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Bald ist es soweit: Auch bei der Oströhre steht der Durchschlag an. Aktuell arbeiten Venco Juko, Igor Vuckovic , Mirko Bogelic und Polier Andrejas Cifrek am Tunnelbogen.

Oströhre ist dann durch

Tunnel Oberau: Zweiter Durchschlag soll noch vor Weihnachten glücken

Für die Vortriebs-Mannschaft der Oströhre geht es um die Ehre: Sie will unbedingt noch vor Weihnachten und dem verdienten Familienurlaub den Durchschlag schaffen. Schon Anfang nächster Woche ist es wohl soweit.

Oberau - Wenn man so will, dann steht auf der Baustelle zur Umfahrung Oberau eine Zeitenwende an. Mit dem Jahr 2017 endet auch ein großer Abschnitt in dem Langzeitprojekt. Jener, in dem der sogenannte Vortrieb im Mittelpunkt stand. Am 18. November konnte der erste Durchbruch gefeiert werden, da war erstmals die gesamte Strecke von Nord- zum Südportal freigesprengt. Knapp einen Monat später dürfte es in der Oströhre soweit sein. Projektleiter Karsten Läufer von der Firma Marti geht davon aus, dass der Durchschlag „Sonntag oder Montag“ erfolgt. „Wir sind gut unterwegs.“ 

Die Motivation sei jetzt vor den Feiertagen besonders hoch. Zum einen, weil das Bonussystem eine Belohnung vorsieht, wenn diese wichtige Etappe noch vor Weihnachten genommen wird. „Es geht aber auch einfach um die Ehre der Mineure“, erklärt Läufer zum anderen. Gemeinsam freuen sich alle auf der Baustelle dann auf das Fest. „Weihnachten ist enorm wichtig.“ Schließlich arbeiten die Mannschaften im Schichtbetrieb, schuften zum Beispiel neun Tage am Stück und haben dann fünf Tage frei: Das heißt, die Männer sehen ihre Familien in der Slowakei und Kroatien immer nur blockweise. Zwischen den Feiertagen und dem 2. Januar können die Arbeiter dann längere Zeit mit ihren Lieben verbringen. „Am 3. Januar um 6 Uhr geht es weiter“, sagt Läufer. 

Er rechnet in den Monaten Januar und Februar mit einer besonders intensiven Zeit auf der Baustelle: Zum einen stehen dann für die Vortriebstrupps, nachdem sie die knapp drei Kilometer langen Tunnel geschlagen haben, noch „Restarbeiten“ an. Die Kroaten, die schon Mitte November für den Durchschlag in der Weströhre gesorgt haben, sind Läufer zufolge derzeit wieder im Bereich des schwierigen Gießenbachtals beschäftigt. Dort, wo es viel Lockergestein und wenig Erdreich über dem Tunnel gibt, wurde im Sommer nur der obere Teil der Röhre, die sogenannte Kalotte, geschlagen. Jetzt, in einer Zeit, in der kaum Hochwasser droht, werden auch der restliche mittlere und untere Teil, Strosse und Sohle, bearbeitet. Außerdem müssen unter anderem noch Querverbindungen zwischen den beiden Trassen gesprengt werden. „Bis April wird der Vortrieb komplett beendet sein“, sagt Läufer. Dann werden die Mineure, die in den vergangenen zwei Jahren die Nord-Süd-Verbindung geschaffen haben, Oberau verlassen. Schon jetzt sind neue Arbeiter angekommen, die den Ausbau des Tunnels übernehmen. Läufer schätzt, dass in den nächsten zwei Monaten 140, 150 Beschäftigte auf der Baustelle sein werden. „Dann nimmt die Zahl rapide ab.“ Eben, wenn die Vortriebstrupps gehen. Sehr zufrieden mit deren Leistung ist auch die Autobahndirektion Südbayern. Sie ist Auftrageber für die Umfahrung, die bis 2021 für aktuell 228 Millionen Euro fertiggestellt werden soll. „Es lief gut“, sagt Sprecher Josef Seebacher rückblickend auf die vergangenen zwölf Monate. Und fügt an: „Technisch wie fachlich.“ Der zweite Durchschlag würde das erfolgreiche Jahr 2017 abrunden. Ein bisschen Zeit bis Weihnachten bleibt den Arbeitern ja noch.

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