+
Ein schlimmer Verkehrsunfall hat sich am Samstag zwischen Oberau und Eschenlohe ereignet.

Straße sieben Stunden lang gesperrt

Schrecklicher Unfall: Mann will überholen - Familienvater (42) verliert sein Leben

  • schließen

Ein Mann erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen, ein weiterer schwebt in Lebensgefahr: Tragisch endete ein Unfall, der sich am Samstagnachmittag zwischen Autobahn und Oberau ereignete. 

Landkreis – Weit hat der Mann nicht gesehen. Nicht weit genug. Dennoch setzte er zum Überholen an. Eine Entscheidung, die einem Familienvater das Leben kosten sollte.

Der 42-jährige Mann aus dem Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg fuhr am Samstag gegen 15.30 Uhr auf der Bundesstraße 2 Richtung Autobahn. Mit im Auto saßen seine 36-jährige Ehefrau und ihr sechsjähriger Sohn. Zeitgleich war ein Rentner (79) aus Thüringen mit seiner Ehefrau (78) in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Nach Stand der Ermittlungen scherte der 79-Jährige in einer Rechtskurve aus, übersah jedoch den Pkw der Familie. Zum Ausweichen war es zu spät, die Autos prallten frontal aufeinander. Mit einer solchen Wucht, dass das Auto der Baden-Württemberger über die Leitplanke in das Gleisbett der Bahnstrecke München-Innsbruck geschleudert wurde. Involviert war zudem eine 23-Jährige aus Großweil, die hinter der Familie fuhr. Sie konnte nicht mehr bremsen, fuhr in die Unfallstelle.

Binnen Sekunden glich die Straße einem Trümmerfeld. Mehrere Menschen waren der Polizei zufolge in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Rettungsdienst samt Hubschrauber wurden alarmiert, zudem insgesamt etwa 120 Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis, rund 60 waren allein an der Unfallstelle selbst im Einsatz. Den 42-Jährigen konnten die Retter noch aus dem Auto befreien und ins Krankenhaus Murnau transportieren. Doch starb er dort zwei Stunden später an seinen Verletzungen. In Lebensgefahr schwebt der Unfallverursacher. Der Bub, die beiden Ehefrauen und die Großweilerin wurden leicht verletzt und in den Kliniken Murnau sowie Garmisch-Partenkirchen versorgt.

Großes Lob für die Einsatzkräfte vor Ort

Um den Unfallhergang zu analysieren, ordnete die Staatsanwaltschaft München II ein Gutachten an – ein Grund, weshalb die B2 für fast sieben Stunden gesperrt blieb. Denn der Experte musste die Situation vor Ort aufnehmen, erst danach begannen die Aufräumarbeiten. An den drei Pkw entstand Totalschaden. Ihn schätzt die Polizei auf 20 0000 Euro. Gegen 23 Uhr gaben die Einsatzkräfte die Strecke wieder frei.

Schwerer Unfall zwischen Oberau und Eschenlohe - sechs Verletzte

Sieben Stunden, in denen sie „bei starkem Nieselregel unerschütterlich auf ihren Posten ausharrten“. Dies hebt die Verkehrspolizei Weilheim hervor und spricht den Wehren aus Oberau, Partenkirchen, Murnau, Eschenlohe, Ohlstadt und Großweil sowie den Mitarbeitern der Straßen- und Autobahnmeisterei „großes Lob“ aus. Gemeinsam richteten sie ab Eschenlohe – die Anschlussstelle Murnau ist wegen Bauarbeiten gesperrt –, eine Umleitung über Murnau, Bad Kohlgrub und Oberammergau ein. Das habe gut funktioniert, sagt unter anderem Kommandant Florian Krammer aus Murnau. Er stand im Ort an der Abzweigung Richtung Kohlgrub, der Verkehr floss weitgehend. Ganz vermeiden aber ließen sich Staus nicht. Vor allem am Autobahnende. „Es hat gefühlt ewig gedauert, bis sich der aufgelöst hat“, sagt Franz Steffl, Kommandant in Eschenlohe. Eineinhalb, zwei Stunden, schätzt er, „ganz grob“, obwohl der Stau dank der Umleitung nicht wuchs.

