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Eindrucksvolle Einigkeit: Oberauer Gemeinderat stimmt für optimierte Hangtrasse

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Von: Alexander Kraus

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So soll es werden: Der Gemeinderat entschied sich für die Trasse 1A-neu.
So soll es werden: Der Gemeinderat entschied sich für die Trasse 1A-neu. © Kraus

Oberau - Einigkeit und Geschlossenheit: Das hat der Gemeinderat Oberau in der Sitzung am Dienstag eindrucksvoll demonstriert. Das Gremium sendete ein fraktionsübergreifendes Zeichen an die Verkehrsministerien von Bund und Land sowie an das Staatliche Bauamt Weilheim, das sich für eine andere Variante entschieden hatte. Die Oberauer Volksvertreter stimmten der optimierten Hangtrasse 1A-Neu als Anbindung der B23 an die Umgehung zu, die die Firma GeoConsult in einem Gutachten empfohlen hatte.

Bürgermeister Peter Imminger (CSU) brachte die Anwesenden in der Schulturnhalle sofort auf den aktuellsten Stand. Das Staatliche Bauamt Weilheim habe sich für die Trasse 1C als Einschleifung der B23 entschieden, für die Hangtrasse mit einer langen Talbrücke über dem Trachtenheim. Entscheidend für die Behörde waren die höhere Verkehrssicherheit, geringere Baukosten und höhere Wartungsfreundlichkeit. Den Nachteil dieser Variante skizzierte Kuba in seinen Ausführungen: Variante 1C verursache einen größeren Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild, zudem bestehe ein geringer Abstand zur Bebauung am Gipsbruch.

Planungsbüro legt Gutachten vor

Zur Überprüfung der Trassenvorschläge hatte der Gemeinderat ein Planungsbüro beauftragt. „Das nun vorliegende Gutachten liefert wesentliche Erkenntnisse zur Optimierung der Gesamtsituation mit Blick auf die ursprüngliche Planung des Staatlichen Bauamts Weilheim“, erkannte der CSU-Fraktionssprecher. Dabei profitierten die Gutachter auch von den laufenden Tunnelarbeiten, um die geologische Situation zu beurteilen. Die Vorzüge der optimierten Hangtrasse 1A-Neu: „Sie liegt am entferntesten von der Wohnbebauung“, verdeutlichte Kuba. Im Gegensatz zur Trasse 1C verzichtet die vom Gemeinderat gewählte Lösung auf eine Talbrücke nahe des Trachtenheims und sieht stattdessen einen Tunnel vor.

Von einer „generationsbetreffenden Aufgabenstellung“ sprach Josef Lohr. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft betonte, dass nur durch den Rückbau beider Bundesstraßen eine zukunftsorientierte Ortsentwicklung ohne Durchgangsverkehr entstehen könne. Es sei den Gemeinderäten klar geworden, dass ausschließlich die Mühlbergtrasse umsetzbar ist. Die Nullvariante, bei der die B23 an gleicher Stelle bleibt, und den unterirdischen Anschluss der B23 hatte das Gremium bereits zuvor ausgeschlossen. „Die bestmögliche Trassenführung ist mit einem Tunnel im Bereich der sieben Bänke realistisch“, sagte Lohr.

SPD schlägt Lärmschutz vor

Angelika Allinger-Rank von der SPD-Fraktion hielt es für wichtig, dass die von der Umfahrung betroffenen Bürger durch Lärmschutz entschädigt werden. Die Eingriffe in die Landschaft sollen so gering wie möglich sein, Ausgleichsflächen und Wiederaufforstungen den Erhalt der Natur garantieren. „Als Mitglied des Bund Naturschutz appelliere ich an diesen, endlich den durch den Verkehr belasteten Oberauer Bürger in den Mittelpunkt zu stellen und auf Klagen gegen die Neuverlegung der B23 zu verzichten“, betonte sie. Auch die SPD-Fraktion sprach sich für 1A-Neu von Ettal-Nord durch Laber und Mühlberg bis zum Nordportal aus.

Am Ende entscheidet der Bund über das weitere Vorgehen, wobei Imminger auf den Grundsatz vertraut: „Es heißt immer: Ohne dass die Gemeinde ihre Einwilligung gibt, wird keine Ortsumfahrungsstraße gebaut.“ Jetzt hat der Gemeinderat sein einstimmiges Votum abgegeben. „Der Punkt, der sich jahrelang hingezogen hat, ist zum Ende gekommen.“ Imminger drückt aber gleichzeitig auf die Bremse. Falls es Klagen gibt, kann sich das Projekt mit der B23-Anbindung hinziehen. Dazu kommt das Planfeststellungsverfahren. „Im schlechtesten Fall kann das noch zehn Jahre dauern.“

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