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Schlieren an den Auenwänden, Schimmel im Inneren: Die Unterkunft des BRK-Bereitschaftsdiensts (der kleine Anbau links neben dem Kindergarten) ist spür- und sichtbar in die Jahre gekommen.

Kosten sollen mit verschlankter Planung reduziert werden

Muffige Räume und niedrige Decken: Oberau plant Vereinsheim für BRK und Wasserwacht

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Es ist keine zeitgerechte Unterkunft mehr: Das BRK-Bereitschaftsheim in Oberau ist in die Jahre gekommen. Jetzt reagiert die Gemeinde.

Oberau – Im Untergeschoss ist es stockfinster. Die Decke misst keine zwei Meter, größere Menschen können hier nur gebückt gehen. Schimmel an den feuchten Wänden ist die Regel. Überall im Raum hängt muffiger Geruch. An den Außenwänden sind hässliche Schlieren zu sehen. Angesichts dieser und anderer Missstände fallen die Worte von Peter Imminger (CSU) noch lapidar aus: „Alles in allem handelt es sich um keine zeitgerechte Unterbringung mehr“, sagt der Oberauer Rathauschef mit seufzendem Unterton. Behaglichkeit sieht anders aus.

Die Rede ist vom Bereitschaftsheim des Bayerischen Roten Kreuzes: Seit den 1980er Jahren sind die Sanitäter in dem Anwesen auf dem Grundstück an der Unterfeldstraße untergebracht, auf dem der Kindergarten steht. Auch die Garagen und Nebengebäude der Sanitätskolonne befinden sich dort. Das eigentliche Heim ist aber im Keller eingerichtet – und der ist spür- und sichtbar in die Jahre gekommen. Die vorgesehene Nutzung ist nicht mehr möglich. Deswegen sollen die Oberauer Rettungskräfte ein neues Haus bekommen – zusammen mit der Wasserwacht.

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Architekten tüfteln am Raumkonzept

„Wir haben in den letzten Jahren viel in die Einrichtung der Sportvereine investiert“, schildert der Rathauschef. „Daher erscheint es mir und dem Gemeinderat folgerichtig, die Rettungsorganisation in gleicher Weise zu unterstützen.“ Da die Bereitschaftsmitglieder wertvolle Hilfe bei Unfällen leisten und nicht selbst auch ihre eigenes Leben auf Spiel setzen, „muss die Unterbringung entsprechend gut sein“. Das alleine verdiene die Wertschätzung für deren Arbeit.

Derzeit planen und tüfteln Architekten am Raumkonzept des neuen Heims. Details stehen noch nicht fest, aber die grobe Planung ist bereits festgezurrt. Demnach soll das Gebäude zwei Stockwerke haben, zusätzlich ist ein eingeschossiger Anbau mit Lagermöglichkeiten für die Geräte vorgesehen.

„Nach jetzigem Planungsstand befinden sich im Erdgeschoss vier Garagen – drei davon für die BRK-Bereitschaft und eine für die Wasserwacht“, schildert Imminger. Im Obergeschoss sollen ein Lehrsaal, Büros, Aufenthaltsräume und Sanitäranlagen eingerichtet werden.

Baukosten im hohen sechsstelligen Bereich

Unstrittig ist auch, dass – auf Anregung der Freien Wähler – das Haus einmal nördlich des Feuerwehrgerätehauses stehen soll, konkret auf einem Teil des ehemaligen Fußballplatzes. Momentan ist die Erschließung über die Unterfeldstraße gedacht, später, nach dem Rückbau der Bundesstraße 2 zur Ortsstraße, kann Imminger zufolge die Zufahrt auch über die Münchner Straße erfolgen.

Derzeit wird ein Bebauungsplan erstellt, der Voraussetzung für eine spätere Baugenehmigung ist. Auf rund 800 000 Euro wird das Projekt nach derzeitigem Stand veranschlagt – zu viel, wie der Oberauer Rathauschef findet: „Wir möchten den Betrag gerne mit einer verschlankten Planung reduzieren.“ Ziel müsse es sein, die Flächen effektiver zu nutzen und die Baukosten auf diese Weise insgesamt zu drücken. Bereits 2020 könnten die Arbeiten beginnen.

Der Neubau hätte auch einen anderen Vorteil: Die dadurch frei werdende Fläche auf dem Gelände an der Unterfeldstraße könnte vom Kindergarten genutzt werden, dessen Räume aus allen Nähten platzen. „Wir könnten dort noch mal kräftig erweitern, das wäre natürlich eine tolle Sache“, sagt der Bürgermeister erfreut. Beispielsweise ließe sich die Kindergartenküche gut im jetzigen Garagengebäude der BRK-Bereitschaft unterbringen.

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