seinen Wagen auf die B2. Zurück zum Nord-Bereich geht’s auf direktem Weg – ohne Spurwechsel.

Nun kam es bei Reinigungsarbeiten im Oberauer Tunnel zu einem tragischen Unfall

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