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So sieht der aktuelle Plan aus: Im siebten Entwurf für den künftigen Kur- und Kulturpark in Oberau sind einige Anregungen eingearbeitet worden. Dazu gehört unter anderem, die Toilettenanlage an den Eingang zu verschieben.

Kulturpark ist der größte Kostenfaktor

Das Oberauer Jahr der Rekorde

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Der finanzielle Aufwärtstrend hält an: Die Gemeinde Oberau kann beim Haushalt auf ein Jahr der Rekorde zurückblicken. Bauchschmerzen bekommt sie bei der Realisierung ihres Hauptprojekts, dem Kulturpark, dementsprechend nicht.

Oberau – Es ist Entwurf Nummer sieben. Und soviel steht schon jetzt fest: Es werden noch weitere folgen. Der geplante Kur- und Kulturpark in Oberau existiert zwar bisher nur auf dem Papier, befindet sich aber im stetigen Wandel. Auch jetzt hatte das beauftragte Ingenieurbüro von Georg Kuba wieder einige Änderungswünsche einzuarbeiten, weil die Anregungen des Ortsvereinekomitees eingegangen sind. Den aktuellen Stand der Dinge erläuterte nun Bürgermeister Peter Imminger (CSU) in der Sitzung des Gemeinderats, in der auch der Haushalt verabschiedet wurde.

Das Vorhaben, im Zentrum der Kommune eine Oase der Ruhe und gleichzeitig einen Veranstaltungsort zu realisieren, steht 2017 im Vordergrund. Auch aus finanzieller Sicht. 400 000 Euro nimmt die Gemeinde heuer dafür in die Hand, berichtete Kämmerer Stefan Hausenblas.

Der Bauausschuss ist die Anmerkungen des Vereinekomitees im Vorfeld der Sitzung durchgegangen. Einige Punkte leuchteten ein. Zum Beispiel, dass die Ausschankhütte von links neben der Bühne in Richtung Schulstraße verlegt werden sollte, weil von dort aus die Warenanlieferung besser möglich wäre. Im neuen Entwurf ist das bereits berücksichtigt. Gleiches gilt für den Standort des Toilettengebäudes, das nun am Eingangsbereich am Schmiedeweg angesiedelt ist, oder das Pavillondach. Statt wie anfangs mit Glas wird nun mit Holz geplant.

Andere Vorschläge allerdings wies man begründet zurück. Der Rathauschef und die Bauausschuss-Mitglieder halten nicht viel davon, die mobile Überdachung auch andernorts einzusetzen. „Wir wollen das Leben in der Ortsmitte haben“, sagte Imminger. „Wenn Vereine große Feste machen, dann nicht auf dem eigenen Gelände, sondern im Kurpark.“ Diskutiert werden muss auch noch, ob die Toiletten öffentlich sein sollen. Dafür herrscht in puncto Personal-WC die Meinung vor, es nicht im Kurpark zu stationieren. „Das Personal kriegt den Schlüssel für den Turnhalle.“ Viele Anregungen stießen auf Zuspruch, ein Teil obliegt noch einer Prüfung. „Die Detailsachen ergeben sich noch“, sagte Imminger. „Das ist jetzt die Grundsatzplanung.“ Und mit dieser Version des Entwurfs konnte sich das komplette Gremium anfreunden. Unisono votierte es auch für die Errichtung mehrerer Funktionsgebäude.

Es war ein Abend der Harmonie und Freude – und der einstimmigen Beschlüsse. Denn auch beim Haushalt und der Finanzplanung für die nächsten Jahre flutschte es. Wen wundert’s, so gut wie es in Oberaus Kasse aussieht. „Bei der Qualität kann man nicht viel sagen“, merkte deshalb Günter Meck (CSU) an.

Der finanzielle Aufwärtstrend hält an. Hausenblas sprach von einem Jahr der Rekorde – angefangen von der gestiegenen Einwohnerzahl (über 3245) über die Zuführung zum Vermögenshaushalt, die „alles bisher Dagewesene übertrifft“, bin hin zur höchsten Rücklage seit Jahrzehnten. Damit noch nicht genug. 2016 sprudelten die Gewerbesteuereinnahmen mit einer „unglaubliche Rekordsumme“ von fast 1,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 sind es 200 000 Euro gewesen. Aufgrund der guten Konjunktur kalkuliert die Kommune 2017 mit rund 1,5 Millionen Euro. Das entspricht dem Kämmerer zufolge dem zweithöchsten Wert in der Geschichte der Gemeinde.

Imminger kann sich nicht beklagen: Verschuldung gesunken, voraussichtlich keine Kredite nötig und das Sparschwein weiter gefüllt. „Fernziel ist es, die Rücklagen auf eine Million Euro aufzubauen“, sagte Hausenblas. Falls sich die rosigen Zeiten mal ändern. Danach sieht es gerade nicht aus. Der Etat schafft Spielraum, um sich sogar den einen oder anderen Luxus zu leisten. Doch die Pflichtaufgaben vernachlässigt die Gemeinde nicht und stellt Gelder für die Feuerwehr, den Straßenbau oder die Mittelschule ein. „Wir können nicht groß jammern“, betonte der Bürgermeister. „Das wäre auf hohem Niveau.“

Die Zahlen im Überblick

Gesamtvolumen

8,5 Millionen Euro (Ansatz 2016: 7,4)

Verwaltungshaushalt

7,1 Millionen Euro (6,7)

Vermögenshaushalt

1,4 Millionen Euro (716 000)

Einnahmen

Gewerbesteuer

1,5 Millionen Euro (1,6)

Einkommensteuer

1,5 Millionen Euro (1,4)

Schlüsselzuweisung

686 600 Euro (450 000)

Ausgaben

Personal

2,0 Millionen Euro (1,9)

Kreisumlage

1,3 Millionen Euro (1,6)

Zuführung zum Vermögenshaushalt

1,1 Millionen Euro (560 000)

Gewerbesteuerumlage

303 600 Euro (315 000)

Tilgung von Krediten

161 400 Euro (143 000)

Investitionen

Feuerwehr (Digitalisierung und Garage)

112 800 Euro

Grund- und Mittelschule

9200 Euro

Kulturpark (inklusive Stadelbau)

413 500 Euro

Straßenbeleuchtung

60 100 Euro

Schulden

1,8 Millionen Euro (2,0)

Rücklagen

840 000 Euro (700 000)

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