Zugewuchert: der alte Kienbergweg in Richtung Ettal. Diesen herzurichten, ist eine der Optionen.  
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Zugewuchert: der alte Kienbergweg in Richtung Ettal. Diesen herzurichten, ist eine der Optionen.  

Radweg nach Ettal

Wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz: Straßenbauamt prüft die Lage

  • VonAlexander Kraus
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Die Idee finden eigentlich alle gut: ein Radweg zwischen Oberau und Ettal, eine Alternative zum Ettaler Berg und der Bundesstraße 23. Er wäre ein wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz des Landkreises. Kreisrat Rolf Walther (Die Linke) hatte schon vor einem Jahr einen Antrag gestellt, der eine Sanierung und den Ausbau der Alten Ettaler Bergstraße vorsieht.

Oberau - Zuletzt ist im Mai im Kreistag und im Juni im Gemeinderat Oberau über das Thema diskutiert worden, der alte Kienbergweg kam ins Spiel. Passiert ist seither wenig. Der Ball liegt derzeit beim Staatlichen Bauamt Weilheim. Dort jedoch scheint das Projekt nicht oberste Priorität zu haben. „Wir sind noch nicht aktiv geworden“, bestätigt Werner Hüntelmann. „Einen konkreten Zeitplan dafür haben wir nicht.“

Grundsätzlich wäre für das Herrichten der alten Bergstraße die Weilheimer Behörde zuständig, weil es sich rechtlich um einen bundesstraßenbegleitenden Radweg handeln würde. „Wir wurden vom Landkreis angeschrieben“, bestätigt der Mitarbeiter, der für Planungs- und Bauprojekte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verantwortlich zeichnet. In dem Vorschlag des Kreistags heißt es, es sei wünschenswert, einen Radweg zwischen Oberau und Ettal zu schaffen. „Die Problematik ist, dass der Höhenunterschied sehr groß ist, weil man den Ettaler Berg überwinden muss“, sagt Hüntelmann.

Staatliches Bauamt prüft mehrere Optionen

Das Staatliche Bauamt hat mehrere Optionen zu prüfen. Zum einen gibt es die bestehende, steile Strecke des alten Ettaler Bergs. Zur Debatte steht eine Asphaltierung dieses Weges. Zum anderen existiert die historische Kienberg-Route, die jedoch weitgehend zugewachsen ist. Teilweise ist sie noch in Bestand und weniger gefährlich. Variante drei: Auch direkt entlang der B23 könnte ein Radweg entstehen und somit das Obere Ammertal mit dem Loisachtal verbinden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Möglichkeit zum Zuge kommt, ist wohl eher gering. Ein Ausbau der B23 wäre mit hohem finanziellen und sicherheitstechnischen Aufwand verbunden. Zudem ist ein Eingriff ins Gelände notwendig, weshalb naturschutzrechtliche Prüfungen nötig wären. „Wir schauen, was machbar ist“, verspricht Hüntelmann. Noch heuer werden sich die Experten der Behörde vor Ort ein Bild machen. Anschließend soll es Gespräche mit Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und der Gemeinde Oberau geben.

Die Tatsache, dass das Staatliche Bauamt in Sachen Radweg noch nicht aktiv geworden ist, stört Peter Imminger (CSU) nicht groß. „Für uns ist das Thema nicht dringlich“, betont der Oberauer Bürgermeister. Er verweist darauf, dass die Alte Ettaler Bergstraße als „Schiebestrecke“ deklariert ist. Wird diese Route hergerichtet, könne es sein, dass sie nach dem ersten Unwetter nicht mehr befahrbar ist. Noch einmal macht der Rathauschef klar, dass er von dieser Variante nichts hält. Die Straße, die als Schiebestrecke mit Schildern markiert ist, zu teeren, sei viel zu gefährlich. „Ich persönlich würde sie als Schiebestrecke im Radwegenetz drin lassen“, sagt Imminger. In die Arbeit der Experten aus dem Straßenbauamt will er sich nicht einmischen. „Da sind die Herren in Weilheim am Zug.“

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