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Tritt wieder an: Peter Imminger

Kommunalwahlen 2020

Peter Imminger will’s nochmal wissen

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Er ist kein Typ für die Couch und Gartenarbeit. Noch nicht zumindest. Langzeit-Bürgermeister Peter Imminger (CSU) will seinen Posten verteidigen und eine fünfte Runde drehen. Künftig sogar mit mehr Zeit für die Arbeit in seinem Heimatort.

Oberau – Peter Imminger lehnt sich zurück in den Lederstuhl in seinem Rathaus-Büro. Seit knapp 24 Jahren regiert er von dort aus seinen Heimatort Oberau. Er ist der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis. Wie er diesen Titel empfindet – „ich weiß auch nicht“, sagt er und lacht. Dabei hat er längst noch keinen Amtszeitrekord gebrochen. Den hält Farchants Michael Lidl, der 36 Jahre auf dem Gemeinde-Chefsessel saß. Gefolgt von Sepp Zahler aus Krün mit 30 Jahren. Mit ihm könnte Imminger aber gleichziehen. Denn: Er kandidiert erneut. „Einmal noch.“

Die Entscheidung ist durchdacht. Schenken ihm im März 2020 bei den Kommunalwahlen die Bürger das Vertrauen, ist er 62 Jahre alt und bindet sich für weitere sechs. „Da muss man überlegen“, sagt Imminger. Seine Ehefrau Daniela steht hinter ihm und seinem Wunsch. Seine Partei, die CSU, ebenfalls. „Wir haben das in der Fraktion abgesprochen“, sagt der Bürgermeister. „Sie wollte, dass ich noch einmal antrete.“ Ende November steht die Aufstellungsversammlung auf dem Programm. Dass Imminger offiziell zum Kandidaten gekürt wird, dürfte reine Formsache sein.

Alle Kandidaten im Überblick

Der Amtsinhaber ist bereit für die Aufgabe. Vielleicht sogar mehr denn je. Während er 2015 wegen einer Krankheit eine Zwangspause einlegen musste, fühlt er sich heute absolut fit. Auch dank 15 Kilos weniger auf den Rippen. „Da geht’s gleich nochmal besser“, sagt der gesellige Politiker. Hauptberuflich tritt er im Mai 2020 kürzer, hört nach 22 Jahren bei der „Karwendel Energie & Wasser“ als Geschäftsführer auf. Der Vorruhestands-Vertrag bei Energie Südbayern, wo er 35 Jahre lang tätig war, ist ebenfalls unterschrieben. „Es wird leichter“, sagt Imminger. „Das Zeitverhalten ändert sich zugunsten der Gemeinde.“

Das setzt voraus, dass der CSU-Grande, der seit 2002 im Kreistag sitzt, gewählt wird. Denn auch Gemeinderat Josef Lohr (Freie Wähler) buhlt um die Gunst der Bürger. „Macht doch nichts“, kommentiert Imminger dessen Ambitionen. „Wir leben in einer Demokratie und nicht in einer Diktatur.“ Vielmehr begrüßt er sogar, dass auch die jüngere Generation Verantwortung übernehmen möchte. Dennoch steht Lohr vor einer Herkulesaufgabe. Einen Amtsinhaber zu verdrängen, ist für gewöhnlich kein leichtes Spiel. Imminger, der wegen seiner zahlreichen Funktionen stets einen vollen Terminkalender hat, sagt selbstbewusst: „Du brauchst nicht einzuschlafen.“ Entweder man sei ein Macher oder eben nicht.

Auf die Konkurrenz konzentriert sich Imminger aber weniger. Er richtet den Fokus auf eigene Ziele. „Was zählt, ist Oberau“, lautete bislang sein Wahlspruch und so heißt er auch diesmal. Gerne würde er fortsetzen und zu Ende führen, womit er begonnen hat. Zum Beispiel die Sanierung der Kläranlage und des Wassernetzes. Außerdem hat sich in seiner Ära Gewerbe im Ort angesiedelt. Aldi, Rewe und vor allem Langmatz. „Unser Wohlstand basiert auf dieser Firma“, betont er. Ohne sie und die üppigen Gewerbesteuereinnahmen könnte die Gemeinde längst nicht so werkeln wie sie es tut. Weitere Wohn- und Gewerbeflächen stehen ebenso auf seiner Agenda wie ein höheres Angebot an Arbeitsplätzen.

Die Liste seiner Pläne ist lang: Sie reicht vom E-car-sharing-Projekt, der Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes und der Entwicklung der Flächen bis zum Dorfplatz über das Realisieren des Blühflächenkonzepts und dem weiteren Angebot-Ausbaus des Schulstandortes mit Offener Ganztagsschule sowie des Kindergartens bis hin zu historischen Themenwegen mit dem entstandenen Kulturpark als Ausgangspunkt.

Imminger weiß: „Wir haben viel Zeug vor der Brust.“ Bedeutendes. Ortsveränderndes. Die Einschleifung der B 23 zum Beispiel. Oder die Fertigstellung des Tunnels. Wobei Imminger betont: „Der größte Triumph war der Spatenstich.“ Die Ortsumfahrung überhaupt zu bekommen, hat Kraft abverlangt. Gemeinsam mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) „haben wir uns massiv politisch eingesetzt“, betont der Rathauschef. Das über viele Jahre gewachsene Netzwerk zu Entscheidungsträgern in München, Berlin und Brüssel will Imminger auch weiterhin zum Wohle Oberaus nutzen, um seine Heimat für die Zukunft zu rüsten. Und dann – nach 30 Jahren – den Titel als dienstältester amtierender Bürgermeister an einen Kollegen übergeben.

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