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Oberauer fühlen sich im Stich gelassen

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Kein schöner Anblick: Die brach liegende Fläche am nördlichen Ortseingang von Oberau stört nicht nur die Anwohner, sondern auch die Gemeinderäte. foto: Kornatz
Kein schöner Anblick: Die brach liegende Fläche am nördlichen Ortseingang von Oberau stört nicht nur die Anwohner, sondern auch die Gemeinderäte. foto: Kornatz

Oberau - Wann die Oberauer Umfahrung realisiert wird, ist unklar. Nach der Deponie-Sanierung ist vorerst Schluss. Was dann mit dem Gelände passiert, beschäftigt insbesondere die Anwohner.

Kieshaufen, Erde und zwischendurch Abfall - die frühere Mülldeponie am nördlichen Ortseingang von Oberau ist wahrlich kein schöner Anblick. Bis zum Sommer 2013 wird das Areal, das für die angestrebte Umgehungsstraße benötigt wird, saniert. Wie lange es dann noch brach liegt, steht allerdings in den Sternen. Die erforderlichen 140 Millionen Euro dafür sind nämlich bislang nicht in Sicht. Wie die Fläche, auf der etwa 180 000 Kubikmeter Aushub bewegt werden, bis zum tatsächlichen Baubeginn gestaltet werden soll, das beschäftigt die Bürger. Mit einem Schreiben haben sich die Anwohner von drei Häusern Am Gipsbruch ans Rathaus gewandt und vom Gemeinderat volle Rückendeckung erhalten.

„Es schaut wirklich schlimm aus“, betonte Günther Meck (CSU) und verwies auch auf die Urlauber, die mit diesem Anblick im Zugspitzland ankommen. Noch klarere Worte fand Bürgermeister Peter Imminger (CSU), der von „einem Saustall“ sprach, „den die Verantwortlichen so nicht flacken lassen können“. Die Sorgen der Oberauer kann Gernot Rodehack, Leiter der Außenstelle Kempten der Autobahndirektion Südbayern, durchaus nachvollziehen: „Nach der Sanierung der Mülldeponie wird das Gelände so hergerichtet, dass wir jederzeit mit dem Bau beginnen können“, erklärt er auf Tagblatt-Nachfrage. Das heißt, erforderliche Lärmschutz-Wälle, für die Aushub-Material genutzt wird, sowie Böschungen werden aufgeschüttet „und was möglich ist, bepflanzen wir“. Maßnahmen, die nur der vorübergehenden Verschönerung dienen, scheiden hingegen aus: „Dafür haben wir kein Geld.“

In Erwartung dieser Auskunft regte Josef Bobinger (CSU) im Gemeinderat an, den Brief der Anwohner nicht nur an die Autobahndirektion weiterzuleiten sondern auch ans Bundesverkehrsministerium in Berlin. „Minister Ramsauer soll uns endlich mitteilen, was er vorhat“, wetterte der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Oberau (VEO). „Oder ob er uns im Regen stehen lässt.“ Dass in Sachen Umfahrung, die das zweigeteilte Dorf seit Jahrzehnten herbeisehnt, derzeit offenbar Stillstand herrscht, bedauert Imminger gewaltig. „Es passt einfach nicht, dass im Fall von Olympia Geld da gewesen wäre und jetzt nicht.“

Die Befürchtungen der Anwohner werden vorerst an die Autobahndirektion geschickt. „Wir schließen uns der Argumentation an“, verdeutlichte Geschäftsführender Beamter Robert Zankel den Gemeinderatsbeschluss. Zudem bestehe die Option, weitere Tourismusgemeinden im Landkreis ins Boot zu holen, schließlich seien auch deren Gäste von dem unschönen Anblick betroffen.

Die Oberauer in dieser Beziehung zu unterstützen, ist für Farchants Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) selbstverständlich: „Das Gelände ist wirklich nicht sehr ansehnlich.“ Sollte eine zwischenzeitliche Bepflanzung aus finanziellen Gründen nicht möglich sein, regt er an, sich eine entsprechende temporäre Nutzung zu überlegen. Vorstellen kann er sich, Firmen aus dem Landkreis, die Lagerflächen suchen, mit kurzfristig kündbaren Verträgen dort unterzubringen. „Wenn der Tunnel noch nicht kommt, sollte zumindest das Areal genutzt werden.“ (tab)

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