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Panoramablick auf die Baustelle: Unterhalb der Rampe an der Flanke des Kirchbichls entwickelt sich allmählich das künftige Revier der Arbeiter, um die Vorkehrungen für den Tunneldurchbruch am Südportal zu treffen.

Tunneldurchbruch im Winter anvisiert

Umfahrung Oberau: Arbeiten am Südportal starten

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Es kehrt ein bisschen Ruhe ein am Nordportal der Oberauer Umfahrung. Während im Gießenbach ein schwieriger Abschnitt vor der Tür steht, laufen gleichzeitig die ersten Arbeiten am Südportal.

Oberau – Ein Bagger steht in Schräglage auf einer Art Rampe an der Flanke des Kirchbichls. Unten ragen überall kräftige Holzpflöcke aus dem Boden – für den Zaun. Der Bereich neben der B2 bei Oberau wird zum Sperrgebiet. „Wir machen es für die Öffentlichkeit unzugänglich“, sagt Stephan Geuder. Dafür verkehren dort künftig umso mehr Fachpersonal und Maschinen. Denn die Arbeiten am Südportal der Ortsumfahrung haben begonnen.

Noch befindet man sich in der Anfangsphase. Es geht darum, die Baustelle einzurichten. Angelegt wird dort ein etwa 30 Meter langer Voreinschnitt, ähnlich wie am Tunnelbeginn im Norden. Der Bereich ist von Hangschuttmaterial überlagert. „Um einfahren zu können, braucht’s eine harte Feldlage“, sagt Geuder, der zuständige Projektleiter von der Autobahndirektion Südbayern. Außerdem fertigen die Arbeiter eine befestigte und gesicherte Durchschlagswand. Dort soll dann spätestens in einem Jahr der Tunnel aus dem Berg herauskommen. Dazu muss die Bergflanke aber nach oben gesichert werden, damit von dort keine Steine auf die Baustelle herabfallen.

Genaue Zeitpunkte für die einzelnen Maßnahmen gibt es noch nicht, heißt es von Seiten der Autobahndirektion. Mit Voreinschnitt und Durchschlagswand fängt man jetzt schrittweise an. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Auch die geplante Zufahrt zur B2 samt Ampelanlage steht im Laufe des Jahres auf dem Programm. Geuder schiebt keine Panik. „Bis zum Durchschlag im Winter ist noch genügend Zeit.“ Ohnehin: Der Fortschritt am Südportal hängt mitunter von dem im Gießenbachtal ab.

Doch auch dort läuft alles nach Plan. „Wir sind momentan direkt bei Langmatz, kurz vor der Unterquerung.“ Und zur Freude Geuders herrschen gute geologische Verhältnisse vor. Das ist nicht selbstverständlich, weil das Gießenbachtal als kompliziertester Abschnitt eingestuft ist. Unter anderem, weil unterirdisch ein „riesiger Grundwasserstrom“ fließt. Im Extremfall, zum Beispiel bei Starkregen und Loisach-Hochwasser, kann der Spiegel um fünf Meter ansteigen. „Und der Boden ist durchlässig“, sagt Geuder. „Das geht schnell. Innerhalb von Stunden. “ Mit Pumpen und Entwässerungsrohren könnten die Arbeiter diesen Prozess verlangsamen und den Spiegel absenken.

Auf Sprengungen verzichtet man im Gießenbachtal. Dort kommen die Schotterbagger zum Einsatz. Kies dominiert. Zwei Meter stoßen die Arbeiter täglich weiter vor. Doch die Schuttmassen sind nicht zu vergleichen mit denen, die bei den Sprengungen im Mühlberg anfielen. „Pro Tag werden derzeit rund 2000 Tonnen Material abgefahren“, teilte Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion, damals mit. Speditionen transportierten dieses in den Weilheimer Raum oder in den Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen. Momentan hat sich die Route verlagert – und zwar nach Süden. Das mit Thallium belastete Material aus dem Felsausbruch kommt nach Zirl in einen Steinbruch. „Die verwerten das“, sagt Geuder.

Ruhig geht’s derzeit am Nordportal zu. „Da passiert gerade nichts.“ Nun richtet sich der Blick gen Süden. Die Baustelle dort wird aber nicht das Ausmaß der nördlichen Einfahrt annehmen. Denn der Vortrieb läuft von Norden nach Süden.

Trailer "Faszination Tunnelbau in Oberau" from Autobahndirektion Südbayern on Vimeo.

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