Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet

Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet
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Rauch steigt auf, im Inneren der Oberauer Zeltverleih-Lagerhalle wüten die Flammen. 

Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen

Brand in Oberau: Familie hat alles verloren - jetzt lebt sie in einer neuen Wohnung

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Sie haben schwierige Zeiten hinter sich. Die Familie Hohlfeld hat beim Großbrand in Oberau ihr Hab und Gut verloren. Jetzt beginnt der Neuanfang. 

Oberau –Den Container haben die Mitarbeiter von der Entsorgungsfirma abgeholt. Das alte Leben – weg. Das war’s. Das Playmobil der Buben. Weg. Die ganzen Kinderbücher, in denen die Eltern mit ihnen geblättert haben. Nicht mehr da. Der Bauernhof aus Holz, mit dem die Burschen immer gespielt haben. Im Sondermüll. Gut, benutzt haben sie das alles schon lange nicht mehr. Sohn Justin ist 15, Robin 19. Einige Jahre schon lag das Spielzeug auf dem Speicher. Dennoch konnte sich Torsten Hohlfeld nur schwer davon trennen. Warum? Er weiß es nicht. Die Möbel, die sein Schwager mit dem Vorschlaghammer zertrümmert hat, damit sie in den Container passen, interessierten ihn weniger. Aber wie der Rest da so komplett verrußt in der riesigen Abfalltonne aus Stahl lag – „das. . . puh. . .“ Für einen Moment kam alles wieder hoch, was Torsten Hohlfeld schon hinter sich gelassen hatte. Den Brand, bei dem seine Familie fast alles verloren hat.

November 2018, 10.30 Uhr: Handwerker arbeiten auf dem Dach der Lagerhalle des Zeltverleihs in Oberau. Im selben Gebäude leben seit zehn Jahren die Hohlfelds in ihrer 130-Quadratmeter-Wohnung. Plötzlich stieg ein Rauchpilz auf. Das Dach der Halle brennt, das Feuer breitet sich aus. 172 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren können nicht verhindern, dass die Halle und die Wohnung der Hohlfelds zerstört werden.

Die Wohnung im Gebäude des Zeltverleihs ist komplett ausgebrannt. Für die Bewohner eine Katastrophe.

Das Zuhause-Gefühl fehlt noch

Irgendwie funktionieren. Unter diesem Motto standen die ersten Tage. Sich das Wichtigste besorgen. Und vor allem: eine neue Wohnung finden. Spontan stellte zunächst ein Bekannter seine Ferienwohnung in Oberau kostenlos zur Verfügung – keine Dauerlösung. Sohn Justin hatte kein eigenes Zimmer, sein Bruder Robin gar keinen Platz, er schlief bei der Freundin. Doch über den Bericht im Tagblatt meldete sich das Kloster Ettal: Eine Wohnung steht frei. Die Familie kann sie haben. Seit 1. Februar lebt sie dort. Die zwei Söhne haben ihr eigenes Reich – „genau das, was sie wollten“. Torsten Hohlfelds Bienen haben einen Platz gefunden. Die Langlauf-Loipe ist wenige Gehminuten entfernt. „Eine tolle Wohnung.“

Als „daheim“ bezeichnet Hohlfeld sie aber noch nicht. Er würde eher sagen, man habe sich „schon gut eingelebt“. Für das Zuhause-Gefühl fehlen noch die Erinnerungen. Die vielen persönlichen Dinge, die sich über Jahre angesammelt haben. Die sind alle im Container. Mittlerweile vermutlich nach dem Weg durch die Müllverbrennungsanlage endgültig nur noch Schutt und Asche.

Großalarm in Oberau: Feuer in Werkstatt ausgebrochen - Fotos

Stundenlang haben Torsten Hohlfeld, seine Frau Simone und Freunde Speicher und Zimmer mit der Gasmaske ausgeräumt. Ein grobes Angebot von einer Spezialfirma lag ihnen vor. Um die 12 000 Euro hätte sie für das Ausräumen und Entsorgen verlangt. Zu viel. Also kümmerten sich die Hohlfelds selbst ums Entrümpeln. Mit dem Finanziellen will sich Hohlfeld aber gar nicht lange aufhalten. Die private Hausratversicherung sprang ein. Gereicht hätte das bei Weitem nicht, um alle Möbel, Kleidung, Bettwäsche, Sportzeug – einfach alles – zu ersetzen. Doch kam aufgrund der Tagblatt-Berichterstattung einiges an Spenden zusammen. Den genauen Betrag nennt Hohlfeld nicht. Auf jeden Fall eine Summe, die berührt, sagt er.

Ein „Danke“ an alle Unterstützer

 In dem ganzen Wahnsinn. „Ich will kein Drama machen“, schickt er gleich hinterher. Vor allem geht er noch einmal an die Öffentlichkeit, um „Danke“ zu sagen. An alle Bekannten und Fremden, die ihn und seine Familie so sehr unterstützt haben. Sei es durch Geld- oder Sachspenden, durch Anteilnahme, durch Organisatorisches wie die Gemeinde, bei der alle Wohnungs- und auch Spendenangebote zusammenliefen. Diese Solidarität, sagt Hohlfeld, sie hilft, baut auf.

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Der Familienvater will jetzt einfach nur nach vorne schauen. Das vergangene Jahr hinter sich lassen. Die Container sind weg. „Das war der letzte Schritt. Jetzt ist Schluss.“ Eines aber will sich Hohlfeld bewahren: Die wichtigen Dinge mehr zu schätzen, den unwichtigen weniger Bedeutung zu geben. „Am Ende waren es doch nur Sachen, die verbrannt sind.“

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