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Bleibt auf seinem Thron: Peter Imminger.

CSU-Mann geht in die fünfte Runde

Oberau bleibt in Immingers Hand: Ergebnis ist aber schlechter als von vielen erwartet

  • VonRafael Sala
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Der neue Rathauschef ist der alte: Peter Imminger (CSU), dienstältester Bürgermeister im Landkreis, ist wieder gewählt worden. Allerdings fiel das Ergebnis nicht so stark aus, wie erwartet. Sein Kontrahent Josef Lohr von den Freien Wählern konnte aus dem Stand ein stolzes Resultat einfahren.

Oberau – Oberau machte es spannend: Erst eine knappe Stunde nach der anvisierten Bekanntgabe stand das Ergebnis der Kommunalwahl fest. Ein Vorzeichen, dass für Imminger, seit 24 Jahren unangefochtene Nummer eins im Ort, die Dinge diesmal nicht ganz so gut laufen würden? Fest steht: Der umtriebige Bürgermeister, gefeiert für seine Erfolge, hat das Rathaus zwar erneut erobert, doch deutlich schwächer, als von vielen prognostiziert. Er bekam 881 der 1508 abgegebenen Stimmen – 58,42 Prozent. Sein Kontrahent, Josef Lohr von der Freien Wählergemeinschaft (FWG), konnte aus dem Stand 627 Stimmen einheimsen, was einer Quote von 41,58 Prozent entspricht.

Zwar immer noch ein deutlicher Vorsprung für Imminger, aber doch nicht so viel, dass sich auch nur annähernd von einem starken Votum reden lässt. Eher das Gegenteil: Man könnte fast schon von einer Watschn sprechen. Dennoch ließ er sich nichts anmerken, bewertete das Ergebnis vielmehr positiv, als er gegen 18.20 Uhr zusammen mit Geschäftsführer Robert Zankel auf die Treppen der Grundschule trat, wo sich die Menschen schon seit geraumer Zeit ungeduldig die Beine in den Bauch standen und den Gewinner unter Bläserklängen mit Applaus empfingen. „Ich freue mich auf meine fünfte Amtszeit. Das wird aber definitiv meine letzte sein.“ Letztere Bemerkung klang ein wenig nach vorauseilendem Gehorsam – als habe er verstanden, dass ihm die Wählergunst diesmal nicht so gewogen war. Imminger hatte allerdings zuletzt öfter angekündigt, in sechs Jahren aus Altersgründen Schluss zu machen.

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Ziel verfehlt, trotzdem zufrieden

Der 62-Jährige betonte, dass es noch viele wichtige Projekte zu schultern gebe – vor allem die Realisierung der neuen Umgehungsstraße B23, die seit Monaten im Fokus steht und neben großer Befürwortung auch eine nicht zu unterschätzende Gegnerschaft auf den Plan gerufen hat. Selbstbewusst verkündete Imminger, dass es für dieses und andere Vorhaben „große Erfahrung“ brauche, „und die habe ich“. Feiern wolle er den Wahlausgang wegen der Coronakrise zwar nicht, aber mit Freunden in einem Restaurant gemütlich zusammensitzen und den Abend bei einem Glas Wein ausklingen lassen – das werde er sich nicht entgehen lassen.

Auch Lohr zeigte sich zufrieden, wenngleich er sein Ziel, die amtierende Nummer eins vom Thron zu stürzen, verfehlt hat. Dennoch: „40 Prozent sind ein klasse Ergebnis. Ich habe es immer gesagt: Wenn ich aus dem Stand bei 40 Prozent lande, dann habe ich mein persönliches Ziel erreicht.“ Insbesondere freute er sich darüber, „jemandem, der 24 Jahre im Amt ist, ernsthaft Paroli bieten zu können.“ Darauf könnten alle stolz sein. Zuspruch bekam er von seiner Mannschaft: Glückwünsche gab’s, einige nahmen ihn herzhaft in den Arm. „Respekt“, erklang es – und dass er weitermachen möge. Kraft für den anstrengenden Wahltag und die damit verbundene Nervosität hatte er beim Wandern getankt. Vom Aussichtspunkt „Loisachblick“ habe er bei warmen Frühlingstemperaturen sozusagen „von Oberau nach Oberau“ geblickt. Für einen Sieg gereicht hat die Stärkungstour dennoch nicht.

Die Wahlbeteiligung lag heuer bei 60,2 Prozent – deutlich mehr als 2014, wo 53,4 Prozent der Stimmberechtigten an die Wahlurnen gegangen waren. Derzeit ist die CSU mit 55, 5 Prozent stärkste Kraft im Oberauer Gemeinderat. Es folgt die FWG mit 31,7, Schlusslicht bildet die SPD mit 12,8 Prozent.

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