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Die Vorleser mit ihren Lieblingsbüchern: (vorne v. l.) Maurice Lange, Emely Maten, Jonas Kaiser, Charlotte Erker, Paul Damith, (hinten v. l.) Dustin Klieber, Nicolas Schedler, Liliane Marie Girard, Marlene Biermann und der Wettbewerbssieger Florian Berger.

Werdenfels-Gymnasiast überzeugt Jury

Vorlese-Wettbewerb ohne Verlierer, aber mit einem Sieger

Schwierig, schwierig: Wen soll die Jury nur als Sieger des Vorlesewettbewerbs küren, bei all den guten Leistungen? Platz eins beim Regionalentscheid in der Oberauer Grund- und Mittelschule ging schließlich an Florian Berger. Der Gymnasiast vertritt den Landkreis nun beim Bezirkswettbewerb.

Oberau – „Ob Spannung, Unterhaltung, Wissen: Lesen ist Kino im Kopf und eine Reise in fremde Welten.“ Mit diesen Worten hat Rektor Markus Schneider die elf Schulsieger des Lesewettbewerbs aus den Grund-, Mittel-, Real-, Wirtschaftsschulen und Gymnasien des Landkreises Garmisch-Partenkirchen beim Regionalentscheid empfangen. Dieser wurde heuer in Oberau ausgetragen.

Die Grund- und Mittelschule erwies sich als guter Gastgeber. Dekoration, Bühnenbild, Namensschilder und Bewirtung – alles war vom Team bestens vorbereitet. Die Vorleser, die zum Wettbewerb angetreten waren, kamen mit Eltern, Geschwistern und Klassenkameraden, die die Daumen drückten. Der bundesweite Vorlesewettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird bereits seit 1959 ausgetragen. „Eine traditionsreiche Leseförderaktion, mit der Kinder ermutigt werden sollen, sich mit erzählender Literatur zu beschäftigen“, erläuterte Schneider.

Die Jury: (v. l.) Professor Heinz Schelle, Veronika Rusch, Angelika Allinger-Rank, Andrea Bauer, Ludwig Hundsdorfer und Tanja Wilhelm.

An den regionalen Entscheidungen der Städte und Landkreise beteiligen sich heuer in Deutschland rund 7000 Schüler der sechsten Klassen. „Dabei sein und Spaß haben ist alles, aber es kann nur einen Sieger geben. Alle anderen sind Zweitplatzierte“, sagte der Rektor. Dann gab er das Startzeichen für die erste Runde, bei der die zehn Mädchen und Buben (Gianluca Corongiu aus Mittenwald war erkrankt) je drei Minuten Zeit hatten, eine selbstgewählte Textstelle aus ihrem Lieblingsbuch nach einer kurzen Einführung vorzulesen. Technik, Interpretation und Textauswahl galt es zu bewerten. Alle hatten sich gut vorbereitet und konnten punkten. Einigen der Elf- und Zwölfjährigen gelang es wirklich gut, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Schwieriger wurde es in Runde zwei. Die Lesebeauftragte, Lehrerin Andrea Bauer von der gastgebenden Schule, hatte das Kinderbuch „Apfelkuchen und Bahlava“ oder „Eine neue Heimat für Leila“ von Kathrin Rohmann ausgewählt. Letzteres erzählt von der elfjährigen Leila, die mit Mutter und beiden Brüdern aus Syrien fliehen musste, während der Vater und die kranke Großmutter, die ihrer Enkelin zum Andenken eine Walnuss schenkte, zurückblieben. In Deutschland versucht die Flüchtlingsfamilie, eine neue Heimat zu finden. Dabei hilft Leila die Freundschaft mit Max aus ihrer Klasse. Aus diesem Kinderbuch lasen die Mädchen und Buben ebenfalls je drei Minuten abschnittsweise vor. Spätestens jetzt kristallisierte sich eine Spitzengruppe heraus. Es blieb bis zum Schluss spannend, wer das Rennen machen würde.

Die Jury, zu der die Schriftstellerin Veronika Rusch, Historiker Professor Heinz Schelle, St.-Irmengard-Gymnasiallehrer Ludwig Hundsdorfer, die Oberauer Gemeinderätin Angelika Allinger-Rank, Tanja Wilhelm von der Buchhandlung Gräfe & Unzer sowie Lehrerin Bauer gehörten, hatte keine leichte Entscheidung zu treffen, um einen ersten Platz zu ermitteln. Aber schließlich ging Sechstklässler Florian Berger vom Garmisch-Partenkirchner Werdenfels-Gymnasium als Sieger hervor.

„Charlotte und Paul waren vielleicht noch etwas besser“, schätzte dieser noch vor dem Juryentscheid die eigene Leistung ein. Seine kleine Schwester Eva sah den Bruder dagegen ganz vorne. Sie sollte Recht behalten. Berger vertritt jetzt den Landkreis beim Bezirkswettbewerb. Und wer weiß, vielleicht geht seine (Vor-)Lesereise noch weiter.

Margot Schäfer

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