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Ein Drahtgeflecht ist im Boden verankert. Es soll verhindern, dass loses Felsmaterial auf die Straße fällt. 

Projekt bei Oberau auf der Zielgeraden

Steinschlagzaun an der B 2: Arbeiten sind voll im Zeitplan

Die Arbeiten am Steinschlagzaun an der B 2 bei Oberau sind voll im Zeitplan. Möglicherweise ist das Projekt schon vor dem 6. Dezember abgeschlossen.

Oberau – Tag und Nacht sind die Arbeiter teilweise im Einsatz gewesen, damit mit dem Bau des neuen Steinschlagzauns an der Bundesstraße 2 bei Oberau etwas vorwärts geht. Mit Erfolg. Nun sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Unter anderem wird auf die Zäune noch ein feineres Drahtgeflecht aufgetragen. „Wir kommen super voran“, resümiert Nadine Heiß vom Staatlichen Bauamt Weilheim. „Die Baufirma ist voll im Plan.“ Eigentlich war anvisiert, das Projekt am 6. Dezember zu beenden. Doch wenn das Wetter hält, kann es laut Heiß auch sein, dass es früher abgeschlossen ist. Die Kosten sind mit insgesamt 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Bonuszahlungen für die Firma

Rückblende: Erst wollte das Staatliche Bauamt die Strecke zwei Wochen voll sperren. Doch die Behörde lenkte ein, reduzierte die Dauer. Ab dem 8. Oktober sollte die Bundesstraße für fünf Tage nicht zu befahren sein. Es kam anders. Denn die Rodungsarbeiten waren deutlich früher zu Ende als gedacht. 400 Bäume wurden in nicht einmal eineinhalb Tagen entfernt. In der Folge war die Strecke manchmal halbseitig gesperrt. Das Staatliche Bauamt lockte mit tageweisen Bonuszahlungen, wenn die Arbeiten ohne halbseitige Sperrung vonstatten gehen. Es zeigte sich: Die Tiroler Firma Berger & Brunner will diese Möglichkeit ausschöpfen und dafür erschwerte Bedingungen in Kauf nehmen.

Keine harten Zeiten für Pendler und Touristen

Heiß ist zufrieden. „Die Ausschreibung hat ihr Ziel erfüllt. Für uns ist das Wichtigste, dass die Verkehrsteilnehmer wenig behindert werden.“ Ihr zufolge läuft es „in der Regel gut“. Von einem größeren Verkehrschaos und längeren Staus ist nichts bekannt. Befürchtungen, dass es für Pendler und Touristen harte Zeiten werden könnten, bewahrheiteten sich nicht.

Die Maßnahmen an dem 770 Meter langen Teilstück, das am Nordportal des Oberauer Tunnels beginnt, duldeten keinen Aufschub. Es war Gefahr im Verzug, nachdem ein geologisches Gutachten gezeigt hat, dass Felsbrocken den bisherigen Sicherungszaun durchschlagen und auf der Bundesstraße landen könnten.

Bedenken wegen eines Drahtgeflechts

Allerdings gibt es Bedenken wegen des Drahtgeflechts, das das Staatliche Bauamt in einem kurzen Teilstück zwischen dem neuen Steinschlagzaun und der Bundesstraße am Boden befestigen ließ. Eine, die das als problematisch einstuft, ist die Oberauerin Henny Schübel. Die Natur- und Landschaftsführerin sieht die Gefahr, dass sich Tiere darin verfangen könnten. „Die kommen da nie wieder raus.“ Auch Radler und Motorradfahrer könnten sich bei einem Sturz oder Unfall an dem Bodendraht verletzen, befürchtet sie. „Der Steinschlagzaun ist bestimmt notwendig“, sagt Schübel. Bei dem Drahtgeflecht am Boden hat sie hingegen erhebliche Zweifel.

Loses Felsmaterial soll nicht auf die Straße fallen

Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, hat kein Problem damit. „Da ist ein alter Wildwechsel. Er wird aber schon lange nicht mehr genutzt.“ Und von der Ostseite gehe das Wild nur bis zur Loisach. Schübel meint hingegen, dass ein Wildwechsel auch wieder aktiviert werden könne. Laut Heiß will man mit dem Drahtgeflecht erreichen, dass loses Felsmaterial an Ort und Stelle bleibt und nicht auf die Straße fällt.

Roland Lory

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