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Kleine Feierstunde: (v.l.) Landrat Anton Speer mit Veronika und Roman Zaar, dem ehemaligen Bereitschaftsleiter Martin Leichte und Oberaus Bürgermeister Peter Imminger.

Ein halbes Jahrhundert im Einsatz

Oberauer erhält Bundesverdienstmedaille 

Über ein halbes Jahrhundert ist Roman Zaar ehrenamtlich aktiv. Nun wurde der Oberauer Bergwacht- und Feuerwehrkamerad  mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Oberau – „Ich war immer gerne in den Bergen“, sagt Roman Zaar. Also entschloss er sich vor mehr als einem halben Jahrhundert, mit einigen Freunden bei der Oberauer Bergwacht einzutreten. „Da waren wir aufgeräumt“, sagt er im Scherz. Die Begeisterung für seine neue Tätigkeit kam aber schnell. Und groß war sie auch. Für seinen unermüdlichen Einsatz seit 1965 hat ihn nun Landrat Anton Speer (Freie Wähler) mit der Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. „Seinem ehrenamtlichen und außerordentlichen Wirken gebühren Dank und Anerkennung“, sagte Speer bei einer kleinen Feierstunde im Landratsamt.

Dabei blickte er gemeinsam mit dem Oberauer, der am Berg schon vieles erlebt hat, zurück. Ob als Fahrer oder als Sicherer. Drei Jahre lang unterstützte er seine Bereitschaft auch als Hüttenwart. Ebenso opferte er einen Großteil seiner Freizeit für den Um- und Neubau der Bergwachthütte. Ein Erlebnis ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. „Wir sind auf den Mont Blanc gegangen.“ Dabei hat ihn vor allem die überwältigende Landschaft beeindruckt. Ziel dieser Expedition war es, ein Marterl für einen Kameraden aufzustellen, den der Blitz erschlagen hat.

Sein Engagement kam aber nicht nur der Bergwacht, sondern auch der Feuerwehr zugute. „Da ich beim Bauhof immer erreichbar war, wollten sie, dass ich dazu gehe.“ Eine Bitte, der Zaar gerne nachkam. 26 Jahre lang half er, bis er im Alter von 63 aufhörte. „Da ist aber schon lange Schluss“, bemerkt der 70-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Aber er blickt immer noch gerne zurück. Besondere Erinnerungen haben für ihn die Einsätze bei der Jahrhundertflut 1999 oder dem Hochwasser 2003 hinterlassen. „Da waren wir ein paar Tage unterwegs. Das war brutal.“ Manches stieß ihm auch sauer auf. Oft musste er sich bei Straßensperrungen wüste Beschimpfungen von Autofahrern anhören. „Die Leute haben einen alles geheißen“, meint er trocken.

Auf die Frage, ob sein großes Engagement auch immer mit seiner Familie vereinbar war, antwortet er: „Das ist alles gegangen.“ Er hat es gerne getan. Dass es für seinen Einsatz nun eine so bedeutende Auszeichnung gibt, kann Roman Zaar noch gar nicht recht fassen. „Das kommt wohl erst noch.“   nm

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