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Seite an Seite mit den Oberauern kämpft Alexander Dobrindt für die Ortsumfahrung - wie hier im Juli 2013.

Spatenstich erfolgt am 1. September

Interview:  Dobrindt zur Ortsumfahrung Oberau

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Oberau/Berlin - Es ist ein Meilenstein - für Oberau, für die ganze Region und auch für Alexander Dobrindt. Im Interview spricht der Bundesverkehrsminister erinnert er sich an den zähen Kampf und künftige Pläne.

Der Peißenberger Alexander Dobrindt kämpfte seit 2002, als er in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, für die Ortsumfahrung. Mit Erfolg. Im Tagblatt-Interview erinnert er sich an das zähe Ringen um den Tunnel und spricht auch über die weiteren Verkehrsprojekte, die im Landkreis anstehen. Der erste Spatenstich für die Umfahrung erfolgt am Dienstag, 1. September. Der Festakt mit Dobrindt und Gerhard Eck, Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, beginnt um 10.30 Uhr am Nordportal.

Die Oberauer sind seit 2003 auf die Straße gegangen, um für die Umfahrung zu demonstrieren. Wie oft waren Sie bei den Kundgebungen dabei? 

Ich habe versucht, möglichst an allen Demonstrationen teilzunehmen. Ich bin froh, dass es meistens gelungen ist. Schließlich war das immer eine große Solidaritätskundgebung der Bürger aus Oberau gemeinsam mit der Politik. Ich freue mich deshalb umso mehr, dass dieses große Engagement am Schluss auch erfolgreich war.

Warum macht die Umfahrung Oberau Sinn? 

Sie ist ein lang erwarteter Lückenschluss, der eine zentrale Engstelle schließt. Neben der notwendigen Entlastung der Oberauer ist das für den übergeordneten Verkehr auf einer der zentralen Nord-Süd-Achsen durch Bayern ein dringend erforderlicher Schritt. Die fast wöchentlichen Verkehrs-Durchsagen im Radio – „kilometerlanger Stau in und um Oberau“ – werden dann der Vergangenheit angehören.

Es ist ja gute Tradition, dass ein Bundesverkehrsminister ein Projekt in seiner Heimat realisiert. Welche Reaktionen haben Sie für Ihre Zusage zum Bau der Oberauer Ortsumfahrung erhalten? 

In der Region selber gibt’s nur positive Kommentare, dass diese Umgehungsstraße, für die ich mich und viele meiner Kollegen sowie die Bürgerinitiative VEO sich über Jahrzehnte eingesetzt haben, jetzt realisiert wird. Alles, was wir an Engagement zugesagt haben, können wir einlösen. Dass es außerhalb unserer Heimat Stimmen gibt, die die Maßnahme kritisieren, damit kann man leben. Fachlich ist sie mehr als begründet. 

Kurzer Rückblick: Wie kam’s nochmal dazu, dass der Oberauer Tunnel nun so schnell gebaut wird?  Das Schlüsselelement war die Verkehrskonferenz in Murnau im letzten Jahr, bei der die fachlichen Argumente über mehrere Stunden gegenüber den Fachleuten meines Hauses noch einmal intensiv vorgetragen worden sind. Da wurde auch die Verwaltungsebene von der zwingenden Notwendigkeit dieser Baumaßnahme überzeugt. Ich bin dem stellvertretenden Landrat, Dr. Michael Rapp, sehr dankbar, der bereits einen Tag nach meiner Vereidigung diese Verkehrskonferenz zusammen mit meinem Landtagskollegen Harald Kühn schriftlich eingefordert hat. Deswegen haben beide im positivsten Sinne Mitverantwortung, dass es uns gelungen ist, durch ein gemeinsames Auftreten in der Region dieses Projekt voranzutreiben. Ein wesentlicher Punkt dabei war auch, dass alle Teilnehmer diese Baumaßnahme uneingeschränkt begrüßt haben. 

Jetzt steht am Dienstag, 1. September, der erste Spatenstich bevor. Wie geht’s Ihnen damit, dass diese Umfahrung, die ja auch eine Herzensangelegenheit für Sie ist, nun angepackt wird? 

Ich bin sehr glücklich, dass es möglich ist, diese technisch und auch finanziell sehr anspruchsvolle Maßnahme zu verwirklichen. Das geht auch deswegen, weil es mir gelungen ist, einen Investitionshochlauf in meinem Ministerium zu erwirken. In mehreren Elementen, mit zusätzlichen Haushaltsmitteln, aber auch durch Einnahmen aus der Lkw-Maut wurde die Investitionslinie des Verkehrsministeriums deutlich erhöht. Davon profitieren auch wir in unserer Region. 

Nachdem klar war, dass die Umfahrung gebaut wird, wurden Sie als Alexander der Große gefeiert. Werden Sie nun auch Tunnelpate?

Üblicherweise werden aktive Politiker nicht Tunnelpate. Ich habe sehr darum gekämpft, dass dieser Tunnel realisiert wird. Und ich werde auch weiterhin den Tunnelbau begleiten und dafür sorgen, dass wir termingerecht fertig werden.

Oberau ist im Landkreis nicht die einzige Gemeinde, die unter einem gewaltigen Verkehrsaufkommen leidet. Wie schaut’s mit den Projekten in Saulgrub und Garmisch-Partenkirchen aus?

Einen weiteren großen Meilenstein erleben wir im nächsten Jahr, wenn wir die Verkehrsfreigabe der Bundesstraße 23 in Saulgrub feiern können. Ich bin auch da sehr froh, dass es gelungen ist, die Finanzierung sicherzustellen. Und ich lasse überhaupt keinen Zweifel daran, dass, sobald wir beim Kramertunnel wieder Baurecht erreichen, die Finanzierung auch stattfindet. Aktuell wird an der geänderten Planfeststellung gearbeitet, die durch den Wassereintritt im Tunnel, mit dem man nicht rechnen konnte, notwendig geworden ist.

Und der Wanktunnel steht in weiter Ferne... 

Der Wanktunnel, der ja im weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans steht, wird zurzeit bewertet. Zu der Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans, die im nächsten Jahr im Bundestag behandelt wird, werden jetzt Kosten-Nutzen-Analysen erstellt. Die bekommen wir noch im Lauf dieses Jahres. Ich hoffe sehr, dass wir dann eine positive Eingruppierung für den Wanktunnel erreichen können.

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