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Erster Entwurf: In dieser Form ist das BRK-Heim vorstellbar. Nach der jetzige Entscheidung wird die Planung aber erst noch konkretisiert.

Entscheidung im Gemeinderat

Rolle rückwärts beim Oberauer Rettungszentrum

Erst wollte Oberau ein neues Heim für das Rote Kreuz bauen. Dann ein Rettungszentrum, in dem auch die Wasserwacht untergebracht ist. Nun geht man auf die ursprüngliche Planung zurück. Weil die Wasserwacht nicht umziehen will.

Oberau – Das, was am Dienstagabend im Oberauer Gemeinderat passiert ist, erlebt auch nicht jede Kommune. Das Dorf wollte der Wasserwacht eigentlich ein nigelnagelneues Heim zur Verfügung stellen. Integriert in einem Rettungszentrum, in dem auch das Rote Kreuz untergebracht ist. Doch das wird – wie sich erst jetzt zeigte – gar nicht gewünscht. „Man ist nicht erpicht auf ein neues Heim“, sagte Bürgermeister Peter Imminger (CSU) mit Blick auf die Wassserwacht-Verantwortlichen. Diese wollen lieber weiter im Schwimmbad bleiben. Deshalb schlug Imminger dem Gremium vor, das Konzept wieder zu ändern.

Somit geht es zurück auf Null: Denn ursprünglich war vorgesehen, an der Münchner Straße – hinterhalb der Feuerwehr – ein neues Heim fürs Rote Kreuz zu errichten. Ein Bau mit drei Toren, Küche, Toiletten und Schulungsraum. Diese Pläne wurden dann erweitert: Für die Wasserwacht war, wie Imminger in Erinnerung rief, ein zusätzlicher Garagenplatz, eine eigene Küche und sanitäre Anlagen geplant gewesen. Insgesamt wäre das Haus um ein Viertel größer geworden. Lässt man das alles weg, könnten dem Bürgermeister zufolge bis zu 300 000 Euro eingespart werden. Stattdessen kommen auf die Gemeinde Investitionen auf dem Schwimmbad-Areal zu.

Dort müsste für die Wasserwacht eine Garage gebaut werden. Außerdem soll es einen Durchbruch zur bisherige Werkstatt des Schwimmbad-Meisters geben, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. Als Ersatz braucht es einen fünf Meter langen Anbau für die Werkstatt. Wie teuer das alles wäre, konnte die Verwaltung in der Sitzung noch nicht darlegen.

Trotzdem entschied sich das Gremium mit breiter Mehrheit dafür, die verschlankte Planung nun fortzuführen. Dagegen stimmten nur die Freien Wähler Johann Klein und Josef Lohr.

Letzterer bezeichnete die baulichen Veränderungen im Schwimmbad als „Flickschusterei“ und stellte mit Blick auf ein Rettungszentrum klar: „Es hätten sich viele Synergien ergeben.“ Das sah auch Klein so und forderte auf, langfristig zu planen. „Unabhängig von Personen“, die Vereinen jetzt vorstehen, „und privaten Befindlichkeiten.“ Zudem: Wer zahlt, der schafft auch an. „Was hilft es uns, wenn sie es dann nicht annehmen“, fragte daraufhin Christian Fischer (CSU). Sein Parteikollege Günter Meck meinte: „Die Wasserwacht gehört zum Wasser.“

Trotz der jetzigen Entscheidung sollen Synergien genutzt werden. Einmal pro Woche, unterstrich Imminger, darf die Wasserwacht den Schulungsraum im neuen Rot-Kreuz-Heim nutzen. Das werde vertraglich festgehalten.

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