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Hat die besten Zeiten hinter sich: Das alte Vereinslokal des FC Oberau ist in schlechtem Zustand. Deshalb soll ein neues Heim für die Fußballer gebaut werden. 

Sanierung zu teuer

Feucht und rissig! FC Oberau braucht neues Vereinslokal

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Der Zahn der Zeit nagt am Vereinslokal des FC Oberau. Vor allem die Bausubstanz lässt zu wünschen übrig. Deshalb plädiert die CSU-Fraktion im Gemeinderat für die Errichtung eines neuen Gebäudes – und hat gute Karten.

Oberau – 90 Jahre hat der FC Oberau (FCO) auf dem Buckel. Das musste der Verein feiern, tat er heuer auch. Dafür sollte das Gebäude Am Gießenbach ein bisschen verschöert werden. „Wir wollten die Fassade herrichten“, erzählte Christian Fischer im Gemeinderat. Im Herbst 2016 kam der Maler, checkte mit dem Feuchtigkeitsmessgerät die Lage und packte gleich wieder zusammen. Ein Anstrich – nicht möglich. „Die Feuchtigkeit lag bei über 80 Prozent.“ Für den Vorsitzenden steht fest: Es ist an der Zeit zu handeln.

Genau das fordert die CSU-Fraktion, der Fischer angehört. Sie forciert die Radikal-Lösung, die Errichtung eines neues Vereinslokals. Von einer Sanierung raten die Experten ab – zu kostenintensiv. Schließlich leidet das alte Gebäude, das aus den 1950er Jahren stammt, insgesamt an einer schlechten Bausubstanz, wie Peter Bitzl (CSU) verdeutlichte. Verursacht unter anderem durch mehrere Hochwasser. Jetzt macht sich Salpeter im Mauerwerk breit. „Die Mauern sind wie ein Schwamm“, schilderte Fischer die Situation. Durch die Tunnelarbeiten klaffen nun auch noch Risse bis unters Dach. „Da kann man zum Teil einen Finger reinstecken.“ Dachisolierung und Heizung? Gar nicht erst vorhanden. All das in den Griff zu bekommen, wäre Fischers Meinung nach ein Fass ohne Boden.

Kann sich die Gemeinde den Neubau leisten?

Prinzipiell standen die Gemeinderäte durch die Bank dem Projekt Neubau offen gegenüber. Sie wissen um die Verdienste des FC Oberau – mit 600 Mitgliedern, davon etwa 200 Buben und Mädchen, einer der größten Vereine im Ort: Er leistet einen wertvollen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit. Doch ein bisschen Magengrummeln bereitete manchen Volksvertretern der Blick auf die Gemeindekasse.

Die Bedenken gingen alle in eine Richtung: Oberau dürfe sich in Anbetracht der vielen Projekte in den kommenden Jahren finanziell nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Peter Fink (Freie Wähler) zählte die Baustellen auf: Umgestaltung des Dorfplatzes, Rathaus, Bahnhofsvorplatz, Rotes-Kreuz-Heim, Kurpark und Sozialer Wohnungsbau. Die Kommune „hat große Sachen vor der Brust“, merkte auch Johann Klein (Freie Wähler) an, der den Plan prinzipiell für gut befand. „Wir müssen uns in den Haushalts-Debatten unsere finanzielle Situation anschauen.“

Finanzieller Spielraum gegeben

Das braucht Peter Imminger (CSU) gar nicht. Der Bürgermeister weiß, dass die Gemeinde finanziell „so gut dasteht wie schon lange nicht mehr“. Und so lange die Umsätze bei der Firma Langmatz nicht einbrechen, sprudeln die Gewerbesteuereinnahmen weiter. Das Gegenteil sei die kommenden zwei bis drei Jahre nicht zu erwarten, betonte Imminger. Neben der Niedrigzinsphase, die der Kommune in die Karten spielt, verfügt Oberau zusätzlich über eine freie Spanne von 1,1 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr. Die Gemeinde übernimmt sich nicht, versicherte der Rathauschef. „Wir wissen, was wir tun.“

Genaue Summen für den Neubau mit offenem Dachstuhl, überdachter Terrasse, Heizungsanlage sowie Küche und Gastbereich in gleicher Größe wie der Bestand liegen noch nicht vor. Imminger kalkuliert auf Tagblatt-Nachfrage grob mit einem Betrag zwischen 250 000 und 300 000 Euro. Gut angelegtes Geld, wie die CSU findet. Das neue Vereinslokal würde das Sportgelände mit Kunstrasenplatz aufwerten und dem FCO „beste Voraussetzungen für seine künftige Arbeit“ bieten, sagte Bitzl. Dem wollte sich niemand entgegenstellen, der Antrag wurde einhellig befürwortet – und somit die erste Hürde zum trockenen und modernen Vereinheim genommen.

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