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Aktueller Protest: Aktivisten demonstrierten Mitte Januar gegen die Agrarindustrie und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der sich in Brüssel für den Einsatz von Glyphosat ausgesprochen hatte. 

Zum Schutz der Bienen im Dorf  

Oberau ist künftig glyphosatfrei

Auf Initiative der Imker hat der Oberauer Gemeinderat einen richtungweisenden Beschluss gefasst: Die Kommune verbietet auf allen ihren Flächen den Einsatz von Glyphosat. Und appelliert an Landwirte, ebenfalls keine Pflanzengifte einzusetzen.

Oberau – Ende November hat Glyphosat dafür gesorgt, dass der Frieden in Geschäftsführenden Bundesregierung – in der ohnehin schon angespannten politischen Lage – kurzfristig gestört wurde. Weil Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in einem Alleingang in Brüssel dafür gestimmt hatte, dass das umstrittene Pflanzengift weiter in der Europäischen Union weiter eingesetzt werden darf. Eigentlich sorgt Glyphosat aber für eine effektive Unkrautvernichtung. Bislang zum Beispiel auch auf dem Friedhof in Oberau, wie Bürgermeister Peter Imminger (CSU) im Gemeinderat erklärte. Künftig wird das nicht mehr der Fall sein. Denn die Lokalpolitiker sind sehr wohlwollend mit einem Antrag umgegangen, den neun Imker aus dem Dorf unterzeichnet haben. Inhalt des Schreibens: ein Verbot des Pflanzengifts auf allen gemeindeeigenen Flächen. Dem kam das Gremium ohne Gegenstimme nach.

„Das gilt dann auch für alle Flächen, die wir verpachtet haben“, unterstrich der Rathaus-Chef. Entsprechende Schreiben sollen nun an die Pächter herausgehen. „Oberau wird glyphosatfrei“, erklärte Imminger mit der Hoffnung, dass sich auch private Grundbesitzer wie Landwirte dem Vorstoß anschließen. Stephan Saller, Vorsitzender der Oberauer Imkervereins, geht einen Schritt weiter. Er hofft sogar, dass weitere Gemeinden dem Vorbild des Loisachtaldorfes folgen. „Das wäre unser Wunsch.“

Hintergrund ist, dass sich die Imker um das Wohl von Bienen und Menschen sorgen. Saller zitiert in dem Antrag die Weltgesundheitsorganisation WHO, die den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft. Für ein generelles Verbot setzt sich auch verstärkt der Bund Naturschutz ein. Er informiert auf seiner Homepage umfassend über das Pestizid und wirft deutsche Behörden vor: „Sie lassen die notwendige kritische Distanz zu den Herstellern vermissen.“

Was das Gift den Bienen antut, verdeutlichte Saller. „Es gibt mehrere bestätigte Untersuchungen, die einen erheblichen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Honigbiene nachweisen. Hat das Tier Glyphosat über den Nektar aufgenommen, verliert es die Orientierung, findet schwer oder gar nicht mehr zurück zu ihrem Stock. Die Folge: Die Bienen sterben. Zumindest auf den Flächen, die der Gemeinde Oberau gehören, droht ihnen dieses Schicksal ab dem nächsten Frühling wohl nicht mehr.

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