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Wurde moderisiert: der Kindergarten Oberau.

Gemeinderat berät Finanzsituation 

Oberau tilgt fleißig Schulden

Wenn es um die Finanzen gut steht, berät man diese gern: So war es im Oberauer Gemeinderat, als es um die Jahresrechnung 2016 ging. 

Oberau - „Finanziell gesehen war 2016 ein wirklich gutes Jahr“, sagte der Oberauer Rathauskämmerer Stefan Hausenblas. In der von ihm gewöhnten Bescheidenheit wies er im Rahmen der Gemeinderatssitzung in seinem Bericht zur Jahresrechnung 2016 mit Genugtuung darauf hin, dass die Gewerbesteuer des 3100-Einwohner-Dorfes auch im vergangenem Jahr ganz erheblich gestiegen ist: Und zwar um 83.789 Euro auf „unglaubliche 1,69 Millionen Euro“. Diese erneut sehr hohe Steigerung hat es möglich gemacht, im vergangenen Jahr 621.352 Euro aus dem Verwaltungshaushalt an den Vermögens-Etat zu überschreiben – fast zehn Prozent mehr als man noch am Jahresanfang gedacht hatte.

In erster Linie ist das Geld dafür verwendet worden, die Räume der offenen Ganztagesschule komplett umzugestalten, einen Anbau für Hausmeisterwerkstatt und Lager zu schaffen sowie die Lüftungs- und Heizungsanlage im Lichthof zu erweitern. „Doch statt der zunächst veranschlagten 185.000 Euro genügten uns hier 177.802 Euro. Allerdings wird die Um- und Neugestaltung des Pausenhofs finanziell erst heuer relevant. Der erforderliche Betrag wurde als Haushaltsrest für 2017 übertragen.“

Damit nicht genug war im vergangenen Jahr auch der Anbau an das aus allen Nähten platzende Feuerwehrhaus um zwei auf insgesamt 24 Stellflächen sowie Lagerräume zu bewältigen. Dabei wurde der dafür im Haushalt vorgesehene Ansatz von 185 800 um 32 135 Euro überzogen. Eine weitere Baumaßnahme ist bei der Aufstellung des letztjährigen Haushaltsplans noch gar nicht berücksichtigt, da sie sich erst kurzfristig ergeben hat: die Umbauarbeiten im Kindergarten: Eine Betriebswohnung wurde zum Turn- und Schlafraum umgestaltet, der bisherige Schlafraum zum Gruppenraum gewandelt und eine Behinderten-Toilette eingebaut. „Das hat insgesamt 105 640 Euro beansprucht“, sagte Hausenblas.

Nicht so kostspielig wie ursprünglich kalkuliert, sind die Tiefbaumaßnahmen bei Straßen und Wegen gekommen: „Angesetzt hatten wir dafür 65 000 Euro, verbraucht wurden jedoch nur 16 388 Euro für eine Entwässerungspumpe in den Loisachauen. Von den verbliebenen fast 50 000 Euro, die für den Gehwegebau in der Triftstraße vorgesehen waren, wurden 45 000 als Haushaltsrest ins laufende Jahr übertragen“, sagte Hausenblas. Und weil 2016 finanziell alles so gut lief, hat man sich sogar entschieden, die regulären Darlehenstilgungen, die sich auf 143 277 Euro belaufen hätten, durch eine Sondertilgung in Höhe von 70 802 Euro weiter zu reduzieren. „Der Schuldenstand betrug deshalb zum Jahresende 1,92 Millionen Euro. Dies entspricht einer erneut gesunkenen Pro-Kopf-Verschuldung von 593 Euro und liegt damit weit unter dem bayerischen Durchschnitt.“ Damit nicht genug, ist es auch gelungen, die Rücklage der Gemeinde, auf 700 444 Euro aufzustocken.

Mit der aktuellen Verschuldung „liegen wir jetzt stark unter dem Bayern-Durchschnitt“, sagte Bürgermeister Peter Imminger (CSU) fast genüsslich. „Was mit Blick auf andere Kommunen auch darum so erfreulich ist, weil sie die Investitionen, die wir schon alle gemacht haben, zum Großteil noch vor sich haben.“

Wolfgang Kaiser

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