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Schulterzucken beim Bürgermeister: Peter Imminger weiß nicht, wo die restlichen Trinkwasser-Mengen abgeblieben sind.

Wo ist die Austrittsstelle?

Oberau verliert Trinkwasser in großen Mengen

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Wäre es ein Versteck-Dich-Spiel, Oberaus Bürgermeister hätte wahrscheinlich Freude daran. In diesem Fall steht Peter Imminger nicht der Sinn nach Spaß. Die Gemeinde verliert Trinkwasser – und weiß nicht wo.

Oberau – Was würde Peter Imminger dafür geben, wenn bei seinem Problem eine Wünschelrute helfen könnte. Nicht so ein Exemplar, das auf Wasseradern reagiert. Lieber eins, das über Schwachpunkten im Leitungsnetz ausschlägt. Die Rute würde aus dem Schwingen nicht mehr rauskommen.

Der Gemeinde Oberau kommen Trinkwasser-Mengen in hohem Ausmaß abhanden. Aufgefallen ist das Ende des vergangenen Jahres bei den Auswertungen. „Wir haben von 2015 auf 2016 rund 100 000 Kubikmeter mehr gepumpt“, sagt der CSU-Bürgermeister. Heißt: 300 000 Kubikmeter Wasser wurden gebraucht, aber nur knapp 200 000 verkauft. Der Verlust liegt bei zirka 30 Prozent. Dabei sehen die Richtlinien nur fünf Prozent vor. Obwohl diese Zielvorgabe vielerorts überschritten wird, wie Imminger anmerkt.

Niemand weiß, wo die Restmengen abgeblieben sind. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Irgendwo in dem 23 Kilometer langen Netz muss ein großes Loch oder viele kleine Lecks klaffen. Der Wasserwart begab sich mehrmals auf die Suche nach der neuralgischen Stelle. Seine Untersuchungen brachten allerdings „keinen durschlagenden Erfolg“, sagt Imminger. Er sei zwar auf Leitungslücken gestoßen, diese können aber nicht für den hohen Verlust verantwortlich sein.

Spezialfirma war schon mehrfach am Werk

Die Ortung der Problemstelle ist knifflig, die Gemeinde steht vor einem Rätsel. „Bei großen Mengen drückt’s das Wasser eigentlich auf die Straße“, verdeutlicht Imminger. Nicht so in Oberau. Auch eine Spezialfirma war heuer schon viermal vor Ort, um die öffentlichen Versorgungsleitungen mittels des so genannten Korrelationsmessverfahrens zu überprüfen. Mit dieser Schall-Technik kann die annähernde Lage der Leckage errechnet werden, erklärt Robert Zankel, Geschäftsführender Beamter im Rathaus. Und trotzdem: „Die schuldigen Stellen haben wir noch nicht gefunden“, bedauert Imminger.

Wie es überhaupt so weit kommen konnte, daraus macht der Gemeindechef kein Geheimnis. Die Rohre sind teilweise 100 Jahre alt und aus einem Material, das bei Erschütterungen bricht. Heute verwendet man elastischeres, sagt er. Gleichzeitig schließt Imminger nicht aus, dass der Tunnelbau seinen Teil zu den Schäden beigetragen hat. „Das wäre eine Möglichkeit, 100-prozentig nachweisen kann man das aber nicht.“

Sanierungskonzept wird aufgestellt

Die maroden Leitungen beschäftigen die Kommune nicht erst seit dem Wasser-Schwund. Stück für Stück wurden in den vergangenen drei Jahren Abschnitte erneuert: 140 Meter Am Gipsbruch, 250 Meter an der Alten Ettaler Straße und 200 Meter an der Flößerstraße „Wir hangeln uns immer weiter.“ Die Kosten belaufen sich bis dato auf 755.000 Euro, davon bekam die Gemeinde 262. 000 Euro von der Autobahndirektion Südbayern erstattet.

Mit diesen verbesserten Netz-Bruchteilen ist die Arbeit längst nicht getan. „Wir stellen ein Sanierungskonzept auf“, sagt Imminger. Die Umsetzung wird ins Geld gehen. Einen Meter Leitung komplett zu erneuern, koste 250 bis 280 Euro. Deshalb müssen die Bürger mit Preiserhöhungen rechnen. Derzeit zahlen sie pro Kubikmeter 1,68 Euro, zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer. Die Gemeinde kann die Anhebung nicht umschiffen. Bei der Wasserversorgung ist es einer Kommune nicht erlaubt, Miese zu machen. Aber schon jetzt vertritt der Rathauschef eine klare Haltung: „Der Bürger darf nicht überbelastet werden.“

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