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Beengt, zu klein, zu feucht: Bisher ist die BRK-Bereitschaft Oberau im Anbau (hinten links) am Kindergrten untergebracht. 

Suche nach Platz für BRK-Neubau 

Alter Oberauer Fußballplatz ist vom Tisch

Unerwartete Wende im Fall Neubau der Sanitätsbereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes: Der Gebäudekomplex in Oberau soll nicht, wie noch in der vergangenen Legislaturperiode geplant, auf dem alten Fußballplatz in der Nähe des neuen, noch in Bau befindlichen Tunnels, sondern jetzt auf einem Areal im Kreuzungsbereich der Trift-/Münchnerstraße entstehen.

Oberau – Der Gemeinderat folgte damit  mit 15:1 Stimmen einem entsprechenden Antrag der CSU.

Thomas Kuba (CSU) hatte zuvor vehement für den neuen Standort geworben. Die jetzige Fläche des alten Fußballplatzes könne für „strategische Grundstücksplanungen“ erhalten und vom Fußballclub (FCO) genutzt werden. Die Belastung der Anlieger an der Heuberg-/Unterfeldstraße, wo der BRK-Komplex steht, werde reduziert und die Erschließungskosten für Strom, Wasser und Kanal würden geringer. „Das BRK hat dort leicht Platz“, sagte Kuba.

Bislang sei der alte Fußballplatz als Ausweichfläche „alternativlos“ gewesen. Das sei jetzt hinfällig. Die Fläche am neuen Standort, die derzeit von der Firma Marti gepachtet ist, wird deswegen in der zweiten Jahreshälfte frei, weil die Tunnelbauarbeiten bis dahin abgeschlossen sein werden. Jetzt stehen dort noch Wohncontainer für die Arbeiter der Firma. Bislang sei das Areal für den FCO reserviert gewesen, sagte Kuba. „Sie wird aber nicht mehr in vollem Umfang benötigt.“ Der BRK-Kreisverband trage den Standortwechsel mit. Sein Fraktionskollege Günter Meck sieht in dem Fußballplatz ein „Filetstück“, das jetzt der Gemeinde erhalten bleibe. „Das sollten wir als Tafelsilber erhalten.“

Laut Bürgermeister Peter Imminger (CSU) habe auch der Bauausschuss dieser Lösung zugestimmt: „Es besteht Einigkeit, den Standort zu wechseln.“ Zudem benötige man für diesen Ortsbereich keinen neuen Bebauungsplan: „Wir können sofort loslegen.“

Ungeteilt war die Zustimmung allerdings nicht. So vermisste Andre Fuchs (FWG) bei der Diskussion ein Gesamtkonzept für die Nutzung der gemeindlichen Flächen. Diese stünden nur in begrenztem Umfang zur Verfügung und sollten deswegen hinsichtlich künftiger Nutzungen genau unter die Lupe genommen werden. „Wo wollen wir hin? Wir haben keine Flächen, auf die wir ausweichen können.“

Die Problematik beim Sitz des BRK in Oberau ist nicht neu, es besteht Handlungsbedarf (wir berichteten). Seit den 1980er Jahren sind die Sanitäter in dem Anwesen auf dem Grundstück an der Unterfeldstraße untergebracht, auf dem der Kindergarten steht. Auch die Garagen und Nebengebäude der Sanitätskolonne befinden sich dort. Das eigentliche Heim ist aber im Keller eingerichtet – und der ist spür- und sichtbar in die Jahre gekommen. Die Räume sind niedrig, hinzu kommt Schimmel an den Außenwänden. Die vorgesehene Nutzung ist nicht mehr möglich. Deswegen sollen die Oberauer Rettungskräfte ein neues Haus bekommen – zusammen mit der Wasserwacht.

Nach bisherigen Planungen soll das neue Gebäude zwei Stockwerke bekommen, zusätzlich ist ein eingeschossiger Anbau mit Lagermöglichkeiten für die Geräte vorgesehen. Bereits dieses Jahr könnten die Arbeiten beginnen, das Projekt wird auf rund 800 000 Euro beziffert.

Rafael Sala

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