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Noch läuft der Verkehr vom Ettaler Berg durch Oberau. Das soll sich ändern. 

Landkreis-Kommunen unter der Lupe

Zur Kommunalwahl 2020: Was Gemeinderat und Bürgermeister für Oberau erreicht haben

Das müssen Sie zur Kommunalwahl 2020 in Oberau wissen. Vor der Wahl wird jede Gemeinde des Kreises Garmisch-Partenkirchen auf den Prüfstand gestellt.

Oberau – Der Kulturpark wurde großzügig ausgebaut, der Kindergarten bekam einen Anbau, und der lang ersehnte Tunnel an der B 2 ist endlich in Sichtweite. An all diesen großkalibrigen Projekten maßgeblich beteiligt war Bürgermeister Peter Imminger (CSU). Dass er ein gutes Händchen hat, teure Bauprojekte in die Wege zu leiten und organisatorisch zu stemmen, liegt nicht zuletzt – daraus macht er selbst keinen Hehl – an seinem guten Draht in die Schaltzentralen der Politik: „Ich habe gute Beziehungen nach München, Berlin, Brüssel“, räumt er nicht selten schmunzelnd ein.

Großprojekt Umfahrung der B 23

Hinzu kommt, dass die Oberauer CSU im Gemeinderat 55,5 Prozent der Sitze stellt und ihm so bei allen Beschlüssen zu einer komfortablen Mehrheit verhelfen kann. Am zweitstärksten ist die Freie Wählergemeinschaft mit 31,7 Prozent, Schlusslicht bildet die SPD mit 12,8 Prozent. Die Chancen, dass Imminger zum fünften Mal seit 1996 den Rathaussessel erobert, stehen gut.

Eine harte Nuss werden er und der Gemeinderat allerdings zu knacken haben: Die Umfahrung der B 23, ein Megaprojekt, das auf rund zehn Millionen Euro beziffert ist. Die Gegnerschaft zum bestehenden Plan, zur Ableitung des Verkehrs an der Bundesstraße eine Trasse entlang des Mühlbergs zu bauen, ist groß – und das Thema in der Öffentlichkeit präsent wie kaum ein anderes.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Entlastung oder Augenwischerei?

Auch seinem Herausforderer Josef Lohr (FWG) wird das Thema nicht erspart bleiben. Entscheidend ist die Frage, ob die Trasse, die am Nordportal der B 2 einschleifen soll, tatsächlich die gewünschte Entlastung bringt oder ob das Ganze nicht eine einzige Augenwischerei ist. Das zumindest meinen die Projektgegner, die mit dieser Variante sogar eine Zunahme des Verkehrs befürchten – weil eben die Ausweichmöglichkeit über die Ettaler Straße fehlt und der aus dem Gewerbegebiet kommende Schwerlastverkehr über den Ort selbst abgewickelt werden muss.

Wir bieten Ihnen alle Informationen zur Kommunalwahl 2020 in Bayern sowie zu den Bürgermeisterwahlen 2020 im Kreis Garmisch-Partenkirchen.

Geplante Brücke in der Kritik

„Die Brücke hinter dem Trachtenheim entlang des Alpenschwimmbads ist eine Horrorvorstellung und wird zu einem enormen Flächenverbrauch in bisher unberührter Natur führen“, klagt Stefan Theelen von der Initiative „No B 23 neu“. Die Initiative fordert eine sogenannte „Einschleifungsalternative“ an der B 23 im Südabschnitt des neuen B 2-Tunnels – eine Variante, die vom Staatlichen Bauamt Weilheim nicht geprüft wurde und aus Kostengründen auch nicht in Erwägung gezogen wird.

Alle Kandidaten im Überblick

Verträgliche Lösung

Dass die neue B 23 kommen soll, darüber besteht Einigkeit. 2016 hat sich der komplette Gemeinderat auf einen Grundsatzbeschluss geeinigt: Demnach „befürwortet er eine Verlegung der derzeitigen Straßenführung“, will aber eine hinsichtlich Ökologie und Landschaftsbild „möglichst verträgliche Lösung“, wie es in dem Papier heißt.

Baukosten die große Unbekannte beim Wohnbau

Offen ist auch die Frage, ob sich das kommunale Wohnbauprojekt an der Loisachauenstraße in der geplanten Version verwirklichen lässt. Die große Unbekannte sind die Baukosten, die zwar nicht explodieren werden, aber doch so hoch ausfallen könnten, dass sie dem Wunsch nach günstigen Mietpreisen das Wasser abgraben. „Wenn wir die Mieten moderat halten wollen, hängt es entscheidend von den Baukosten ab, ob wir das Objekt so finanzieren können“, erklärt der Rathauschef. In der Loisachauenstraße soll ein Wohnkomplex mit 24 Einheiten entstehen. Geplant sind vor allem Drei- und Vierzimmerwohnungen mit Aufzügen, aber ohne Keller. Gegenwärtig befassen sich die Planer mit Einzelfragen.

