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Strampelt für einen guten Zweck: Christina Langer ist 2500 Kilometer geradelt, um Geld für die Bergwacht-Bereitschaft Oberau zu sammeln

Von John o’Groats nach Garmisch-Partenkirchen

Oberauerin radelt 2500 Kilometer für die Bergwacht

Oberau - Christina Langer radelt von Schottland nach Garmisch-Partenkirchen und sammelt auf ihrem Weg 650 Euro

Auf den ersten Blick kann man sich gar nicht vorstellen, wozu Christina Langer imstande ist. Man sieht nicht, wie ausdauernd die zierliche 25-Jährige ist. Man sieht nicht, dass sich so richtig durchbeißen kann. Doch sie kann. Das hat sie mit ihrer Benefizaktion bewiesen. Die hübsche Brünette aus Oberau hat eine rund sieben Wochen dauernde Fahrradtour von der Nordostspitze Schottlands (John o’Groats) nach Garmisch-Partenkirchen unternommen. Die Reise mit rund 2500 Kilometern trat sie aus einem ganz bestimmten Grund an. Sie wollte Spenden für die Bergwacht Oberau sammeln. Dafür hat sie extra ein Konto auf der Spendenseite „Betterplace“ eingerichtet. Das Schild, dass sie auf ihrem Fahrrad befestigt hatte, war mit einem Spendenaufruf versehen, um auf ihre Aktion aufmerksam zu machen. Außerdem verteilte sie auf dem Weg Visitenkarten und hielt auf ihrer Facebook-Seite „Tina goes to Germany“ die Stationen ihrer Tour fest.

650 Euro als Dankeschön für die Bergwacht

„Ich wollte einfach etwas an die Bergwacht zurückgeben“, begründet Langer ihr Engagement. Schon seit sie zwölf ist, ist sie Mitglied der Bereitschaft ihres Heimatortes. Vieles lernte sie bei Ausflügen und Lehrgängen. Um die 650 Euro hat sie jetzt auf ihrer Reise für die Retter zusammenbekommen. „Es ist gut gelaufen, sagt Langer. Die vielen Eindrücke sind jedoch „unbezahlbar“.

Eigentlich hatte Langer, die ein Jahr in Leeds/England studierte, die Radltour von Großbritannien in die Heimat schon lange vor. Die Idee dazu kam ihr bei einer Wanderung mit ihrem Bruder – „wie ein Geistesblitz“. Durch die Spendenaktion habe sie sich selbst gezwungen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Das war ein guter Ansporn, es wirklich durchzuziehen.“ Von Schottland bis Land’s End – dem westlichsten Punkt Englands – begleitete sie eine britische Freundin. Den Rest der Tour bewältigte die Sporteventmanagerin allein.

Starker Wind: Beim Bergabfahren in die Pedale treten

Darauf kann sie mächtig stolz sein. Auf der Strecke musste Langer nämlich auch einige Herausforderungen bewältigen. Das Wetter hielt sich zwar im großen und ganzen recht stabil. Nur fünf Regentage hatte sie während der vierwöchigen Fahrt durch Großbritannien – ungewöhnlich wenig für die niederschlagsreiche Insel. Womit Langer nicht gerechnet hatte, war der starke Wind. „Beim Bergabfahren musste ich richtig in die Pedale treten, dass es vorwärtsgeht.“ Dass das Wetter ihr meistens zugespielt hat, war ein Glücksfall. Immerhin schlief sie im Zelt. Nur in Belgien wurde sie eines Morgens vom Schnee überrascht. Bei schlimmen Unwettern gewährten ihr Fremde Unterschlupf: „Das war total unkompliziert.“

Das Abenteuer liegt ihr im Blut

Viele gute Erinnerungen an die „wunderschöne Landschaften“ hat Langer von ihrer Radltour mitgenommen. Besonders beeindruckt haben sie jedoch die Menschen, die auf ihre Spendenaktion „immer sehr positiv“ reagiert und sie unterstützt haben. Als sie einmal eine schlimme Reifenpanne hatte, hat ihr der Besitzer eines Fahrradladens sofort geholfen. Darauf, warum sie ihre wochenlange Tour unternimmt, sei sie weniger angesprochen worden „In England sind Charity-Aktionen nicht ungewöhnlich“, sagt die Oberauerin. Die Frage, die ihr fast täglich gestellt wurde, war, ob ihr der Hintern schon wehtut, erzählt die 25-Jährige lachend.

Bevor sie sich auf die nächste Radltour begibt, wird wohl noch einige Zeit verstreichen. Jetzt zieht es Langer erst einmal nach Spitzbergen in Norwegen, wo sie als Hundeschlittenguide arbeiten will. Das Abenteuer liegt der sympathischen Oberauerin, die auch schon den Jakobsweg gegangen ist, im Blut. Ihr gefällte der „einfache Lebensstil“, den man in der Natur hat. Deshalb weiß sie eines schon jetzt sicher: „Einen Bürojob könnte ich mir nicht vorstellen.“

Magdalena Kratzer

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