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Gemeinde Oberau kauft Hotel Forsthaus - „Einmalige Chance“

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Von: Alexander Kraus

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Eigentümer-Wechsel: Die Gemeinde Oberau hat das Hotel Forsthaus an der Hauptstraße gekauft.
Eigentümer-Wechsel: Die Gemeinde Oberau hat das Hotel Forsthaus an der Hauptstraße gekauft. © Kraus

Dieses Angebot lässt sich die Gemeinde Oberau nicht durch die Lappen gehen. Sie hat das Hotel Forsthaus an der Hauptstraße erworben. Die Ortspolitiker begrüßen den Kauf.

Oberau – Getuschelt worden ist schon länger. Gewusst haben es schon viele, jetzt steht es auch offiziell fest: Die Gemeinde Oberau kauft das Hotel Forsthaus. Die bisherige Besitzerin stellt den Betrieb zum Jahresende ein und veräußert den Grund sowie das ortsbildprägende Gebäude direkt an der Hauptstraße für 2,1 Millionen Euro. Wegen dieser Investition und für einen finanziellen Mehraufwand beim Wohnbauprojekt Loisachauenstraße war deshalb nun ein Nachtragshaushalt fällig. Die Ortspolitiker erteilten diesem unisono das Einvernehmen. Am 3. Januar 2022 ist der Kauf dann rechtskräftig.

Die Vorfreude bei Bürgermeister Peter Imminger (CSU) ist groß. Derzeit prüft ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde, was mit der Immobilie machbar ist. Eine Möglichkeit wäre, das prägnante Gebäude für kommunalen Wohnungsbau umzubauen. So könnten 26 Wohnungen entstehen, die die Kommune vermietet. Eine weitere Option: „Wir suchen einen Pächter, der das Forsthaus als Hotel und mit Gaststätte weiterbetreibt“, verkündete der Rathauschef. Für Imminger ein Lichtblick – angesichts geschlossener Wirtshäuser. Zuletzt machte der Gasthof zur Post dicht. „Wir haben in Oberau fast keine Wirtschaften mehr“, sagte er voller Bedauern. Im Spätherbst soll die Entscheidung zur weiteren Nutzung des Anwesens fallen. Die Besitzerin des Hotels wollte sich auf Tagblatt-Nachfrage zum Verkauf nicht äußern.

Finanzierung geregelt

Der einstimmige Entschluss des Gemeinderats wirkt sich unmittelbar auf die Arbeit von Kämmerer Stefan Hausenblas aus. Aufgrund der „gravierenden Änderung“ durch den Erwerb des Objekts – es wurde auf dem freien Markt, aber auch der Gemeinde angeboten – muss er beim Haushalt nachjustieren. Der Kaufpreis mit Nebenkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro ist im Etat zu berücksichtigen.

Der Experte konnte in der Sitzung eine Lösung präsentieren, wie die Kommune dieses und das Wohnbau-Vorhaben bewerkstelligt. Das Projekt an der Loisachauenstraße war wegen gestiegener Planungskosten um eine Viertelmillion auf 350 000 Euro nach oben zu korrigieren. Gegenfinanziert werden diese Ausgaben über mehrere Säulen: „Zum einen ist heuer ein Grundstücksverkauf am Skilift und ein paar kleinere Stellen spruchreif, hierfür können wir 200 000 Euro veranschlagen.“ Die restliche Summe teilt sich über eine Rücklagenentnahme (1 Million Euro) und eine Zwischenfinanzierung (1,25 Millionen Euro) auf. „Diese soll vermutlich 2024 durch einen Grundstücksverkauf abgelöst werden“, berichtete Hausenblas. Die Schulden der Gemeinde betragen demnach am Jahresende 5,77 Millionen Euro, Rücklagen sind in Höhe von 745 611 Euro vorhanden.

SPD-Rätin mit noch weiteren Ideen

Die Ortspolitiker zeigten sich überzeugt davon, den richtigen Weg einzuschlagen. Es sei eine „einmalige Chance für die Gemeinde, selbst an der Entwicklung der Dorfmitte teilzunehmen“, meinte Josef Lohr (Freie Wähler). Die Gestaltungshoheit habe sie sich nicht nehmen lassen dürfen. Wie der Fraktionssprecher verwies auch Angelika Allinger-Rank auf das Bahnhofsareal, das Negativbeispiel aus der Vergangenheit, bei dem sich ein fremder Investor statt die Kommune die Fläche geschnappt hatte. Die Sozialdemokratin sei bei Großprojekten grundsätzlich skeptisch, räumte sie ein. Nicht aber in diesem Fall. Schließlich ist der Grundstückverkauf zur Finanzierung des Hotels schon abgeschlossen. Sie könne sich neben dem Hotelbetrieb und dem kommunalen Wohnungsbau auch ein Mehrgenerationenhaus oder eine Seniorentagesstätte im Forsthaus vorstellen.

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