Tristes Bild am Bahnhof

Kein schöner Anblick ist der Bahnhofsvorplatz – ein weiteres Großprojekt, das die Gemeinde beschäftigt. Aufgebrochener Asphalt, tristes Grau, wenig Grün: Das Areal bereitet der Gemeinde schon lange Kopfzerbrechen. Hier tätig zu werden, habe „hohe Priorität“, wie Imminger schildert. Steht einmal der Tunnel an der B 2, dann will Oberau den ganz großen Wurf: Nicht nur der Bahnhofsvorplatz, sondern der ganze Ortskern soll eine umfassende Schönheitskur bekommen. Möglich wird dies, weil die B 2, durch die der Verkehr dann nicht mehr rollt, zurückgebaut und als gestalterische Fläche freigehalten werden kann. Nach bisherigem Stand soll der neue Tunnel Ende 2021 in Betrieb gehen.

Viele weitere Projekte

Weitere Themen der 3200-Seelen-Gemeinde sind der Neubau eines Vereinsheims der Wasserwacht und des Bayerischen Roten Kreuzes, der weitere Ausbau des Kindergartens, die Einrichtung eines Kulturlehrpfads mit dem Titel „Das goldene Au – damals und heute“, das die vielfältige Geschichte der Gemeinde Oberau und deren Wandel von einem bäuerlichen Dorf hin zu einem wirtschaftlich prosperierenden Industriestandort aufzeigen soll. Ein begehbares Floß an der Loisach, Zöllner mit Schranke am ehemaligen Mauthaus, Informationstafeln an historischen Gebäuden: Diese und andere Elemente werden im Idealfall ab Juli 2021 zu sehen sein.

Lohr will Dorfgemeinschaft stärken

Ein unbeschriebenes Blatt ist auch Immingers Kontrahent Josef Lohr nicht: Als gebürtiger Oberauer will der 39-Jährige nach eigenen Worten die Dorfgemeinschaft stärken, Zukunftsprojekte schaffen, wenn die Bundesstraßen einmal zurückgebaut sind sowie sich vor allem für die Themen Ortsentwicklung und Verkehrssicherheit einsetzen. Ihm werden gute Chancen eingeräumt, Imminger die Stirn zu bieten.

Rafael Sala

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben haben Stadtrat und Gemeinderat?

Gemeinderat Oberau vor der Kommunalwahl 2020: Namen, Daten, Fakten Sitzverteilung

Die Sitzverteilung im Oberauer Gemeinderat vor der Kommunalwahl 2020.

Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern plus dem ehrenamtlichen Bürgermeister Peter Imminger (CSU).

Sitzverteilung:

CSU: Josef Bobinger, Christian Fischer, Günter Meck, Thomas Kuba, Roland Paschke, Peter Bitzl, Roland Baumgärtner, Birgit Daisenberger, Bernhard Hübner.

Freie Wählergemeinschaft Oberau: Peter Fink junior, Johann Klein, Werner Thoma, Georg Mayr, Josef Lohr.

SPD: Christian Allinger, Angelika Allinger-Rank.

Die Bürgermeister von Oberau

  • Mai 1945 bis Juli 1945: Ludwig Macciola (keine Parteizugehörigkeit, eingesetzt durch US-Streitkräfte)
  • August 1945 bis November 1945: Theo Huber (SPD)
  • Januar 1946 bis April 1948: Ludwig Daisenberger (CSU)
  • Mai 1948 bis April 1956: Josef Lichtenstern (CSU)
  • Mai 1956 bis April 1978: Michael Fischer (CSU)
  • Mai 1978 bis April 1990: Klaus Schleicher (CSU, später Bürgerfreundliche Wählervereinigung)
  • Mai 1990 bis März 1992: Eugen Daisenberger (CSU)
  • August 1992 bis April 1996: Klaus Schleicher (Bürgerfreundliche Wählervereinigung)
  • seit Mai 1996: Peter Imminger (CSU).

Auch interessant: Gemeinde sind in puncto Bahnhofsvorplatz Hände gebunden

Landkreis-Gemeinden im Fokus: Alle Gemeinden vor der Kommunalwahl 2020

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