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Die Verlegung der B23 bedroht den Aldi-Standort an der Ettaler Straße (Symboldbild). 

Bürgermeister lässt Bombe platzen

Wegen B23-Verlegung: Aldi-Filiale droht mit Schließung - Aus für mehrere Geschäfte am Standort?

Die Verlegung der B23 – gleich, in welcher Variante – erhitzt in Oberau die Gemüter. Jetzt meldet sich auch Aldi Süd zu Wort. Mit schlechten Nachrichten. 

  • Die Verlegung der B23 erhitzt in Oberau die Gemüter.
  • Nun meldete sich auch Aldi Süd zu Wort - der Discounter betreibt eine Filiale an der Ettaler Straße.
  • Die Zukunft der Filiale steht auf dem Spiel. 

Oberau – Die Bombe – Bürgermeister Peter Imminger (CSU) ließ sie in einem Nebensatz platzen. Als der Rathauschef auf der Bürgerversammlung im Trachtenheim über den Planungsstand bei der Verlegung derB23 berichtete, erwähnte er fast schon beiläufig, dass bei den Diskussionen auch ein anderer Beteiligter im Spiel ist: Aldi-Süd. Der Lebensmittel-Discounter habe ihm mitgeteilt, dass – sollte es zum Bau einer neuen Trasse kommen – die Zukunft der Filiale an der Ettaler Straße auf dem Spiel stehe. 

Wegen B23-Verlegung: Schließung von Aldi-Filiale möglich - Aus für Standort droht 

Eine Schließung sei möglich. Und zwar dann, wenn die Bundesstraße an der Ettaler Kehre zugemacht wird – wonach es aussieht, denn eine Kappung an der unteren Spitzkehre am Ettaler Berg ist laut den bestehenden Plan-Varianten Bedingung für die B23-Verlegung. Infolge der Sackgasse, die dort entstehe, sei mit einem sehr viel geringeren Verkehrsaufkommen ins Gewerbegebiet zu rechnen, fürchtet der Discounter. Das könne zu massiven Umsatzeinbrüchen führen, der Filialbetrieb werde sich nicht mehr lohnen. Das Aus für den Standort drohe.

Aldi Süd hält sich bedeckt. Zwar gebe es noch keine konkreten Pläne für eine Schließung oder Verlegung, sollten sich die Verhältnisse aber ungünstig entwickeln – sprich: Kommt es zum Sackgassen-Szenario, ist der Bestand der Filiale gefährdet. „Dadurch wäre sie vom Durchgangsverkehr praktisch abgeschnitten. Wie sich das auf die Erreichbarkeit und damit auch auf die Wirtschaftlichkeit unseres Standorts auswirkt, müssen wir erst abwarten“, teilt ein Sprecher auf Tagblatt-Anfrage in vorsichtigem Behördendeutsch mit. Er betont, dass gerade der Durchgangsverkehr „ein maßgeblicher Indikator“ für die Errichtung neuer Filialen sei. Sprich: Rauschen die aus Oberammergau kommenden oder ins Ammertal fahrenden Autos einmal durch einen Tunnel oder eine Trasse und damit am Gewerbegebiet vorbei, wäre für Aldi eines der wesentlichen Standortkriterien nicht mehr erfüllt. Überlegungen, die Filiale stattdessen auf anderem Gemeindegrund zu errichten, gebe es derzeit nicht, informiert der Sprecher weiter.

Lesen Sie auch: Anbindung der B23 an die B2: Staatliches Bauamt verschiebt erneut Informations-Termin

Wegen B23-Verlegung: Aldi droht mit Schließung - Aus für mehrere Geschäfte am Standort?

Imminger will die Sache nicht dramatisieren, aber auch nicht schönreden. „Eine Garantie für den dauerhaften Fortbestand von Versorgungsbetrieben am Ort gibt es sowieso nicht“, versucht der Bürgermeister, der selbst ein vehementer Befürworter einer B23-Verlegung ist, die Lage zu relativieren. Auf jeden Fall werde Oberau handeln: „Sollte sich abzeichnen, dass der Standort des Discounters gefährdet ist, wird versucht, eine neue Fläche hierfür zu erschließen.“ Die Gemeinde stehe diesbezüglich in ständigem Kontakt zu den Expansionsabteilungen der Verkaufsfläche.“ Auf dem nebenliegenden Areal befindet sich ein weiterer Lebensmittelsortimenten und mehrere andere Läden.

B23-Verlegung - Staatliches Bauamt Weilheim plant derzeit Prüfung der Varianten

Derzeit ist das Staatliche Bauamt in Weilheim mit Variantenprüfungen für die Verlegungsstraße beschäftigt. Die schon für den Herbst dieses Jahres im Ort sehnlichst erwartete Informationsveranstaltung zum Megaprojekt soll Imminger zufolge im Januar 2020 stattfinden. Im Februar 2016 hatte sich die Gemeinde in einem Grundsatzbeschluss für das Projekt stark gemacht. Es sei das „erklärte Ziel“, die Straße zu realisieren, allerdings mit Blick auf eine möglichst umweltverträgliche Lösung, heißt es im Papier.

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Rafael Sala

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