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Kunterbunter Zuwachs: Der Kindergarten Oberau steht sinnbildlich für die positive Entwicklung der Kommune.

Oberau im Aufwind

Haushalt 2019 zeigt die positive Entwicklung

Oberau befindet sich im Boom und wächst und wächst. Der Haushalt für 2019 bewegt sich auf die Zehn-Millionen-Grenze zu. Investiert wird vor allem in den Kindergarten.

Oberau – Die Gemeinde Oberau erlebt einen Boom: Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Bewohnerzahl von etwa mehr als 2500 auf inzwischen 3318 angestiegen. „Ein Rekord“, sagt Kämmerer Stefan Hausenblas, der diese Entwicklung im Haushaltsplan für die Kommune vorgestellt hat. Die Bewohnerzahl bildet die Grundlage für einige Zuweisungen und Umlagen, wie Hausenblas ausführte: Das Gesamtvolumen des Haushaltes bezifferte der Kämmerer auf 9 765 700 Euro – die Summe teilt sich in den Verwaltungshaushalt mit 7 931 000 und den Vermögenshaushalt mit 1 834 700 Euro auf. Der Gemeinderat um Bürgermeister Peter Imminger (CSU) segnete den Plan in seiner Sitzung einstimmig ab. Die positive Botschaft: „Eine weitere Neuverschuldung ist für das Jahr 2019 nicht vorgesehen.“

In seiner Ansprache vor dem Gremium sorgte Hausenblas für größtmögliche Transparenz, stellte mit Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer, Schlüsselzuweisung, Einkommensteuerbeteiligung, Grunderwerbssteuerbeteiligung, Zweitwohnungssteuer und Umsatzsteuerbeteiligung die Entwicklung der wichtigsten Einnahmearten dar: Insbesondere Gewerbesteuer mit 1,6 Millionen Euro und die Einkommensteuerbeteiligung mit 1,66 Millionen Euro machten neben Schlüsselzuweisung (793 100 Euro) und Grundsteuer B (471 600 Euro) den Löwenanteil der Einnahmen aus.

Auch der Blick auf die Ausgaben zeigt die Oberauer Erfolgsgeschichte, von der auch der Landkreis profitiert: Aufgrund der Steuerkraftzahl musste die Gemeinde die Kreisumlage mit zuletzt über 1,6 Millionen Euro stemmen, wegen des etwas gesunkenen Steuerfaktors dürfen „wir mit einer leichten Entspannung rechnen“, sagt Hausenblas: Oberau wird laut Haushaltsplan 1 535 300 Euro an den Landkreis überweisen.

Auch an den Personalausgaben lässt sich die positive Entwicklung erkennen. Insgesamt sind für diese Position im Haushalt 2 358 000 Euro vorgesehen, Anfang des Jahres 2000 war es etwas mehr als 1 Million. „Dies hat natürliche Ursachen, wie die inflationsbedingten Lohnsteigerungen, aber auch laufend steigende personelle Anforderungen, überwiegend im Bereich der Kindererziehung und Betreuung“, erläuterte der Kämmerer. Inzwischen werden mehr als 550 Kinder in ortsansässigen Einrichtungen versorgt. Die Ratsmitglieder deuteten dies in Verbindung mit der gestiegenen Einwohnerzahl als Attraktivitätspunkt ihrer Gemeinde.

In Bezug auf Darlehensaufnahmen und -tilgungen vermittelte der Kämmerer Zuversicht und schloss eine weitere Neuverschuldung für das Jahr 2019 nach aktuellem Stand aus. Die planmäßige Tilgungsleistung bezifferte Hausenblas auf 168 300 Euro, zudem ist im Haushalt noch eine Sondertilgung in Höhe von 36 800 Euro festgesetzt.

Der voraussichtliche Schuldenstand am Jahresende liegt den Ausführungen zufolge auf 5 408 439 Euro und entspräche einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 1630 Euro, womit Oberau deutlich über dem Landesdurchschnitt von 603 Euro läge. Das Ansteigen der Schuldenlast ist ausschließlich auf die Sanierungen im Bereich Wasser- und Kanal, die auch in Zusammenhang mit der Ortsumgehung stehen, zurückzuführen. Die Statistik weist im Jahr 2017 entsprechend auch einen enormen Anstieg der Schuldenkurve aus. Hausenblas verdeutlichte: „Orientieren wir uns an den sogenannten unrentierlichen Schulden, so läge unsere Pro-Kopf-Verschuldung bei 480 Euro“.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt hat der Kämmerer auf 1 155 200 Euro angesetzt – und entsprechend besteht hinsichtlich der Investitionen doch etwas Spielraum. Die Feuerwehr, die mehr als zwei Jahrzehnte alte Einsatzkleidung trägt, bekommt eine neue Ausstattung. Für rund 52 000 Euro werden die Einsatzjacken ausgetauscht.

Der Bereitschaftsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes, der derzeit noch Flächen im Kindergarten Oberau nutzt, wird einen Neubau mit vier Garagenplätzen, Mannschafts- und Schulungsräumen in der Nähe des Feuerwehrhauses erhalten. Rund 20 000 Euro werden an Vorplanungskosten eingestellt.

Da Oberau wie geschildert boomt, berichtete der Kämmerer von „Kindergarten, die aus allen Nähten platzen“. Der Essensraum wurde bereits zu einem weiterem Gruppenraum umfunktioniert, damit die „Notlösung“ nicht zur „Dauerlösung“ wird, kündigte Hausenblas einen Anbau an: 314 000 Euro sind in diesem Jahr bereits vorgesehen, 100 700 Euro für das Folgejahr. Allerdings sei mit einem staatlichen Zuschuss von 292 700 Euro zu rechnen, teilte der Kämmerer mit.

Das Schwimmbad soll eine solarthermische Anlage als Ersatz für die in die Jahre gekommene Solaranlage erhalten – rund 100 000 Euro werden bereitgestellt. Insgesamt bewertete Hausenblas die Kassenlage als „sehr geordnet“. Und die Gemeinderatsmitglieder quittierten die transparente und detaillierte Darstellung des Kämmerers mit einem kräftigen Applaus.

Nico Schwarze

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