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Bangen um ihre Arbeitsplätze und die Firma: (v. l.) Markus Masur, Jozef Szilagyi, Tobias Eich und Geschäftsführer Markus Mayer. 

Geschäftsführer kämpft für seine Angestellten und den Fortbestand des Betriebs

„Existenzbedrohend“: Zeltverleih Oberau steht nach Brand vor ungewisser Zukunft

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Nach dem Großbrand in Oberau steht der Zeltverleih vor einer ungewissen Zukunft. Das Feuer hat der Firma die Betriebsgrundlage entzogen. Der Schaden, der entstanden ist, soll sich im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich bewegen.

Oberau– Die Situation ist – gelinde gesagt – bescheiden und das ist bei genauer Betrachtung offenbar noch stark untertrieben. Nach dem Großbrand in Oberau, der die gemietete Lagerhalle, alle Zelte, Werkzeuge und Möbel, sogar die Sicherheitsschuhe der Mitarbeiter, vernichtet hat, steht der Zeltverleih Oberau vor einer ungewissen Zukunft – ebenso alle fünf Beschäftigten und ihre Familien. „Wir haben nichts mehr, mit dem wir arbeiten können. Die Lage ist existenzbedrohend“, sagt Geschäftsführer Markus Mayer (41). 2012 hat er die traditionsreiche Firma, die davor schon 25 Jahre lang bestand und einen ausgezeichnet Ruf in der Branche genießt, gemeinsam mit zwei Teilhabern, Dominik Steger und Mark Gerum, die auch die Titanic Veranstaltungstechnik (TVT) betreiben, übernommen. „Wir waren gut im Geschäft.“

Jetzt steht das Unternehmen Zeltverleih Oberau vor dem Aus. Und die Mitarbeiter, wenn die Versicherungen nicht schnell bezahlen, vor der Kündigung. Die will Mayer, so lange es ihm möglich ist, hinausschieben. Die Löhne bezahlt er zunächst aus eigener Tasche. In welchem Zeitrahmen er das finanziell stemmen kann, weiß er nicht. „Ich will meine Mitarbeiter an mich binden. Ich brauche sie, wenn es weitergeht.“

Auf der Suche nach einem Ausweg

Um den Betrieb wieder aufnehmen zu können, fehlt es derzeit an allem. Lager und Betriebsräume, Werkzeug, Leitern, Maschinen, Zelte und deren Ausstattung. All das wieder anzuschaffen, wird wahrscheinlich viele Wochen, wenn nicht gar Monate und noch mehr Geduld sowie Geld beanspruchen. Mayer ist auf der Suche nach einem Ausweg aus der Misere. Der Schaden, den das Feuer verursacht hat, „liegt schon jetzt im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich“. Er erwartet, dass sich die Regulierung über Monate hinziehen wird. Ihm ist klar, dass er nur den Zeitwert des Materials erstattet bekommen wird. „Ein Eins-zu-eins-Ersatz ist damit natürlich nicht möglich.“ Er selbst besitzt eine Inhaltsversicherung, die mit einer Hausratsversicherung im privaten Bereich vergleichbar ist. Er hofft, dass die Haftpflichtversicherung der Dachdeckerfirma,die durch ihre Arbeiten auf dem Dach den Brand ausgelöst hat, schnell zahlt und damit der Fortbestand seines Unternehmens möglich ist. „Erst nachdem alles geregelt ist, können neue Zelte beim Hersteller in Auftrag gegeben werden.“ Deren Fertigung und Lieferung werde abermals einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zelt für Neujahrsskispringen ist auch dem Brand zum Opfer gefallen

Mayer versucht, auch mit dem Eindruck aufzuräumen, der teilweise in der Öffentlichkeit entstanden ist. „Wir sind nicht Auslöser des Brands, wir sind Opfer.“ Dass die abgebrannte Halle, die 1971 entstanden ist und nun abgerissen wird, zum Teil aus Asbest bestand, könne nicht ihm oder seiner Firma angelastet werden. „Wir waren nur Mieter.“ Ob die Luft durch die Fasern, die Krebs erregen können, belastet ist – darüber streiten sich die Experten.

Alle Verträge, die Mayer in den kommenden Wochen hätte bedienen müssen, hat er gekündigt. „Wir können unsere Aufträge nicht erfüllen.“ So sollte er ein 1000-Quadratmeter-Zelt für das Holzbauforum, das in den kommenden Tagen im Kongresshaus von Garmisch-Partenkirchen stattfindet, aufbauen. Mayer hat aber dafür gesorgt, dass eine andere Firma einspringt. Gleiches gilt für das kommende Neujahrsskispringen. Das speziell für das Großereignis modifizierte Zelt ist ebenfalls dem Brand zum Opfer gefallen. „Ich helfe bei der Suche nach Ersatzlösungen. Ich will bei meinen Kunden in guter Erinnerung bleiben, wenn es mit dem Zeltverleih weitergehen sollte.“

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