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Spatenstich für den Oberauer Tunnel: (v.l.) Staatssekretär Gerhard Eck, Bürgermeister Peter Imminger, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Landtagsabgeordneter Harald Kühn und Landrat Anton Speer.

Geht‘s um sein Dorf, überlässt er nichts dem Zufall

Oberaus Bürgermeister Peter Imminger wird 60 - und hat noch viel vor mit seiner Gemeinde

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G’scheid feiern, das ist Peter Immingers Wunsch zu seinem 60. Geburtstag. Und das macht er mit Familie, Freunden und Vertretern der Oberauer Vereine. Der Bürgermeister ist tief verwurzelt in seinem Dorf, mit dem er noch viel vorhat. Somit scheint’s wahrscheinlich, dass er 2020 eine fünfte Periode dranhängt.

Oberau – Sein größtes Geschenk hat Peter Imminger bereits bekommen. In München. Von den Vertretern der Obersten Baubehörde. Die Zusage, dass Oberau nach der Fertigstellung des Auerbergtunnels nicht für gut zwei Kilometer der jetzigen Bundesstraße 2 und damit für die kostenintensive Felssicherung zuständig ist (wir berichteten), empfand der CSU-Bürgermeister als vorzeitige und vor allem sehr großzügige Gabe zu seinem Geburtstag. „Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit.“ Die Überraschung war somit perfekt, als er erfuhr, dass die Verbindung zwischen dem Oberauer Tunnel Richtung Autobahnende vom Bund an den Freistaat übergeben wird.

Etwas schüchtern schaut der Bub kurz vor seiner Einschulung in die Kamera.

Einen solchen Paukenschlag erwartet er nicht, wenn er an diesem Wochenende seinen 60. feiert. Am Samstag empfängt er die Vertreter der Vereine, der Musikkapelle und des Kirchenchors bei sich daheim. „Gut, dass nach dem Umbau im Wohnzimmer noch ein Schrank fehlt“, sagt er und lacht. So passt eine zusätzliche Bierzelt-Garnitur rein. Am Sonntag dann, seinem eigentlichen Geburtstag, gehört er ganz seiner Familie – seiner Frau Daniela, seinen Söhnen Maxi (30) und Flori (23) sowie seinen beiden Schwestern samt Anhang – und Freunden. Wünsche hat er an keinen seiner Gäste gerichtet. „Die sollen alle nur g’scheid mit mir feiern.“

Was rund um seinen Ehrentag passiert, lässt Imminger auf sich zukommen. Er hadert nicht mit dem Älterwerden. „Das ist der Lauf der Zeit, den kann man nicht ändern“. Geht es aber um Oberau, überlässt er nichts dem Zufall. Seine größte Schlacht hat er freilich längst gewonnen. 2014 war das, Monate vor der Kommunalwahl, als der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verkündete, dass die 204 Millionen Euro für den Oberauer Tunnel freigegeben werden. Ein Erfolg, der dem steten Bohren der Gemeinde und vor allem der Bürgerinitiative VEO (Verkehrsentlastung Oberau) zu verdanken ist.

Auf diesem Erfolg ruht sich Imminger aber nicht aus. „Es stehen ja schon noch Sachen an, die auf eine anständige Bearbeitung warten“, unterstreicht er. Einiges läuft bereits, wie die Umgestaltung des Kurparks. Anderes, wie der Neubau eines Sportheims für den FCO oder das Vorhaben, drei Häuser mit insgesamt 22 bezahlbaren Wohnungen zu errichten, steht ihm noch bevor. Genau wie die Verlegung der BRK-Bereitschaft vom Kindergarten – „wir brauchen den Platz für eine fünfte Gruppe“ – hin zur Feuerwehr. „Auch die Sanierung der Kläranlage, die wir ab 2019 über drei bis vier Jahre ziehen, und die Teilerneuerung des Wassernetzes haben wir auf der Agenda.“ Die größten Brocken aber, die dem 3250-Einwohner-Ort bevorstehen, sind die Einschleifung der B 23 in den neuen Tunnel, und der Rückbau der Ortsdurchfahrt. Imminger hofft auch deshalb, dass wieder ein Bayer im Bundesverkehrsministerium das Sagen hat. „Dann stehen unsere Chancen für den Auerbergtunnel besser“, meint er. Genau wie für den Wanktunnel, der den Ortsteil Partenkirchen entlasten soll.

Ein Macher: der Bürgermeister im umgebauten Schwimmbad, dem ersten Projekt, das aus dem Grundstücksverkauf an die Firma Langmatz realisiert wurde.

Allein diese Liste zeigt, dass Imminger noch viel vorhat. Ans Aufhören scheint er nicht zu denken. Zumindest nicht in der Kommunalpolitik. Seine Posten als Betriebsleiter bei der Energie Südbayern GmbH und als Geschäftsführer bei der KEW Karwendel Energie & Wasser GmbH legt der Maschinenbau-Techniker 2020 nieder. „Was ich mit der Gemeinde mache, überlege ich noch.“ Mehr lässt er sich nicht entlocken. Dass erauch 22 Jahre nach seinem Einzug ins Oberauer Rathaus für sein Dorf brennt, kann er aber nicht verbergen.

Der Vorteil seines Teil-Ruhestands ist, dass er dann mehr Zeit hat, um mit seiner Frau ein paar Tage Richtung Südtirol zu verschwinden – „und das mehrmals im Jahr“. Ein bisserl Wellness, etwas Wandern und eine Golfrunde, „das tut uns beiden gut“. Mit drei Jobs kommt er momentan viel zu selten zu solchen Abstechern, bei denen er stets neue Energie tankt. 2020 wird sich das ändern, dann hat er wahrscheinlich nur noch einen Job.

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