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Führungswechsel: Generalmajor Werner Weisenburger (Mitte) mit Oberst Enrico Werner (r.) und dessen Nachfolger Oberst Joachim Schreckinger.

Wechsel an der Nato-Schule

Enrico Werner diente 42 Jahre für die Bundeswehr

Oberammergau - Der bisherige deutsche Kommandeur an der Nato-Schule in Oberammergau, Oberst Enrico Werner, wird verabschiedet. Sein Nachfolger ist Oberst Joachim Schreckinger.

„Ich gehe ohne Wehmut“ – das sagte Enrico Werner mit einem Lächeln auf den Lippen. 42 Jahre lang diente er für die Deutsche Bundeswehr. „Lange genug“, findet Werner. „Jetzt freue ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt.“ An der Nato-Schule in Oberammergau werden sie ihn vermissen.

Die letzten acht Jahre war er an dem internationalen Ausbildungs- und Lehrzentrum mit jährlich rund 10 000 Lehrgangsteilnehmern aus über 60 Ländern Stellvertretender Kommandeur und somit das Gesicht des deutschen Anteils. Nun verabschiedet sich der gebürtige Hesse in den Ruhestand. Seinen Posten übernimmt Oberst Joachim Schreckinger.

Auf seine Zeit als Offizier blickt Werner mit Stolz zurück: „Wenn ich an meine getane Arbeit denke, spüre ich eine große Befriedigung.“ Vor allem sein Job im Ammertal sei eine der größten Herausforderungen seines Lebens gewesen. War Werner zuvor noch als Kampfpilot im Einsatz, so hatte er plötzlich eine Mitverantwortung über eine Vielzahl an Angestellten und Studenten aus der ganzen Welt. „Mir war sofort klar, dass es nicht mehr so spaßig zugeehen wird wie zu meinen Zeiten bei der Luftwaffe“, erinnert sich der 61-Jährige an seine Eindrücke nach den ersten Tagen im neuen Dienst.

Doch er nahm sich seiner Aufgabe an und prägte den oberbayerischen Stützpunkt wie wenige vor ihm. „Oberst Werner stand für höchste Zuverlässigkeit und wusste, wie er seine Mitarbeiter motiveren und zu Höchstleistungen antreiben kann“, lobte ihn bei der Kommando-Übergabe Generalmajor Werner Weisenburger, Chef des Streitkräfteamts.

Besonders wichtig war Werner stets „ein enger und vertrauensvoller Kontakt zu seinen Mitarbeitern“. Nichts dürfe über dieser Maxime stehen. „Geschäftlicher Erfolg ist zwar ein wichtiger Aspekt, aber er ist nichts wert ohne angemessenes ethisches Verhalten, in dem man alle Mitarbeiter anerkennt und sich mit ihren Problemen, Anforderungen und Interessen beschäftigt.“

Sein Nachfolger blickt der Mission mit Freude entgegen. „Es ist eine wunderschöne Umgebung in Oberammergau und ich fühle mich der Aufgabe vollends gewachsen“, sagte Oberst Joachim Schreckinger, der mit seiner Familie bisher in der Nähe von Günzburg lebte. Als „sehr herausfordernd, aber mindestens genauso interessant“ beschreibt er das Anforderungsprofil als Stellvertretender Kommandeur der Nato-Schule. Vertrauen erhält Schreckinger schon mal von Bürgermeister Arno Nunn, der es wissen muss, wovon er spricht: „Ein sehr sympathischer Mann, der gewappnet ist, hier zu bestehen.“

Auch Werner sieht seinen Posten in guten Händen. „Oberst Schreckinger ist ein hocherfahrener Offizier mit erstklassigen Führungsqualitäten.“ Zum Abschluss hat er für seinen Nachfolger noch einen Tipp auf Lager, den er einst von seinem Vater bekam: „Engagiere dich, erledige die Dinge gewissenhaft und fürchte dich vor niemandem.“

Simon Nutzinger

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