So reagiert die Feuerwehr auf Anfragen

Doch so ein Wendemanöver am Autobahnende dauert – zumal fast jeder Fragen auf dem Herzen hat. Die meisten erkundigen sich nach dem Weg. Eine Erfahrung, die die Eschenloher schon häufig an diesem Nadelöhr gemacht haben. Sie waren vorbereitet: Bevor sie jedem die Ausweichstrecken erklären – während der Urlaubszeit am besten noch in verschiedenen Sprachen – verteilen sie Zettel. Darauf grob skizziert: die zwei möglichen Ausweichstrecken über das Ammertal sowie über den Kesselberg. Längst gewohnt sind die Einsatzkräfte ungeduldige Autofahrer. Von „vielen unmutigen Kommentaren“ spricht die Polizei, die sich die Feuerwehren anhören mussten. „Das gibt’s immer“, sagt Krammer. In diesem Fall haben er und sein Kollege Steffl jedoch nur „vereinzelt“ schimpfende oder hupende Autofahrer getroffen.

Auch auf den Zugverkehr wirkte sich der Unfall aus. Denn die Bahnstrecke wurde zunächst gesperrt, damit die Einsatzkräfte den verunglückten 42-Jährigen versorgen und das Gleis räumen konnten. Danach fuhren die Züge nur mit Schrittgeschwindigkeit an der Unfallstelle vorbei. Wann die Züge wieder normal verkehrten, war bis Sonntagabend nicht zu erfahren.

Lesen Sie auch:

Volksfest-Zwist läuft völlig aus dem Ruder - am Ende verliert ein Mann sein Ohr

Bei einem Streit auf einem Volksfest in Niederbayern ist einem 23-jährigen Besucher das halbe Ohr abgebissen worden.

Mysteriöse Anschläge auf Maisfelder in Bayern - Polizei steht vor einem Rätsel

In der Erntezeit gibt es immer wieder mysteriöse Anschläge auf Maisfelder. In Bayern gab es in den letzten Tagen reihenweise Anzeigen, doch meist ermittelt die Polizei vergeblich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unerträglicher Straßenverkehr: Aufruf zum Protest in Krün und Wallgau
Der stetig wachsende Verkehr durch Wallgau und Krün nimmt für die Anwohner an der Bundesstraße unerträgliche Ausmaße an. Nun wollen Kommunalpolitiker dieser beiden …
Unerträglicher Straßenverkehr: Aufruf zum Protest in Krün und Wallgau
Murnau: Frau (52) nach Besuchin Disko vergewaltigt
Eine Frau ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Murnau offenbar das Opfer einer Vergewaltigung geworden. Die Kripo übernahm die Ermittlungen.
Murnau: Frau (52) nach Besuchin Disko vergewaltigt
Frau (52) zeigt Vergewaltigung an - Polizei leitet sofort eine Fahndung ein
Eine 52-jährige Frau zeigte in der Nacht zum Sonntag eine Vergewaltigung bei der Polizei in Murnau an. Die Ermittler suchen nun einen jungen Mann. 
Frau (52) zeigt Vergewaltigung an - Polizei leitet sofort eine Fahndung ein
Zwei Festivals in einem: „GAP_SOLL“ findet im Rahmen von „Zamma“ statt
Ein Festival von Jugendlichen für Jugendlichen – das ist „GAP_SOLL“. Anfang Oktober wird der Startschuss für die nächste Auflage im kommenden Jahr gegeben. Dieses Mal …
Zwei Festivals in einem: „GAP_SOLL“ findet im Rahmen von „Zamma“ statt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion