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Für Wohnmobile bald geschlossen: der Stellplatz am Lauterbach.

Ein Verbotsschild soll’s richten

Camper unerwünscht: Oberau duldet keine Wohnmobile mehr am Lauterbach

Der Stellplatz ist europaweit beliebt. Doch der Müll wird einfach zu viel. Deshalb will die Gemeinde Oberau das Campen am Lauterbach verbieten. 

Oberau – Ein Schmunzeln konnte sich der Rathauschef nicht verkneifen. Ja, fast so etwas wie eine diebische Freude schien er zu empfinden. Denn Oberau ist ausgezeichnet worden – und zwar in hymnischen Tönen: In Stellplatz-Apps wird es als der „schönste Campingort“ Europas bezeichnet.

User-Beiträge überschlagen sich nur so, die Werdenfels-Kommune für die dankbare Übernachtungsmöglichkeit zu loben – traumhafte Bergblicke und landschaftliche Schönheiten inklusive. Und das alles kostenlos. „Das ist schon außerordentlich“, lobte Peter Imminger (CSU) in der Gemeinderatssitzung im Rathaus mit kaum verhohlener Ironie. „Man stelle sich vor: In ganz Europa kann man nirgends so schön campen wie bei uns. Das ist doch was!“

Campen verboten: Gemeinde Oberau will Schilder aufstellen

Doch Grund zur Freude bestand im Gremium nicht – im Gegenteil: Der gebührenfreie Camper-Stellplatz am Lauterbach hinter dem Golfplatz wird der Gemeinde wegen der Müllproblematik immer mehr zum Ärgernis. Deswegen will sie handeln: Um das Übernachten dort künftig zu unterbinden, soll vor der Einfahrt in den Bereich, in dem vor allem im Sommer viele VW-Busse und andere Campingfahrzeuge stehen, ein Verbotsschild aufgestellt werden. Nur noch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge sollen künftig Zufahrt zu dem Stellplatz haben.

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Plastik, Verpackungsmüll, Zigarettenkippen und anderer Unrat, der nur allzu häufig in den angrenzenden Wald- und Wiesenbereichen landet: All das soll künftig der Vergangenheit angehören. Gerade nach diesem Sommer häuften sich die Beschwerden. So hat Gemeinderatsmitglied Josef Lohr (Freie Wähler), der in dem Areal häufiger mit dem Rad unterwegs ist, nach eigenen Worten dort unlängst zahlreiche Campingfahrzeuge stehen sehen. Zwar sei es absolut unstrittig, dass die Gegend wunderschön sei: „Fakt aber ist, dass die alle in den Wald gehen“, ärgerte er sich mit Blick auf den dortigen Müll. Auch täte es ihm für die Camper leid, die sich nichts zuschulden kommen ließen und die bestimmt in der Mehrzahl seien. Aber eine Quote von 20 Prozent an missliebigen Personen reiche bereits. „Die haben es für mich verwirkt, dass der Platz als Camping-Stellplatz genutzt wird.“

Video: Camping so beliebt wie lange nicht mehr

Oberauer Bürgermeister schimpft: Camper „hinterlassen Saustall“

Diesen Worten schloss sich der inzwischen leicht angesäuerte Rathauschef voll an: „Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen – die fahren auch ins Moos und hinterlassen dort ihren Saustall.“ Im Gespräch war auch die Errichtung einer Schranke mit Höhenkontrolle. Als Problem sah man dabei jedoch die technische Umsetzung und die damit verbundenen Kosten an.

Wird ein Schild jedoch den Zweck erfüllen? Skepsis machte sich breit, doch versuchen will man es auf jeden Fall. „Wir sollten es erst einmal so probieren, dann sehen wir weiter“, schlug der Rathauschef vor. Günter Meck (CSU) regte an, die Verkehrsüberwachung hin und wieder mit Kontrollfahrten zu beauftragen. Das Votum war einstimmig. 

Rafael Sala

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